Mittwoch, 24. Juni 2026

MünchenStadtwerke bauen Fernkältenetz aus

[12.08.2022] In München soll ab Ende 2023 der Energiestandort Süd der Stadtwerke die Innenstadt mit Fernkälte versorgen. Die Umsetzung übernimmt der Industriedienstleister Bilfinger.
Vom Energiestandort Süd (Bild mit Visualisierung) soll ab 2023 Fernkälte in die Münchner Innenstadt strömen.

Vom Energiestandort Süd (Bild mit Visualisierung) soll ab 2023 Fernkälte in die Münchner Innenstadt strömen.

(Bildquelle: SWM)

Die Stadtwerke München bauen jetzt ihr Fernkältenetz weiter aus. Wie das Energieversorgungsunternehmen mitteilt, soll ab Ende 2023 Kälte vom Energiestandort Süd in München-Sendling durch die Isarvorstadt und Ludwigsvorstadt in die Innenstadt strömen. Die dort vorhandene Wärme aus Geothermie und Kraft-Wärme-Kopplung werde auch zur Fernkälteerzeugung mitgenutzt. Mit der Umsetzung der Arbeiten im Rohrleitungsbau sei der Industriedienstleister Bilfinger beauftragt.
Durch die neue Fernkältezentrale in München sollten künftig mehr gewerbliche Abnehmer wie Hotels, Bürogebäude und Einzelhandelsimmobilien klimatisiert werden – und zwar nachhaltig. Fernkälte funktioniere ähnlich wie Fernwärme: Auch hier werde ein Rohrleitungssystem genutzt, um thermische Energie über Wärmetauscher in die Gebäude zu transportieren. Vom Energiestandort Süd in München-Sendling aus solle Wasser mit Temperaturen von sechs bis zehn Grad Celsius in das Fernkältenetz eingespeist werden. In den angeschlossenen Gebäuden nehme der Wärmetauscher die Energie aus der Gebäudeklimatisierung auf. Das erwärmte Wasser fließe im geschlossenen Kreislauf an den Energiestandort Süd zurück, werde wieder abgekühlt und erneut in den zu kühlenden Gebäuden eingesetzt.

Kein Eingriff in Wasserökologie

Im Vergleich zur Kühlung über dezentrale, konventionelle Hausklimaanlagen spare Fernkälte bis zu 70 Prozent des Stromverbrauchs und reduziere auch die CO2-Emissionen entsprechend. Zudem sei Fernkälte ökologisch und nachhaltig, wenn die natürliche Kälte von Grundwasser oder von Flüssen genutzt werden kann. Das sei in München-Sendling der Fall: Die neu entstehende Kältezentrale nutze unter anderem das kühle Wasser des Isarwerkkanals, um die Fernkälte zu erzeugen. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, gebe es keinen unmittelbaren Eingriff in die Wasserökologie.
Das neue Fernkälteprojekt in München habe auch zahlreiche positive städtebauliche Auswirkungen. Durch die zentrale Fernkälteversorgung würden weitere Kühlaggregate auf Dächern der Innenstadt vermieden. Zudem verbessere sich das innerstädtische Mikroklima, da Fernkälte im Gegensatz zu dezentralen Hausklimaanlagen ohne die Emission von Abwärme in die im Sommer ohnehin aufgeheizte Innenstadt auskommt. Fernkälte trage dazu bei, der Gesamterwärmung Münchens entgegenzuwirken und den wachsenden Kältebedarf in der Großstadt umweltschonend zu decken.





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