StudieKohleverstromung gefährdet Klimaziele
Ohne die Reduzierung der Kohleverstromung sind die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht zu erreichen.
(Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)
Deutschland kann sein Klimaschutzziel nur noch erreichen, wenn es die Verstromung von Braun- und Steinkohle deutlich reduziert. Darauf weist die Denkfabrik Agora Energiewende nach einer Auswertung mehrerer Studien hin. Demnach kommen alle vorliegenden wissenschaftlichen Gutachten zu dem Ergebnis, dass zwar im Bereich Gebäudesanierung und Verkehr weitere Anstrengungen möglich und notwendig sind, diese aber keinesfalls ausreichen können, um die Klimaschutzlücke zu schließen. Der Analyse zufolge müssen die jährlichen Emissionen bis zum Jahr 2020 um rund 200 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Vergleich zu 2013 sinken. Durch die bisherigen Pläne, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien, seien bisher etwa 114 Millionen Tonnen Kohlendioxid gesichert, sodass 87 Millionen Tonnen ungedeckt bleiben. „Diese Lücke kann nur geschlossen werden, wenn die Kohleverstromung vermindert wird“, sagt Patrick Graichen, Direktor der Agora Energiewende, „Hierdurch können Emissionen in Höhe von rund 50 Millionen Tonnen im Jahr vermieden werden.“ Zur Reduzierung der Kohleverstromung empfiehlt Agora Energiewende mehrere Lösungswege: „Eine deutliche Erhöhung des CO2-Preises im Rahmen einer Reparatur des Emissionshandels, die Reduktion des Stromverbrauchs oder die Stilllegung einzelner Kraftwerksblöcke sind drei von mehreren Möglichkeiten zur Schließung der Klimaschutzlücke“, so Graichen. „Welche Option am Ende gewählt wird, sollte das Ergebnis eines politischen Prozesses sein.“
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