Montag, 27. April 2026

Stadtwerke TübingenÖkostrom aus förderfreiem Solarpark

[21.01.2021] Den neu erbauten Solarpark „Metzdorf II“ in Brandenburg hat die juwi-Gruppe nun an seinen künftigen Betreiber, die Stadtwerke Tübingen, übergeben. Das Besondere: der Solarpark kommt ohne EEG-Förderung aus.
Der von der juwi-Gruppe außerhalb der EEG-Förderung geplante und gebaute Solarpark Metzdorf II in Brandenburg liefert nun Ökostrom für Tübingen.

Der von der juwi-Gruppe außerhalb der EEG-Förderung geplante und gebaute Solarpark Metzdorf II in Brandenburg liefert nun Ökostrom für Tübingen.

(Bildquelle: juwi-Gruppe)

Im brandenburgischen Metzdorf, rund 50 Kilometer nordwestlich von Frankfurt an der Oder, hat die juwi-Gruppe einen 7,8-Megawatt-Solarpark errichtet und diesen nun an den künftigen Betreiber, die Stadtwerke Tübingen (swt) erfolgreich übergeben. Das Besondere an dem Projekt ist laut einem Bericht der juwi-Gruppe, dass der Solarpark im Landkreis Märkisch-Oderland ohne Förderung auskommt. Planung, Bau und Vermarktung würden komplett außerhalb des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) laufen. Das Projekt sei damit ein weiterer Beleg für die zunehmende Marktreife regenerativer Energien in Deutschland.
„Mit dem Projekt Metzdorf II betreten wir Neuland in Deutschland“, sagt Björn Broda, Leiter des Geschäftsbereichs Erneuerbare Energien Deutschland (EED) bei juwi. „Juwi vermarktet das Projekt ohne EEG-Vergütung und ohne Stromabnahmevertrag (Power-Purchase-Agreement, PPA). Unser Partner, die Stadtwerke Tübingen, sind Käufer des Solarparks und stellen gleichzeitig selbst den PPA für die Projektgesellschaft. Wir erwarten, dass solche Modelle mit Stadtwerken und Energieversorgern, die den erzeugten Strom dann im eigenen Portfolio vermarkten, auch bei PV-Anlagen dieser Größe in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Dabei ist es eine Frage des Portfolio-Managements und der Finanzierung, ob der Betreiber dies mit oder ohne PPA strukturiert.“

Wichtiger Baustein

Baustart des Projektes war im November 2020, die Inbetriebnahme ist im Februar geplant, informiert die juwi-Gruppe. Für die Stadtwerke Tübingen sei der Kauf des Solarparks ein wichtiger Baustein in ihrem Ökostromportfolio. Bis 2024 wolle das Unternehmen 75 Prozent des gesamten Tübinger Strombedarfs mit Ökostrom aus eigenen Anlagen decken. Derzeit würden rund 64,7 Prozent zu Buche stehen, wovon der neue Solarpark „Metzdorf II“ 3,3 Prozent Zuwachs bringen wird. Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, erklärt: „Inzwischen haben die Stadtwerke Tübingen im Bereich Photovoltaik mehr Gesamtleistung im Portfolio als bei der Windkraft, auch wenn diese immer noch den größten Stromertrag bei den Erneuerbaren bringt. Insbesondere durch unsere jüngsten Zukäufe haben wir die Sonnenkraft stark ausgebaut, während die Windkraft seit einiger Zeit eine echte Ausbauflaute erlebt. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig die Sonnenenergie für die Energiewende ist und dass sie auch in den kommenden Jahren im Hinblick auf die Tübinger Klimaziele für 2030 eine tragende Rolle haben wird. Dank langjähriger Partner wie juwi können wir mit neuen Solarparks entscheidende Schritte auf unserem Ausbaupfad machen.“

Langjährige Partnerschaft

Mit juwi verbinden die swt eine langjährige Projektpartnerschaft. „Metzdorf II“ ist allerdings die erste Solarpark-Übernahme nach drei Windparks, die juwi für die swt und die KommunalPartner – einem Zusammenschluss von sechs baden-württembergischen kommunalen Stadtwerken – entwickelt und errichtet hat. Wie die juwi-Gruppe mitteilt, liegt der Solarpark Metzdorf II im Brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland auf einer 8,7 Hektar großen Ackerfläche und hat eine Leistung von 7,8 Megawatt. In direkter Nachbarschaft zu der jetzigen Anlage habe juwi bereits 2011 einen Solarpark errichtet – diesen allerdings noch innerhalb der EEG-Vergütung. „Projekte wie Metzdorf II ermöglichen den dringend notwendigen Zubau neuer PV-Kapazität, da sie auf Flächen auch außerhalb der Flächenkulisse des EEG realisiert werden können“, betont Björn Broda. „Für das Erreichen der Klimaziele und den Aufbau kostengünstiger regenerativer Erzeugungskapazitäten sind aber weitere Flächenausweisungen für EEG-Solarprojekte sowie die Erhöhung der PV-Ausschreibungsmengen dringend geboten.“





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