LüneburgNur noch Erneuerbare

Wurde im September 2020 als Energiekommune des Monats ausgezeichnet: Lüneburg.
(Bildquelle: Lüneburg Marketing GmbH / Mathias Schneider)
Ein Zusammenschluss aus Landkreis, Stadt und Bürgerschaft schafft in Lüneburg die Grundlage für einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien. Jetzt hat die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) die Stadt für ihr jahrzehntelanges Engagement als Energie-Kommune des Monats September ausgezeichnet. Seit fast 30 Jahren engagiere sich die niedersächsische Mittelstadt in Klimainitiativen wie der Alianza del clima und unternehme kommunale Anstrengungen, um das Thema Nachhaltigkeit in der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft zum festen Bestandteil der kommunalen Identität zu machen, teilt die AEE mit.
Heute versorge sich der Landkreis zu 48 Prozent mit nachhaltiger Energie und Wärme. Stadt und Landkreis wollen aber noch mehr erreichen. Als 100 Prozent Erneuerbare-Energien-Region strebe der Landkreis bis 2030 eine autarke Wärme- und Stromversorgung durch erneuerbare Energien an. „Lüneburg steckt sich ein ambitioniertes Ziel. Die Wissenschaft macht deutlich, dass es möglich ist. Damit die Region erfolgreich ist, müssen der Landkreis und die Stadt miteinander sowie den Bürger kooperieren, um den Ausbau der Erneuerbaren voranzutreiben und die Akzeptanz zu sichern. Dass dies gelingen kann, hat die Region in den letzten Jahrzehnten gezeigt“, resümiert Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE.
Klimaleitstelle koordiniert
Die Klimaleitstelle (KSL) hilft seit 2008 auch den Kommunen des Landkreises, ihre Energie- und Klimapolitik aufeinander abzustimmen, berichtet die AEE weiter. Sie fungiere als Schnittstelle zwischen den Kommunen, privaten Akteuren und den Bürgern. Hier laufen Projekte, wie Umweltprogramme für Unternehmer bis hin zu Aktionen in Schulen zusammen. Gleichzeitig baue die Leitstelle Netzwerke für bürgerschaftliche Initiativen auf. Die Stadt selbst ist in bundesweiten Netzwerken engagiert, etwa dem Netzwerk „Dialog Nachhaltige Stadt“. Für ihre Anstrengungen unter anderem im kommunalen Nachhaltigkeitsmanagement erhielt die Kommune schon im Jahr 2014 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte.
Nachhaltigkeit als kommunales Kulturgut soll auch in den nächsten Jahren das Erfolgsrezept in und um Lüneburg sein. 2020 sei die Hansestadt mit dem Projekt „Zukunftsstadt 2030″ in die dritte und für die Praxis entscheidende Phase gestartet. Lüneburg ist dabei eine von bundesweit acht Zukunftsstädten, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden, die nachhaltige Stadtentwicklung soll mit 15 konkreten Ansätzen und Projekten vorangebracht werden. 1,5 Millionen Euro Fördergeld stehen im Projektzeitraum für die Umsetzung zur Verfügung.
Schon 112 Prozent erneuerbarer Strom
Wie der jährliche Bericht der KSL zum Stand der Energiewende zeigt, wurden im Jahr 2018 im Landkreis Lüneburg 776 Gigawattstunden erneuerbarer Strom produziert. Das entspreche 112 Prozent des Verbrauchs. Mit 74 Prozent stelle die Windenergie im Landkreis den größten Anteil des erneuerbaren Stroms, aber auch die Biomasseproduktion sei mit 217 GWh jährlich eine wichtige Energiequelle: Seit 1962 produziere die Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) Strom aus Biogas. Heute versorge sich die AGL vollständig autonom mit erneuerbarem Strom und Wärme. Potenziale beim Ausbau privater Photovoltaik-Dachanlagen sollen das Bundesland, der Landkreis und die Stadt gemeinsam durch Programme wie den SolarCheck stemmen. Allein 2019 wurden 240 Beratungen durchgeführt. Besonders bemerkenswert sei hier der Beratungserfolg: So haben 40 Prozent der Beratenen ein Jahr später ein eigenes PV-Projekt umgesetzt oder gestartet.
Energieeffiziente kommunale Liegenschaften
Im Bereich der nachhaltigen Wärmeversorgung hat der Landkreis begonnen, Potenziale von über 3.500 GWh der oberflächennahen und Tiefengeothermie zu erschließen. Um den Ausbau auch mit Einsparungen im Bereich Wärme zu komplementieren, verfügt der Fachbereich Gebäudewirtschaft seit 2013 über eine dezidierte Sachbearbeitung für das Energie-Management. Um Sanierungen möglichst effizient umsetzen zu können, wurde 2016 ein Klimaschutzteilkonzept erstellt. Dieses gibt einen Überblick über den energetischen Sanierungsbedarf kommunaler Liegenschaften. Aktuell wurden 71 der rund 200 Liegenschaften untersucht. Priorisiert werden hier Gebäude mit hohem Energieverbrauch, geringen Denkmalschutzauflagen und generellem Umbaubedarf, um die notwendigen energetischen Sanierungen schnell umsetzen zu können.
Variolytics: Nachhaltigkeitspreis für Messtechnik
[20.10.2026] Das Stuttgarter Unternehmen Variolytics erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte 2027 für ein Messsystem zur Erfassung von Treibhausgasemissionen in Kläranlagen. Die Technologie soll Kommunen dabei unterstützen, insbesondere den Ausstoß von Lachgas zu reduzieren. mehr...
Leipzig: Neues Klimaschutzprogramm vorgelegt
[19.10.2026] Die Stadt Leipzig hat ein Umsetzungsprogramm mit 82 Maßnahmen für den Klimaschutz in den Jahren 2027 und 2028 vorgelegt. Schwerpunkte sind die energetische Sanierung, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Umstellung der Wärmeversorgung. mehr...
Energiekommune: Hermeskeil plant Ausbau der Nahwärme
[16.10.2026] Die Verbandsgemeinde Hermeskeil erzeugt mithilfe von Wind- und Sonnenenergie dreimal so viel erneuerbaren Strom, wie sie selbst benötigt. Nun sollen weitere Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. Für ihr Engagement wurde die Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien als Energie-Kommune des Monats Oktober 2026 ausgezeichnet. mehr...
Sachsen: Kommunen erhalten Geld aus Wind- und Solarparks
[07.10.2026] Mindestens 390.000 Euro fließen jährlich aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen an sächsische Kommunen. Grundlage sind Vereinbarungen nach Paragraf 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, wie eine Umfrage der Sächsischen Energieagentur zeigt. mehr...
ZSW/BDEW: Erneuerbare decken gut 60 Prozent des Stromverbrauchs
[05.10.2026] Erneuerbare Energien haben in den ersten drei Quartalen 2026 rund 61 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Vor allem Wind- und Solarstrom legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zu. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Kom.EMS steht kostenfrei zur Verfügung
[25.09.2026] Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern können das Energiemanagement-System Kom.EMS ab sofort kostenfrei nutzen. Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise bei der Einführung und Anwendung. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Treibhausgasemissionen sinken um vier Prozent
[18.09.2026] Die Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen sind 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent zurückgegangen. Nach vorläufigen Zahlen wurden 171,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Seit 1990 haben sich die Emissionen damit mehr als halbiert. mehr...
European Energy Award: Fünf NRW-Kommunen für Klimaschutz ausgezeichnet
[16.09.2026] Dülmen, Minden, Wuppertal, Greven und Warendorf sind mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden unter anderem Projekte in den Bereichen Wärmeversorgung, Photovoltaik, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität. mehr...
Leipzig: Flächenkonzept für erneuerbare Energien vorgelegt
[08.09.2026] Leipzig hat ein Flächenkonzept für erneuerbare Energien erarbeitet. Rund zwei Prozent des Stadtgebiets kommen demnach potenziell für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen infrage. Eine wichtige Rolle sollen Photovoltaikanlagen auf Dächern spielen. mehr...
Stadtwerke Osnabrück: Nachhaltigkeitsbericht erstellt
[07.09.2026] Die Stadtwerke Osnabrück haben ihren ersten konzernweiten Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD-Logik digital erstellt. Eine PowerApp und ein Power-BI-Dashboard bündeln dafür Nachhaltigkeits- und Emissionsdaten und sollen die Transformation steuerbar machen. mehr...
Nachhaltige Wirtschaftsflächen: Vom Standort zur passenden Strategie
[02.09.2026] Eine Typologie mit sechs Kategorien zeigt, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu Gewerbe- und Industriegebieten passen. Die Systematik soll Kommunen helfen, Flächennutzung, Klimaanpassung, Energie und Mobilität schon früh standortgerecht zu planen. mehr...
Braunschweig: Projekt als Klima-Leuchtturm ausgezeichnet
[31.08.2026] Braunschweig erhält für das Beteiligungsprojekt COABS erneut den Preis „Klima-Leuchtturm“. Das Projekt entwickelte mit Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft konkrete Bausteine für die kommunale Klimaanpassung. mehr...
Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: Elf Kommunen erhalten Auszeichnung
[27.08.2026] Elf Kommunen sind beim Wettbewerb „Klima kommunal“ 2026 für Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung ausgezeichnet worden. Darunter finden sich auch Vorhaben mit Bezug zu Energieversorgung, Wärme und kommunalen Liegenschaften. mehr...
Stuttgart: Klimaziele nicht erreichbar
[17.08.2026] Stuttgart hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 deutlich reduziert. Für das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, reicht das bisherige Tempo jedoch nicht aus. Das geht aus dem neuen Bericht zur Gesamtstädtischen Klimastrategie hervor. Besonders kritisch bewertet die Stadt die Entwicklung im Wärmesektor. mehr...
Energie-Kommune: Tangerhütte setzt auf Erneuerbaren-Mix
[11.08.2026] In Tangerhütte sind bereits Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien mit einer Leistung von rund 261 Megawatt installiert. Es sind weitere Wind- und Solarprojekte geplant. Zugleich arbeitet die Stadt an einer nachhaltigen Wärmeversorgung und setzt auf einen großen neuen Batteriespeicher. mehr...
















