Freitag, 16. Oktober 2026

StuttgartKlimaschutzbericht veröffentlicht

[05.10.2023] Der jetzt veröffentlichte Energie- und Klimaschutzbericht der Landeshauptstadt Stuttgart für das Jahr 2021 zeigt, dass die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent gestiegen sind.
Stuttgarts CO2-Emissionen sind 2021 leicht gestiegen.

Stuttgarts CO2-Emissionen sind 2021 leicht gestiegen.

(Bildquelle: claudiodivizia/123rf.com)

Der Stuttgarter Ausschuss für Klima und Umwelt hat in der vergangenen Woche den Energie- und Klimaschutzbericht 2021 vorgestellt. Wie die Stadt Stuttgart mitteilt, gibt der Bericht Auskunft darüber, wie weit die Landeshauptstadt auf dem Weg zur Klimaneutralität ist. Um dieses Ziel zu erreichen, habe die Stadt einen so genannten CO2-Reduktionspfad entwickelt. Dieser zeige auf, wie viel CO2-Emissionen auf dem Weg zur Klimaneutralität in Stuttgart noch ausgestoßen werden dürfen. Die Entwicklung wird von der Abteilung Energie des Amts für Umweltschutz für das Stadtgebiet und insbesondere für die städtischen Liegenschaften anhand von Energie- und Treibhausgasbilanzen überwacht.
Im Jahr 2021 hätten die Treibhausgasemissionen im gesamten Stadtgebiet bei 3,6 Millionen Tonnen gelegen. Damit hätte die Landeshauptstadt ihre Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 um 44 Prozent reduziert. Gegenüber dem Vorjahr (48 Prozent) sei die Reduktion um vier Prozentpunkte geringer ausgefallen. Grund dafür seien neben den geringeren Einschränkungen durch die Corona-Pandemie vor allem die kühleren Außentemperaturen im Jahr 2021 im Vergleich zu 2020, wodurch der Erdgasverbrauch in Stuttgart um zwölf Prozent gestiegen sei. Zudem sei der Anteil erneuerbarer Energien am Bundesstrommix gesunken, sodass auch die Emissionen aus dem Stromverbrauch gestiegen seien.

Unterstützung der Bürgerschaft

Der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold (Bündnis 90/Die Grünen), betont anlässlich der Veröffentlichung des Berichts: „Um den erfreulichen Trend von 2020 wieder zu erreichen, ist es notwendig, dass wir alle weiterhin in Energieeffizienz, Energieeinsparung und den Ausbau erneuerbarer Energien investieren. Die Stadt will die Bürgerschaft weiterhin mit Förderprogrammen, Informationen und Beratungen dabei unterstützen. Das ambitionierte Klimaschutzziel für Stuttgart erreichen wir nur, wenn wir gemeinsam und umgehend Klimaschutzmaßnahmen umsetzen. Die gestiegenen CO2-Emissionen für das Jahr 2021 müssen wir als Warnung sehen, dass wir weiterhin konsequent auf unsere Ziele hinarbeiten müssen und nicht nachlassen dürfen.“
Die ermittelten Emissionen wurden nach Angaben der Landeshauptstadt mit dem für Stuttgart entwickelten Treibhausgasreduktionspfad abgeglichen. Dieser zeige auf, wie viele Treibhausgasemissionen sich die Gesamtstadt jährlich leisten könne, um bis 2035 auf dem Weg zur Klimaneutralität zu bleiben. Durch das vorgezogene Zieljahr 2022 für die Klimaneutralität sei auch der Reduktionspfad angepasst worden. Die im Jahr 2021 verursachten Emissionen lägen bei rund 136.000 Tonnen CO2 und damit vier Prozent über dem Zielwert. Um die Gesamtstadt auf den Treibhausgasreduktionspfad 2035 zu bringen, seien Energieeinsparungen und Effizienzsteigerungen in allen Handlungsfeldern sowie der Umstieg auf erneuerbare Energien notwendig.

Liegenschaften mit Vorbildfunktion

Den städtischen Liegenschaften komme eine Vorbildfunktion zu. Für städtische Neubauvorgaben habe sich die Stadt den Plusenergiestandard gesetzt. Sanierungen kommunaler Liegenschaften würden mit dem Ziel angegangen, den Gebäudebestand klimaneutral zu sanieren. Im Bereich der städtischen Liegenschaften seien die CO2-Emissionen gegenüber dem Vorjahr um 8.659 Tonnen CO2 auf 70.727 Tonnen CO2 pro Jahr gestiegen. Die Steigerungen seien zum Teil auch auf Veränderungen durch die Wiederinbetriebnahme von Gebäuden zurückzuführen. Gegenüber dem Basisjahr 1990 ergebe sich insgesamt ein Rückgang von 67 Prozent. Ein großer Erfolg des kommunalen Energie-Managements sei die Reduzierung des Heizenergieverbrauchs um 50 Prozent seit Beginn des Energie-Managements im Jahr 1977. Dies sei nicht nur ein Erfolg für das Klima, sondern auch eine Einsparung für die städtische Haushaltskasse: Insgesamt beliefen sich die kumulierten Einsparungen an Energie- und Wasserkosten seit dem Jahr vor Beginn des Energie-Managements auf 818,5 Millionen Euro. 2021 habe die Stadtverwaltung insgesamt 199 Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien betrieben, davon 139 Photovoltaikanlagen.





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