LübeckMaßnahmenpaket zum Ausbau von Solarenergie

Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket will die Hansestadt Lübeck den Ausbau der Solarenergie systematisch vorantreiben.
(Bildquelle: HL)
Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket will die Hansestadt Lübeck den Ausbau der Solarenergie systematisch vorantreiben. Wie die Stadt mitteilt, hat sie im Rahmen des Masterplans Klimaschutz einen verbindlichen Orientierungsrahmen für großflächige Photovoltaikanlagen auf Freiflächen verabschiedet und strebt insgesamt eine jährliche Solarstromproduktion von 800 Gigawattstunden bis 2040 an – je zur Hälfte auf Dach- und Freiflächen verteilt.
Die Basis für dieses Ziel liefert eine Potenzialanalyse der Firma Geoplex aus dem Jahr 2023. Sie attestiert den Lübecker Dachflächen ein theoretisches Gesamtpotenzial von 785 Gigawattstunden (GWh). Unter Berücksichtigung baulicher, rechtlicher und wirtschaftlicher Einschränkungen hat die Stadt daraus ein realistisches Ausbauziel von 400 GWh abgeleitet. Ein ähnlicher Anteil soll durch Freiflächenanlagen beigesteuert werden.
Für deren Realisierung wurden rund 538 Hektar untersucht und nach ökologischen und planungsrechtlichen Kriterien in vier Eignungskategorien eingeteilt. Etwa 400 Hektar gelten als unmittelbar geeignet. Besonders berücksichtigt wurden dabei Flächen entlang von Autobahnen und Bahntrassen, die dank bundesrechtlicher Privilegierung mit einfachen Bauanträgen genutzt werden können. Ziel ist es, Verfahren zu beschleunigen und Investitionssicherheit zu schaffen. Sensible Naturräume, etwa zusammenhängende Biotope oder Gewässerniederungen, sollen konsequent ausgespart bleiben.
„Mit klaren Zielen, abgestimmten Verfahren und konkreten Flächen zeigen wir, wie Klimaschutz in der Praxis funktioniert“, sagte Lübecks Umweltsenator Ludger Hinsen. Auch Bausenatorin Joanna Hagen betonte den verlässlichen Rahmen, den die Stadt durch die Potenzialflächenkartierung biete. Die enge Abstimmung mit Fachbehörden soll Konflikte bereits vor Beginn der eigentlichen Genehmigungsverfahren minimieren.
Auf Dachflächen sollen sowohl private Hauseigentümerinnen und -eigentümer als auch gewerbliche Immobilienbesitzer zur Errichtung von Solaranlagen motiviert werden. Dabei kommen regulatorische Maßnahmen wie das Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) zum Tragen, das beim Neubau sowie bei umfassender Sanierung von Nichtwohngebäuden Solaranlagen vorschreibt. Ergänzt wird dies durch Informationsangebote und Pilotprojekte – unter anderem mit der Technischen Hochschule Lübeck, die Unternehmen bei der Planung berät. Zudem bietet das Solarpotenzialkataster eine erste Einschätzung für Interessierte.
Die im Solarkonzept enthaltenen Maßnahmen werden künftig in die kommunale Wärmeplanung und den Netzausbauplan von TraveNetz eingebunden. Damit soll Lübeck seinem Ziel, klimaneutral zu werden, deutlich näherkommen.
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