Solar ClusterPV-Ausbau im Rückstand
Beim Zubau kleiner gewerblicher Dachanlagen gab es im Jahr 2015 große Einbrüche.
(Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de)
Der Photovoltaikausbau im Jahr 2015 hat nicht die nationalen Zielvorgaben erreicht. So gab es vor allem bei den kleineren gewerblichen Dachanlagen im Leistungsbereich zwischen 10 bis 100 Kilowatt große Einbrüche; die Installationen in dieser Leistungsklasse sollen sich im Vergleich zum Vorjahr sogar halbiert haben. Das Solar Cluster Baden-Württemberg fordert deshalb einen dringenden Kurswechsel. Wie dasselbe mitteilt, habe die neu installierte Leistung laut der Bundesnetzagentur 2015 lediglich bei 1,5 Gigawatt (GW) gelegen. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei hingegen ein jährlicher Ausbaukorridor von 2,4 bis 2,6 GW verankert. Demzufolge wurden im vergangenen Jahr nur 60 Prozent des vorgesehenen Ausbaus erreicht. Außerdem gibt es laut der Branchenvereinigung erste Anzeichen dafür, dass sich der Negativtrend fortsetzen wird. So deuten Prognosen darauf hin, dass auch im Jahr 2016 lediglich 1,4 GW zugebaut werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 waren es noch rund 7 GW. Carsten Tschamber vom Solar Cluster Baden-Württemberg warnt: „Die Auslandsgeschäfte können den Einbruch auf dem deutschen Markt zum Teil abfedern. Wir brauchen aber einen starken Heimatmarkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Deshalb müssten die politischen Rahmenbedingungen schnellstmöglich angepasst werden. Dazu gehöre es beispielsweise, die finanzielle Belastung des Eigenverbrauchs zu streichen und die Zwischenspeicherung von Strom in Batteriesystemen nicht mit Abgaben zu belasten. Auch müsse die Verordnung zur Freiflächenausschreibung nicht 400 Megawatt, sondern mindestens 800 Megawatt pro Jahr umfassen, um den Ausbaukorridor zu erreichen. Insgesamt hält es der Verband für erforderlich, dass sich die Installationszahlen für Photovoltaik auf einem Niveau von fünf bis sieben Gigawatt einpendeln.
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