Mittwoch, 7. Oktober 2026

StudieKostenoptimaler Ausbau der Erneuerbaren

[06.03.2013] Die Auswirkungen unterschiedlicher Optimierungsstrategien auf die Kosten des Stromsystems hat die Initiative Agora Energiewende untersuchen lassen. Demnach könnten insbesondere durch die Verlagerung des Windkraftzubaus von Offshore zu Onshore Kosten gespart werden.
Der Ausbau der Windenergie an Land ist entscheidend für eine kostengünstige Energiewende.

Der Ausbau der Windenergie an Land ist entscheidend für eine kostengünstige Energiewende.

Im Bild: Aufbauarbeiten am Windpark Landkern.

(Bildquelle: Juwi)

Bei der Energiewende lassen sich bis zum Jahr 2023 jährlich rund zwei Milliarden Euro sparen. Dazu muss der Bau von teuren Windkraftanlagen auf dem Meer verlangsamt und stattdessen der Bau von Windkraftanlagen an Land beschleunigt werden. Die produzierte Strommenge bliebe bei einer solchen Verlagerung gleich groß. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Kostenoptimaler Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland“, die das Beratungsunternehmen Consentec im Auftrag der Agora Energiewende und mit Unterstützung des Fraunhofer IWES erstellt hat. Die Studie beruht auf einer umfassenden Simulation der deutschen und europäischen Stromnetze, des Wetters sowie der damit verbundenen Stromproduktion erneuerbarer und konventioneller Kraftwerke. „Die Politik hat einen sehr großen Handlungsspielraum, wenn es um die künftige regionale Verteilung des Zubaus von erneuerbaren Energien geht“, folgert Rainer Baake, Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende, die von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation getragen wird. Wie die Initiative mitteilt wurden im Rahmen der Studie zwei realistische Ausbaupfade bei Wind- und Solaranlagen in Deutschland verglichen: einerseits orientiert an den besten Standorten, andererseits an den Verbrauchszentren. Dabei hätte sich gezeigt, dass beide Wege für das Gesamtstromsystem in etwa zu den gleichen Kosten führen. Einsparungen sind insbesondere bei der Verlagerung des Ausbaus von Windkraftanlagen auf dem Meer hin zu Windkraftanlagen an Land möglich. Im Szenario „verbrauchsnaher Ausbau“ müssten insgesamt zwar etwas mehr Wind- und Solaranlagen gebaut werden. Da diese aber zu unterschiedlichen Zeiten Strom produzieren und näher am Verbrauch ins Netz einspeisen, entlasten sie das Stromsystem und müssen deutlich seltener gedrosselt werden als die Anlagen im Szenario „bester Standort“. Darüber hinaus mache die Studie deutlich, dass der Ausbau der im Bundesbedarfsplangesetz vorgesehenen Stromnetze zwar unbedingt benötigt wird, ein um einige Jahre verzögerter Ausbau die Energiewende aber nicht abwürgt und diese auch nicht notwendigerweise teurer macht. Mit dem Bau neuer Wind- und Solarkraftwerke müsse daher nicht gewartet werden, bis die Stromleitungen des Bundesbedarfsplangesetzes realisiert seien, heißt es in der Pressemitteilung der Agora Energiewende weiter. Die Anlagen müssten bei einem verzögerten Netzausbau zwar häufiger gedrosselt werden, dem stünden jedoch Einsparungen durch verzögerte Investitionen in Leitungen gegenüber.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln

[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...

Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards

[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...

Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken

[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...

Hessen: Gesetzentwurf will Drohnenüberflüge ahnden

[02.10.2026] Hessen will das unbefugte Eindringen in Kritische Infrastruktur und nicht genehmigte Drohnenüberflüge mit einem neuen Straftatbestand ahnden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zum „gemeinschädlichen Hausfriedensbruch“ hat Justizminister Christian Heinz im Bundesrat vorgestellt. mehr...

bericht

Bundeswirtschaftsministerium: Eckpunkte für flexible KWK

[28.09.2026] Das Bundeswirtschaftsministerium will das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bis 2035 verlängern und die Förderung stärker auf flexible, systemdienliche Anlagen ausrichten. Die Energiewirtschaft begrüßt die grundsätzliche Richtung, fordert aber unter anderem eine längere Laufzeit und Nachbesserungen bei Fördersätzen und Modernisierungen. mehr...

Novelle des KWKG: Verbände fordern Nachbesserungen

[23.09.2026] BDEW, VKU und AGFW begrüßen die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes. Nachbesserungsbedarf sehen die Verbände unter anderem bei Laufzeit, Fördersätzen und den Bedingungen für bestehende KWK-Anlagen. mehr...

Windenergie: Verbände fordern Südquote

[22.09.2026] Bei der jüngsten Ausschreibung für Windenergie an Land sind nach Angaben von Erneuerbaren-Verbänden nur knapp fünf Prozent der bezuschlagten Leistung auf Bayern und Baden-Württemberg entfallen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und der Landesverband Erneuerbare Energien Bayern fordern deshalb Änderungen am Ausschreibungssystem und eine Südquote im EEG. mehr...

Pumpen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045

[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...

BDEW/VKU: Kritik am BNetzA-Entwurf

[17.09.2026] BDEW und VKU haben Nachbesserungen bei der geplanten Kapitalverzinsung für Gasnetzbetreiber gefordert. Aus Sicht der Verbände reichen die von der Bundesnetzagentur vorgesehenen Zinssätze nicht aus, um die notwendigen Investitionen in die Transformation der Gasnetze zu finanzieren. mehr...

Bitkom: Besserer Schutz von Stromnetzen gefordert

[10.09.2026] Angesichts mutmaßlicher Sabotageversuche auf die Strominfrastruktur fordert der Digitalverband Bitkom einen stärkeren Schutz des Energiesystems. Neben physischen Angriffen müssten dabei auch Cyber-Attacken stärker berücksichtigt werden. mehr...

BDEW: Besserer Schutz für Kritische Infrastrukturen

[08.09.2026] Der BDEW dringt auf bessere Rahmenbedingungen für den Schutz der Energieversorgung. Der Verband fordert unter anderem weniger öffentlich zugängliche Infrastrukturdaten, eine wirksamere Drohnenabwehr und einen staatlich finanzierten Resilienzfonds. mehr...

Energiewende-Digitalisierungs-Allianz: Gesetzentwurf soll Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen

[08.09.2026] Eine Allianz aus 17 Energieunternehmen fordert bundesweit einheitliche und digitale Verfahren für Netzanschlüsse und Netzbetrieb. Ein eigener Gesetzentwurf sieht 30 Maßnahmen vor – darunter finanzielle Ansprüche von Netznutzern, wenn Verteilnetzbetreiber gesetzliche Standards nicht einhalten. mehr...

Sachsen-Anhalt: Energiebranche mahnt Kontinuität an

[08.09.2026] Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnen Verbände und Unternehmen vor einem Bruch in der Energiepolitik. BEE, BWE und LichtBlick verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien und fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen. mehr...

BDEW/VKU: Stellungnahme zum Brandanschlag

[02.09.2026] Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack haben sich BDEW und VKU zum Schutz Kritischer Energie-Infrastruktur geäußert. Beide Verbände fordern Konsequenzen, unterscheiden sich aber in der Frage, welche Rolle Staat und Betreiber beim Schutz der Stromnetze übernehmen sollen. mehr...

Bundesregierung: Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen

[28.08.2026] Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Wärmenetzpaket beschlossen. Der geplante Rechtsrahmen soll Investitionen erleichtern und zugleich Preise sowie Verbraucherrechte neu regeln. mehr...