Donnerstag, 5. Februar 2026

Rheinland-PfalzNeue Aufgaben für Energieagentur

[03.11.2025] Die rheinland-pfälzische Energieagentur trägt jetzt den Zusatz „Klimaschutz” im Namen. Sie firmiert nun unter Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz. Mit der Namensänderung gehen neue Aufgaben einher: Die Agentur soll Kommunen noch stärker bei Klimaschutzprojekten, Wärmeplanung und Förderberatung unterstützen.
Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder steht im Freien vor ihrem Ministerium in Mainz. Sie trägt einen dunkelblauen Blazer und ein weißes T-Shirt mit Blumenmotiv. Im Hintergrund sind Bäume, ein Platz und Verwaltungsgebäude zu sehen.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder sagt: „Es ist konsequent, dass die Energieagentur zur Energie- und Klimaschutzagentur wird.“

(Bildquelle: MKUEM/Christof Mattes)

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hat ihren Aufgabenbereich erweitert und firmiert nun als Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz. Das teilte das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Mainz mit. Ziel der Umbenennung sei es, die gestiegene Bedeutung des Klimaschutzes in der Arbeit der Agentur sichtbar zu machen. Umweltministerin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete die Einrichtung als „wichtigen Partner der Kommunen im Klimaschutz“. In den dreizehn Jahren ihres Bestehens habe sie sich zu einem verlässlichen Ansprechpartner entwickelt. „Da ist es konsequent, dass die Energieagentur zur Energie- und Klimaschutzagentur wird“, so Eder.

Beratung und Unterstützung für Kommunen

Die Agentur berät Kommunen bei der Umsetzung des Kommunalen Klimapakts (KKP), beim Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI) sowie bei der Kommunalen Wärmeplanung (KWP). Sie unterstützt beim Aufbau regionaler Netzwerke und beim Zugang zu Fördermitteln. Auch die Beratung zu Energieeffizienz, Sanierung, Bauleitplanung und nachhaltiger Mobilität gehört zu ihren Aufgaben. Nach Angaben des Ministeriums hilft die Agentur außerdem beim Klimaschutzmonitoring – also der Überprüfung, wie weit das Land beim Klimaschutz vorangekommen ist. Instrumente dafür sind das Klimaschutz-Dashboard und der Energieatlas Rheinland-Pfalz.

160 Millionen Euro für die Klimaoffensive

Seit Beginn der kommunalen Klimaoffensive Ende 2022 hat die Agentur laut Ministerium über 1.000 Beratungsgespräche im Kommunalen Klimapakt und rund 3.830 Beratungsprozesse im KIPKI-Programm geführt. Rund 500 der 958 bewilligten KIPKI-Projekte seien bereits umgesetzt oder in Arbeit. Das Land habe dafür über 160 Millionen Euro bereitgestellt. Derzeit betreut die Agentur 148 Kommunen im Klimapakt und begleitet die Umsetzung von 161 Projekten.

Auch bei der seit Januar 2024 verpflichtenden Kommunalen Wärmeplanung habe die Agentur vorausschauend gehandelt. Schon vor Inkrafttreten des Gesetzes habe sie Kommunen über Fördermöglichkeiten informiert und bei Anträgen geholfen. So hätten sich mehr als 100 Kommunen noch vor dem Gesetzeserlass Fördergelder sichern können. Von den 18 Kommunen, die ihre Wärmeplanung bereits abgeschlossen haben, seien 16 von der Agentur beraten worden.

Wirtschaftliche Impulse durch Klimaschutz

Die Förderberatung spielt eine zentrale Rolle: In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe die Agentur gemeinsam mit Kommunen rund 67 Millionen Euro an Fördermitteln eingeworben. Das habe Investitionen von fast 146 Millionen Euro ausgelöst. Nach Angaben des Ministeriums zeige das, dass Klimaschutz wirtschaftliche Impulse setzt und Arbeitsplätze schafft. Agentur-Geschäftsführer Tobias Büttner betonte, Kommunen seien „zentrale Akteure im Klimaschutz“. Ein Schlüssel zum Erfolg sei die „intensive und umfassende Beratung der Kommunen sowie die Begleitung kommunaler Projekte von der Planung bis zur Umsetzung“.

Lob von kommunalen Verbänden

Auch Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände lobten die Arbeit der Agentur. Lisa Diener vom Städtetag Rheinland-Pfalz sagte: „Die Energie- und Klimaschutzagentur arbeitet eng mit den Städten zusammen und versteht deren Herausforderungen.“ Andreas Göbel vom Landkreistag ergänzte, die Agentur sei „eine wertvolle Schnittstelle zwischen Land, Kommunen und Praxis“. Nach Einschätzung von Moritz Petry vom Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz sei die Unterstützung bei der Wärmeplanung besonders hilfreich gewesen. Die Energieagentur wurde im Juli 2012 gegründet und hat ihren Sitz in Kaiserslautern. Neben der Zentrale betreibt sie acht Regionalbüros, um eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen sicherzustellen.





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