Freitag, 30. Januar 2026

Landkreis OldenburgLandwirte machen Klimaschutz

[28.04.2023] Nachhaltige Landwirtschaft und Ausbau der erneuerbaren Energien sollen die Klimaschutzziele im Landkreis Oldenburg sichern. Dafür wurde der Kreis als Energie-Kommune des Monats von der AEE ausgezeichnet.
Das Kreishaus des Landkreises von oben mit Photovoltaik-Dachanlage.

Das Kreishaus des Landkreises von oben mit Photovoltaik-Dachanlage.

(Bildquelle: Landkreis Oldenburg)

Der niedersächsische Landkreis Oldenburg fördert den Klimaschutz und die Dekarbonisierung der Landwirtschaft. Der Kreis erzeugt mehr als doppelt so viel erneuerbaren Strom, als er verbraucht, und seit 2021 ist er Öko-Modellregion. Auch, weil die Klimaallianz Oldenburg die Landwirte im Kreisgebiet bei der Implementation von Klimaschutzmaßnahmen unterstützt.
Bereits heute verzichten einige Landwirte im Kreis auf mechanische Bodenbearbeitung und nutzen nachhaltige Anbaumethoden, welche die Böden vor Verdichtung schützen und den Einsatz von synthetischen Düngemitteln reduzieren. Die regionale Vertretung der Landwirte, der Kreislandvolkverband Oldenburg, unterstützt diese zusätzlich bei der Netzwerkbildung. „Eine Transformation der Landwirtschaft hinsichtlich klimafreundlicher Anbaumethoden schützt nicht nur das Klima, sondern auch Böden, Grundwasser sowie die regionalen Ökosysteme“, erklärt Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), die den Landkreis als Energie-Kommune des Monats auszeichneten.

200 Prozent erneuerbarer Strom

Neben der Landwirtschaft hat der Landkreis im letzten Jahrzehnt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien große Fortschritte gemacht. Allein die 130 Windenergieanlagen im Kreisgebiet besitzen eine Produktionskapazität von 280 Megawatt (MW). Zusätzlich dazu befinden sich weitere 16 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 79 MW in Bau beziehungsweise in der Genehmigung. Erklärtes Ziel des Kreises ist es, bis 2026 Vorranggebiete für den Bau von Windenergieanlagen auszuweisen, die 2,2 Prozent der Fläche des Landkreises ausmachen. Weitere 150 MW Erzeugungskapazitäten werden durch PV-Anlagen bereitgestellt. Zusätzlich produzieren die Biogasanlagen auf dem Kreisgebiet verlässlich eine Grundversorgung von 69 MW Strom. Damit ist der Landkreis auf einem guten Weg zur Erreichung des ersten Ziels des kreiseigenen integrierten Klimaschutzkonzepts: der Reduktion der kreiseigenen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2012.

Über 140 Treibhausgasbilanzen

Entsprechend dem deutschen Klimaschutzplan 2030 werden die Biogasanlagen im Kreis in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle für die Vermeidung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft spielen. Gülle und Mist aus der Tierhaltung können in Biogasanlagen zur Produktion von erneuerbarem Strom und Wärme eingesetzt werden, gleichzeitig wird dadurch die Freisetzung von Methan und anderen Treibhausgasen in die Umwelt deutlich reduziert. Bei der Planung werden die Landwirte von der Klimaallianz Oldenburg unterstützt. Die Kooperation zwischen dem Kreis, der niedersächsischen Landwirtschaftskammer sowie dem Kreislandvolkverband Oldenburg unterstützt diese bereits seit 2016 auf dem Weg zur ökologischen Transformation. Mit der Erstellung von über 140 einzelbetrieblichen Treibhausgasbilanzen klärt sie die Landwirte über den Ist-Zustand der Betriebe auf und informiert über klimaschützende Bewirtschaftungsweisen der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Kreis.
Nachdem der Kreis 2021 zur niedersächsischen Ökomodellregion wurde, stehen auch der Kommunalverwaltung zusätzlich Ressourcen zur Verfügung, um die Landwirte beispielsweise bei der Akquise von Fördergeldern zu unterstützen. Das Projekt knüpft an die positiven Erfahrungen an, die bereits in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg mit solchen Modellregionen gesammelt wurden. Die Öko-Modellregion ist ein weiterer Baustein des Landkreises, der ökologische Anbaumethoden stärkt und die Transformation in der Landwirtschaft absichert.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Rheinland-Pfalz: Ausbau der Erneuerbaren nimmt zu

[27.01.2026] Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz hat 2025 deutlich zugelegt, insbesondere bei Windenergie-Genehmigungen und Photovoltaik-Zubau. Nach Angaben des Klimaschutzministeriums sieht sich das Land damit auf Kurs in Richtung Klimaneutralität bis 2040. mehr...

KlimaAgentur Hamm: Auf vier weitere Jahre

[22.01.2026] Die KlimaAgentur Hamm wird für weitere vier Jahre beauftragt und setzt ihren Beratungs- und Unterstützungsauftrag für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen fort. Neue Schwerpunkte liegen auf sozialverträglicher Energiewende, klimaneutraler Mobilität und dem Ausbau des Beratungsangebots. mehr...

Rhein-Lahn-Kreis: Klimaschutzportal bündelt Daten

[22.01.2026] Der Rhein-Lahn-Kreis stellt mit einem regionalen Klimaschutzportal eine zentrale Online-Plattform für klimarelevante Daten, Förderangebote und Aktivitäten bereit. Das Portal soll Transparenz schaffen, Information bündeln und perspektivisch mehr Beteiligung ermöglichen. mehr...

Verbandsgemeinde Schweich: Maßnahmenpaket für Energiewende

[21.01.2026] Die Verbandsgemeinde Schweich baut ihre Eigenstromerzeugung massiv aus und organisiert die Energiewende künftig über eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts. Photovoltaik, Strombilanzkreis und geplante Wärmenetze sollen den Weg zur klimaneutralen kommunalen Energieversorgung beschleunigen. mehr...

Kreis Borken: Positive Bilanz zu Beratungsangeboten

[21.01.2026] Der Klimakreis Borken zieht für 2025 eine positive Bilanz seiner Informationsangebote zur energetischen Sanierung und kündigt für 2026 neue Beratungstage und Veranstaltungsformate an. Nach Angaben des Netzwerks stießen insbesondere Vorträge, Klimawochen und Energiechecks auf große Resonanz in der Bevölkerung. mehr...

Enzkreis: Bis 2040 treibhausgasneutral

[19.01.2026] Der Landkreis Enz setzt auf den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie auf Beratung und Beteiligung. Dafür wurde er von der AEE zur Energie-Kommune des Monats gekürt. mehr...

Klimaaktive Kommune: Aufruf zur Teilnahme an Wettbewerb

[09.01.2026] Das Deutsche Institut für Urbanistik ruft Kommunen zur Teilnahme am Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026 auf. Ausgezeichnet werden erfolgreich umgesetzte Klimaschutzprojekte, die mit jeweils 40.000 Euro Preisgeld gefördert werden. mehr...

Sächsische Energieagentur: Energieportal erweitert

[06.01.2026] Das Energieportal Sachsen der Sächsischen Energieagentur wird um mehrere neue Kategorien erweitert. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Bürgern einen noch besseren Überblick über qualifizierte Akteure im Bereich Energie und Klimaschutz zu geben. mehr...

Stadtwerke Rostock: Waldaktie als Goodie

[12.12.2025] Die Stadtwerke Rostock verknüpfen ab 2026 neue Regionaltarife für Strom und Gas mit dem Erwerb der Waldaktie. Damit steigt nach Angaben des Klimaschutzministeriums die Nachfrage nach dem seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreichen Ökowertpapier weiter. mehr...

BDEW/ZSW: Erneuerbare decken 2025 fast 56 Prozent des Stromverbrauchs

[11.12.2025] Erneuerbare Energien lieferten 2025 nach Berechnungen von ZSW und BDEW knapp 56 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Trotz schwachem Windjahr stützte vor allem der starke Photovoltaikzubau das Plus. mehr...

Stuttgart: Energiekommune dank Bildung und Sparen

[09.12.2025] Stuttgart will spätestens 2035 klimaneutral sein. Die Stadt arbeitet seit vielen Jahren an ihrem Energiemanagement und unterstützt auch Bürger beim Energiesparen. Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle. mehr...

AEE: Tool soll Klimaschutz und Energiewende vermitteln

[28.11.2025] Ein neues mehrsprachiges Online-Tool soll Kommunen und Institutionen helfen, Klimaschutz und Energiewende verständlich zu vermitteln. Entwickelt wurde das kostenlose Awareness Toolkit im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts Energiewende Partnerstadt 3.0. mehr...

Difu: Sechs klimaaktive Kommunen ausgezeichnet

[27.11.2025] Sechs Kommunen erhalten im Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2025 jeweils 40.000 Euro für besonders gelungene Klimaschutzprojekte. Ziel des vom Deutschen Institut für Urbanistik ausgelobten Wettbewerbs ist es, wirksame lokale Maßnahmen sichtbar zu machen und Nachahmer zu finden. mehr...

Osnabrück: Erster Klima-Abend

[25.11.2025] In Osnabrück haben vergangene Woche rund 200 Gäste beim ersten Klima-Abend der Stadt über Wege zur Klimaneutralität 2040 diskutiert. Die Veranstaltung bot laut Stadt Einblicke in zentrale Handlungsfelder und viel Raum für direkten Austausch. mehr...

Difu: Auszeichnung von klimaaktiven Kommunen

[24.11.2025] Auf der Kommunalen Klimakonferenz in Berlin werden diese Woche am 25. November die sechs Preisträger des Bundeswettbewerbs „Klimaaktive Kommune 2025“ vorgestellt. Jede ausgezeichnete Kommune erhält 40.000 Euro, insgesamt stehen 240.000 Euro bereit. mehr...