Samstag, 9. Mai 2026

TrianelNeue Marktstudie zu grüner Flexibilität

[10.06.2025] Grüne Flexibilität gilt als Schlüssel für die erfolgreiche Energiewende, wird bislang aber kaum genutzt. Eine neue Marktstudie von Trianel und Arthur D. Little zeigt: Energiewirtschaft und Politik müssen dringend handeln.

Die Stadtwerke-Kooperation Trianel hat jetzt in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Arthur D. Little die Marktstudie „Zukunftsmarkt Grüne Flexibilität“ veröffentlicht.

v.l.: Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH; Olaf Geyer, Partner und Head of Energy, Utilities and Ressources Practice Central Europe bei Arthur D. Little

(Bildquelle: Trianel)

Grüne Flexibilität stellt ein Mittel dar, um die Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktstudie „Zukunftsmarkt Grüne Flexibilität“, die von der Stadtwerke-Kooperation Trianel in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Arthur D. Little veröffentlicht wurde. Wie Trianel mitteilt, untersucht die Studie systematisch und branchenübergreifend, welche wirtschaftlichen und technischen Potenziale Flexibilitätsoptionen wie Speicher, Kraft-Wärme-Kopplung und Demand-Side-Management bieten.

Zentrale Erkenntnis: 80 Prozent der befragten Unternehmen aus der Energieversorgung sehen in Flexibilität ein unerschlossenes ökonomisches Potenzial. Ein Drittel stuft sie bereits heute als wichtigsten Werttreiber ein. Dabei werde Flexibilität nicht nur als Antwort auf die zunehmende Volatilität im Energiemarkt verstanden, sondern als Steuerungsinstrument im künftigen Energiesystem.

„In einem Energiesystem, das von zunehmender volatiler Einspeisung und abnehmender gesicherter Leistung geprägt ist, wird das Erschließen und Nutzen von Flexibilität zum Game Changer“, betont Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung von Trianel. Stadtwerke könnten sich laut Becker künftig als „Flexibilitätsmanager“ positionieren und so eine aktive Rolle in der Transformation der Energiewirtschaft übernehmen.

Gleichzeitig zeigt die Studie einen deutlichen Umsetzungsrückstand: Rund 40 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich bislang nur theoretisch mit dem Thema und haben noch keine Pilotprojekte initiiert. Zu den größten Hemmnissen zählen laut den Studienautoren mangelnde Skalierbarkeit sowie fehlende marktwirtschaftliche Anreize.

Olaf Geyer, Partner bei Arthur D. Little, nennt vier zentrale Bereiche, in denen Flexibilität eine Schlüsselrolle spielt: Energiehandel, Netzbetrieb, Endkundengeschäft und das übergreifende Energiesystem. Treiber des steigenden Flexibilitätsbedarfs seien neben der Preis- und Mengenvolatilität vor allem infrastrukturelle Engpässe und die wachsende Entkopplung von Angebot und Nachfrage.

Als besonders aussichtsreich bewerten die Befragten den Einsatz von Batteriespeichern, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Flexibilisierung beitragen können. Um das Potenzial grüner Flexibilität zu erschließen, formuliert die Studie fünf konkrete Handlungsempfehlungen, darunter die Verankerung in der Unternehmensstrategie, der gezielte Kompetenzaufbau sowie die Entwicklung marktfähiger Multimarkt-Strategien.

„Grüne Flexibilität ist ein Zukunftsfeld mit enormem Potenzial“, resümiert Sven Becker. „Doch erst skalierbare Ansätze und verlässliche Rahmenbedingungen werden dafür sorgen, dass aus Ideen marktreife Projekte werden.“





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