Samstag, 13. Juni 2026

NetzWerkStadtNetzinformationssystem für vier Stadtwerke

[17.11.2020] Die Energiekooperation NetzWerkStadt führt bei vier Stadtwerken das Netzinformationssystem GEONIS ein. Das hat einen umfassenden Systemwechsel bei dem Energieversorgerverbund in der Region Bodensee-Oberschwaben zur Folge.

Das Stadtwerk am See in Friedrichshafen, das Regionalwerk Bodensee in Tettnang sowie die Stadtwerke Bad Saulgau und Mengen in Baden-Württemberg treiben die Erneuerung ihres Netzinformationssystems voran. In der ersten Jahreshälfte 2019 hatten die vier Versorger, die zusammen den Energieversorgerverbund NetzWerkStadt bilden (wir berichteten), eine umfangreiche Marktanalyse durchgeführt und schließlich eine Ausschreibung veröffentlicht. Mit dem Zuschlag an die Firmen Geocom Informatik und imp ist nun das Einführungsprojekt gestartet, informiert die Energiekooperation. Ziel sei die Etablierung aller Planungs-, Dokumentations-, Auskunfts- und Betriebsfunktionen sowie Workflows auf Basis der GIS-Plattform Esri ArcGIS und des Netzinformationssystems GEONIS. Dem gehe die Migration der Geodaten aus dem bislang genutzten System sisNET auf Basis von Bentley MicroStation voraus.

Enge Zusammenarbeit

Was können moderne geografische Netzinformationssysteme leisten und welche Anforderungen müssen zwingend erfüllt werden, um die Herausforderungen im eigenen Haus adäquat zu lösen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich 2018 und 2019 die NetzWerkStadt laut eigener Angabe in einer umfassenden Anforderungsanalyse, Markterkundung und Ausschreibung, die in enger Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Beratungsunternehmen TK Geoinformatik durchgeführt wurden.
Als Gemeinschaftsunternehmen erbringe die NetzWerkStadt unter anderem IT-Dienstleistungen – für die eigenen Gesellschafter ebenso wie für andere Versorger. Die Anforderungen hinsichtlich der Nutzungsbreite, Performance und Anwendungstiefe seien folglich hoch und entsprechend die Ausschreibung anspruchsvoll gewesen. „Eine fundierte Prozess- und Anforderungsanalyse sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Systemauswahl“, sagt Thomas Krüger von TK Geoinformatik. Das Altsystem wird nun durch die flexible und offene Lösung GEONIS abgelöst. „Überzeugt hat uns die einheitliche und offene Datenverwaltung. Wir möchten die Datenanalysen ausbauen, umfangreiche Web-Anwendung aufbauen und dabei die Mandantenfähigkeit und Performance des Systems sicherstellen“, erklärt Christoph Stiens, Geschäftsführer der NetzWerkStadt, die Entscheidung für GEONIS. „Für mich war ausschlaggebend, dass auch Nichtprogrammierer die Lösung anpassen können. Außerdem war die Abbildung der Breitband-Anforderungen und die standardisierte Bereitstellung von Services und OGC-konformen Diensten für uns ein wichtiges Kriterium.“

Zukunftsweisendes System

Mit der Einführung von GEONIS für die Sparten Strom, Erdgas, Wasser, Fernwärme, Abwasser und Telekommunikation etabliert die NetzWerkStadt ein zukunftsweisendes System, teilt der Energieversorgerverbund mit. Zusätzlich könnten die bisherigen Dienstleistungen im Bereich Kommune, beispielsweise Flächennutzungs- und Bebauungspläne, problemlos fortgeführt werden. Es erfülle im Hinblick auf Offenheit und Flexibilität bei gleichzeitiger Abbildung der branchenüblichen Normen bereits mit dem Standardprodukt die Anforderungen eines modernen IT-Betriebs. Gleichzeitig würden alle von der NetzWerkStadt geforderten fachlichen Anforderungen abgedeckt.
Auf Basis der ArcGIS-Technologie von Esri stelle Geocom Informatik über das GEONIS Framework der NetzWerkStadt ein durchgängiges und medienbruchfreies Informationssystem für Desktop, Server/Web sowie mobile Lösungen bereit. Getreu dem generischen Lösungsansatz „Konfigurieren statt Programmieren“ passe sich GEONIS individuell den gestellten Nutzeranforderungen an. Auch für zukünftige Fragestellungen sehen sich die NetzWerkStadt und ihre Gesellschafter gut aufgestellt: „Wir setzen in das System die Hoffnung, ein zukunftsfähiges und investitionssicheres System einzuführen und dabei große Akzeptanz und Synergien durch den großen Verbreitungsgrad bei Energieversorgern zu erzielen“, sagt Projektleiter Manuel Reinhardt, Leiter Netzdokumentation beim Stadtwerk am See.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

Juwi: Abbau von 280 Stellen

[11.06.2026] Juwi richtet sein Geschäft neu aus und baut in Deutschland 280 Stellen ab. Der Projektentwickler reagiert damit auf den wachsenden Druck im Markt für erneuerbare Energien und will zugleich auf neue Wachstumsfelder setzen. mehr...

Stadtwerke Heidelberg: Beteiligung an rku․it

[10.06.2026] Die Stadtwerke Heidelberg beteiligen sich an dem Unternehmen rku․it und erweitern damit den Gesellschafterkreis des IT- und Infrastrukturdienstleisters für die Energie- und Versorgungswirtschaft. mehr...

2G Energy: Großauftrag für Rechenzentren

[28.05.2026] 2G Energy hat einen Auftrag für die Energieversorgung eines Rechenzentrums in Nordamerika erhalten. Das Unternehmen führt derzeit weitere Gespräche mit Kunden aus dem Bereich Data Center. mehr...

swb-Gruppe: Geopolitische Lage wirkt sich aus

[11.05.2026] Der Energiedienstleister swb hat nach eigenen Angaben das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren operativen Ergebnis abgeschlossen. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen die Investitionen in Netze und Energieanlagen deutlich. mehr...

Energieversorger Gasag unterstützt mit dem Verwaltungsbezirk Lichtenberg die energetische Sanierung von Wohngebäuden in einem Berliner Stadtquartier.

GASAG: Höhere Investitionen für die Energiewende

[11.05.2026] Die GASAG-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Jahresüberschuss fast verdoppelt und ihre Investitionen in klimafreundliche Infrastruktur deutlich erhöht. Der Schwerpunkt lag auf Wärmenetzen, erneuerbaren Energien und Netzinfrastruktur in Berlin und Brandenburg. mehr...

Wilken: GY erhält ISO-Zertifizierung

[11.05.2026] Die Wilken Software Group hat die ISO-27001-Zertifizierung ihres Informationssicherheitsmanagementsystems auf die cloud-native Plattform GY ausgeweitet. Damit reagiert das Unternehmen auf steigende Sicherheitsanforderungen an SaaS-Lösungen in Kritischen Infrastrukturen und schließt weitere Anwendungen in den zertifizierten Bereich ein. mehr...

EnBW: Hohe Investitionen geplant

[07.05.2026] Der Energieversorger EnBW hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 7,6 Milliarden Euro in den Umbau des Energiesystems investiert. Der Anteil erneuerbarer Energien an der installierten Leistung stieg auf 66 Prozent. Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro. mehr...

Beteiligung: enercity und Thüga trennen sich

[06.05.2026] Die Energieunternehmen enercity und Thüga wollen ihre gegenseitigen Beteiligungen auflösen. Ziel ist nach eigenen Angaben eine klarere strategische Ausrichtung und mehr finanzieller Spielraum. mehr...

Steag Iqony Group: Neues Führungsteam angetreten

[05.05.2026] Der Energiekonzern Steag Iqony hat seine Unternehmensspitze neu besetzt. Seit Anfang Mai stehen ein neuer Vorstandschef und eine neue Personalchefin an der Spitze. Der Wechsel soll die weitere Entwicklung des Unternehmens begleiten. mehr...

Mainova: Operatives Geschäft verbessert

[04.05.2026] Mainova hat 2025 sein Ergebnis deutlich verbessert und kündigt weitere Investitionen an. Vor allem das operative Geschäft entwickelte sich besser als im Vorjahr. Für 2026 erwartet das Unternehmen jedoch ein schwächeres Ergebnis. mehr...

kraftwerk: Neue App für den Kundenkontakt veröffentlicht

[29.04.2026] Die kraftwerk Software Gruppe ergänzt ihre Portallösungen für Versorger um die mobile App-Plattform kraftwerk.One. Die neue Kooperation mit endios soll Energie- und Wasserunternehmen eine durchgängige digitale Kundenschnittstelle vom Abrechnungssystem bis zum Smartphone liefern. mehr...

Quadra energy: Migration in KISTERScloud

[28.04.2026] Quadra energy hat sein Energie- und Portfoliomanagement in wenigen Stunden aus einer On-Premise-Umgebung in die KISTERScloud verlagert. Der Umstieg soll bei laufendem Betrieb mehr Performance, höhere Stabilität und Spielraum für den weiteren Ausbau der Handels- und Marktkommunikationsprozesse schaffen. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Gründung vor 35 Jahren

[23.04.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck bestehen seit 35 Jahren. Nach Angaben des Unternehmens entwickelte sich der kommunale Versorger seit der Gründung 1991 von einem kleinen Betrieb zu einem regionalen Anbieter für Strom, Gas und Fernwärme. Heute setzt das Unternehmen verstärkt auf Projekte zur Energiewende. mehr...

Stadtwerke München: Insgesamt ein gutes Jahr

[20.04.2026] Im Geschäftsjahr 2025 haben die Stadtwerke München über eine Milliarde Euro investiert. Das operative Ergebnis lag unter dem Vorjahr, blieb aber im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig überwies der Konzern erneut 100 Millionen Euro an die Stadt München. mehr...

Region Rhein-Eifel: Genossenschaft für Wärmewende

[17.04.2026] Zwölf Kommunen aus drei Kreisen haben gemeinsam mit dem Energieunternehmen e-regio die Genossenschaft Energiewende RheinEifel gegründet. Nach Angaben der Beteiligten soll sie Projekte zur Energie- und Wärmewende regional koordinieren. mehr...