Rhein-Hunsrück-KreisGrüne Stromproduktion auf neuem Höchststand

Der Rhein-Hunsrück-Kreis kann seine Klimaschutzziele mit deutlich weniger Windkraftanlagen erreichen, als prognostiziert.
(Bildquelle: Doris Becker)
Im Jahr 2023 wurden im Rhein-Hunsrück-Kreis bilanziell 390 Prozent des Gesamtstrombedarfs dezentral und erneuerbar erzeugt. Das hat die Fortschreibung des Energiesteckbriefs ergeben; bei der letztmaligen Fortschreibung im Jahr 2020 hatte der Wert noch 330 Prozent betragen.
Erfreulich ist dabei nach Angaben der Kreisverwaltung, dass der Strom mit deutlich weniger Windrädern erzielt werden konnte, als 2011 im Rahmen des Klimaschutzkonzepts prognostiziert worden war. Dazu beigetragen habe unter anderem, dass 27 Windräder der ersten, nach 1995 errichteten Generation, bereits durch weniger, aber wesentlich leistungsstärkere Anlagen ersetzt worden seien. Dank des Repowering sei der Stromertrag je Rad um das bis zu Zwanzigfache gestiegen. Zudem seien im Rhein-Hunsrück-Kreis in den vergangenen Jahren fast ausschließlich Windräder der Drei- bis Sechs-Megawatt-Klasse, so genannte Schwachwindturbinen, gebaut worden, wodurch die Volllaststunden von 1.700 auf bis zu 3.500 Stunden gestiegen seien.
„Ich freue mich, dass wir unsere ambitionierten Klimaschutzziele mit deutlich weniger Windkraftanlagen erreichen, als noch vor einigen Jahren von vielen erwartet worden ist“, so Landrat Volker Boch. Er sei erleichtert, dass mit rund 300 Rädern nun zeitnah vermutlich der zahlenmäßig maximale Ausbau der Windkraft im Kreisgebiet erreicht sei. „Denn es geht darum, dass wir weiterhin eine größtmögliche Akzeptanz für die Energiewende in der Region erhalten, wie wir es beispielsweise bei den vielen Nahwärmeprojekten vor Ort auf beeindruckende Weise erleben“, erklärt Boch.
In den kommenden Jahren stehe nun das Repowering von Windräder der Zwei-Megawatt-Klasse gegen Räder der Fünf- bis Sechs-Megawatt-Klasse an. Landrat Volker Boch: „Hierdurch erwarten wir, dass zukünftig mit nur noch 200 Windrädern im Landkreis doppelt so viel erneuerbarer Strom erzeugt wird wie aktuell.“
Wie die Kreisverwaltung weiter mitteilt, ist neben der Windkraft insbesondere der hohe Ausbaugrad der Photovoltaik erfreulich. 7.734 Anlagen produzierten im Rhein-Hunsrück-Kreis im vergangenen Jahr bereits 24 Prozent des Strombedarfs – dies sei mehr als doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. „Statistisch gesehen ist bereits auf jedem fünften Wohngebäude eine Photovoltaikanlage installiert. Der selbst produzierte Strom wird von den Bürgerinnen und Bürgern zunehmend auch für die Wärmeerzeugung und die Elektromobilität genutzt. Das hilft uns dabei, unsere Klimaschutzziele in allen Sektoren zu erreichen“, erklärt Landrat Boch. Bis Ende des Jahres 2025 wollen die Kommunen im Landkreis zudem ihre Straßenbeleuchtung flächendeckend auf LED umrüsten und so weiter auf das Ziel der Energieeinsparung einzahlen.
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