PositionspapierGünstiger Strom für E-Autos

Die Initiative ITK für Elektromobilität fordert attraktivere Tarife für Ladestrom.
(Bildquelle: EnBW / Kolle Rebbe)
Die Initiative ITK für Elektromobilität hat ein ein Positionspapier mit zehn Handlungsempfehlungen zur Förderung der Elektromobilität vorgelegt. Die Autoren fordern unter anderem zusätzliche finanzielle Anreize bei der Anschaffung von Elektroautos und attraktivere Tarife für den Ladestrom. Patrick Ester, Projektleiter beim VDE Verband der Elektrotechnik und Elektronik, erklärte bei einem Pressegespräch in Berlin: „Der Kostennachteil der Elektroautos kann über flexible Stromtarife deutlich reduziert werden.“ Besondere Stromtarife würden Elektroautofahrer motivieren, Ladevorgänge auf Zeiten günstiger Stromerzeugungskosten zu verlegen und ihre Akkus als Energiespeicher zur Pufferung von Erzeugungsspitzen im Stromnetz zur Verfügung zu stellen. Wenn Elektrofahrzeuge intelligent an das Stromnetz angebunden werden, könnten zudem die Kosten für den Netzausbau reduziert werden. „Diese Kostenvorteile sollten über variable Fahrstromtarife an die Elektroautonutzer weiter gegeben werden“, sagte Ester. Die Elektromobilitätsinitiative bemängelt, dass sich der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in den vergangenen Jahren verlangsamt habe. Anfang 2015 gab es in Deutschland laut ITK für Elektromobilität nur 4.900 öffentliche Lademöglichkeiten, darunter 100 Schnellladepunkte. „Das Vertrauen in eine verlässliche, öffentliche Ladeinfrastruktur entscheidet mit über den Erfolg der Elektromobilität“, heißt es im Positionspapier. Deshalb fordern die Autoren eine freiwillige Selbstvereinbarung der Industrie mit verpflichtenden Terminen. Außerdem sollte die öffentliche Hand für ihre Fuhrparks mehr Elektrofahrzeuge anschaffen und über eine behördenübergreifende, gemeinsame Nutzung von Elektrofahrzeugen die Wirtschaftlichkeitsschwelle senken. Unter den rund drei Millionen Fahrzeuge in öffentlichen Flotten und Fuhrparks seien bisher nicht einmal 10.000 Elektroautos.
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