Mittwoch, 15. April 2026

Stadtwerke BochumRekordgewinn für 2024

[26.06.2025] Die Stadtwerke Bochum haben im Jahr 2024 nach Steuern einen Gewinn von 244,6 Millionen Euro erzielt. Hauptgrund hierfür ist der Verkauf der Beteiligung am Essener Energieunternehmen Steag. Der Gewinn verschafft dem Versorger Spielraum für Investitionen in Milliardenhöhe in Strom-, Wärme- und Glasfasernetze.

Elke Temme und Frank Thiel sehen die Stadtwerke Bochum stabil aufgestellt.

(Bildquelle: Stadtwerke Bochum)

Die Stadtwerke Bochum melden für ihr 170. Geschäftsjahr das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Laut einer Mitteilung des Unternehmens vom 25. Juni 2025 liegt der Jahresüberschuss bei 244,6 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte zum zweiten Mal über die Marke von einer Milliarde Euro.

„Das außerordentlich positive Ergebnis des Jahres 2024, das maßgeblich durch den Verkauf der Anteile an der Steag geprägt ist, kommt für uns zu einem sehr guten Zeitpunkt. Denn vor uns liegen gewaltige Transformationsaufgaben. Bis zum Jahr 2030 wollen wir rund eine Milliarde Euro in die Energie- und Wärmewende in Bochum investieren. Dafür bringt uns das Ergebnis in eine solide Ausgangslage – mehr allerdings auch nicht“, sagte Geschäftsführer Frank Thiel auf der Bilanzpressekonferenz.

Fernwärmeausbau als Kernprojekt

Bis 2030 sollen etwa 300 Millionen Euro in den Ausbau des Fernwärmenetzes und in erneuerbare Wärmeerzeugung fließen. Geschäftsführerin Elke Temme erklärte, Fernwärme sei „sicher, langlebig und komfortabel” und erfülle die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes. Rund 1.000 Gebäude liegen höchstens 25 Meter von einer Fernwärmeleitung entfernt und könnten laut den Stadtwerken „relativ unkompliziert“ angeschlossen werden. Weitere Gebiete werden durch die laufende kommunale Wärmeplanung bestimmt.

Um den gesetzlich geforderten Anteil von mindestens 30 Prozent erneuerbarer Wärme zu erreichen, plant das Unternehmen den Einsatz einer Großwärmepumpe an der Kläranlage Oelbachtal. Dabei soll gereinigtes Abwasser als Wärmequelle dienen.

Stromnetz wird digitaler

Für das Rückgrat der Energiewende, das Stromnetz, sind bis 2030 Investitionen von 165 Millionen Euro vorgesehen. Das Nieder- und Mittelspannungsnetz in Bochum wird um 200 Kilometer auf rund 4.500 Kilometer erweitert. Etwa 150 neue digitale Ortsnetzstationen sollen den Lastfluss messen und Engpässe sichtbar machen. Außerdem ist ein 20-kV-Netz geplant (kV steht für Kilovolt).

Mehr erneuerbare Leistung

Das Portfolio an erneuerbaren Kraftwerken soll von derzeit 133 Megawatt auf 230 MW steigen. Nach dem ersten eigenen Windpark in Iserlohn beteiligt sich das Unternehmen über Trianel am größten kommunalen Windpark in Sundern.

An 380 öffentlichen Ladepunkten, davon 71 DC-Schnellladepunkte (DC steht für Direct Current bzw. Gleichstrom), wurden 2024 rund 2,3 Millionen Kilowattstunden (kWh) geladen – gut ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Beim Glasfaserausbau meldet die Tochter GlasfaserRuhr über 20.000 neu erschlossene Wohneinheiten im Jahr 2024, bis Ende 2025 sollen 127.000 Haushalte einen Anschluss haben („Homes passed”), was rund 59 Prozent des Stadtgebiets entspricht. Das Ziel eines flächendeckenden Netzes wird voraussichtlich schon Ende 2029 erreicht.





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