Donnerstag, 8. Oktober 2026

Schleswig-HolsteinStadtwerke kritisieren EEG-Umlage

[06.02.2019] Bei einem „Energiepolitischen Frühstück“ diskutierten 30 Vertreter kommunaler Versorger mit Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht. Eine Forderung lautete: Die Politik muss Impulse setzen, damit die Stadtwerke-Kunden nicht weiter zur Kasse gebeten werden.
Energiepolitisches Frühstück: Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht diskutiert mit Vertretern von Stadtwerken.

Energiepolitisches Frühstück: Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht diskutiert mit Vertretern von Stadtwerken.

(Bildquelle: VSHEW)

Die schleswig-holsteinische Landesregierung muss sich für die Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen einsetzen, um das Bundesland zum Vorreiter-für die Umsetzung der Energiewende zu machen. Dieses Fazit zogen rund 30 hochrangige Vertreter der schleswig-holsteinischen Stadt- und Gemeindewerke bei einem „Energiepolitischen Frühstück“ mit Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen) und der Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Eka von Kalben. Die Veranstaltung erfolgte auf Einladung des Verbands der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW).
Das Unverständnis aus dem Kreise der Stadtwerke, dass die EEG-Umlage selbst Blockheizkraftwerke unwirtschaftlich mache, fand auch bei Minister Albrecht Zuspruch. „Das unterstreiche ich gleich doppelt. Von dieser Art der EEG-Umlage müssen wir weg“, stimmte er zu. In zehn Jahren werde seiner Meinung nach eine ganz andere Marktrealität herrschen als heute. Dafür seien neue Marktmodelle notwendig, die marktwirtschaftliche Sicherheit bieten. Auch im europäischen Vergleich gelte es, eine Ungleichbehandlung in der Besteuerung der erneuerbaren Energien zu verhindern.
Helge Spehr, Vorstandsvorsitzender des VSHEW und Geschäftsführer der Stadtwerke Rendsburg, stellte klar: „Als Grundversorger müssen wir die Entscheidungen der Politik in Sachen Steuern und Umlagen an die Haushalte weiterreichen. Unsere Kunden ertragen keine weiteren Belastungen mehr. Die Politik muss Impulse setzen, dass Stadtwerke-Kunden nicht weiter zur Kasse gebeten werden.“
Dezentrale Energieerzeugung auf Basis erneuerbarer Energie, die Speicherung von Ökostrom, Elektromobilität, Digitalisierung der Energiesysteme, Umbau der Verteilnetze und Schwimmbäder waren weitere Themen, die diskutiert wurden. Im Bereich E-Mobilität will Minister Albrecht Lücken in der Förderlandschaft schließen und Kommunen unterstützen, die Ladesäulen aufstellen wollen. Zurzeit bekommen Eigenbetriebe weniger Förderung als eine GmbH. Betroffene Stadtwerke empfinden diese Ungleichbehandlung als ungerecht. Vorrangig sei jedoch die Infrastruktur, die eine flächendeckende E-Mobilität überhaupt erst zulasse. Das hier etwas passieren muss, darin waren sich die Vertreter der Politik und Stadtwerke einig.
Eka von Kalben verwies angesichts der vielfältigen Themen auf die Herausforderungen des politischen Alltags: „Wir sehen die Themen durchaus, müssen aber auch die begrenzten Haushaltsmittel berücksichtigen. Daher kann nicht alles auf einmal geschehen, sondern muss gut durchdacht werden.“ Minister Albrecht begrüßte das nachhaltige Engagement der Stadtwerke: „Die kommunalen Energieversorger sind für die Landesregierung ein wichtiger Partner und Motor, um unsere Energiewendeziele zu erreichen. Ich vertraue auf die Mitwirkung von Ihnen“, so der Politiker.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln

[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...

Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards

[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...

Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken

[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...

Hessen: Gesetzentwurf will Drohnenüberflüge ahnden

[02.10.2026] Hessen will das unbefugte Eindringen in Kritische Infrastruktur und nicht genehmigte Drohnenüberflüge mit einem neuen Straftatbestand ahnden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zum „gemeinschädlichen Hausfriedensbruch“ hat Justizminister Christian Heinz im Bundesrat vorgestellt. mehr...

bericht

Bundeswirtschaftsministerium: Eckpunkte für flexible KWK

[28.09.2026] Das Bundeswirtschaftsministerium will das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bis 2035 verlängern und die Förderung stärker auf flexible, systemdienliche Anlagen ausrichten. Die Energiewirtschaft begrüßt die grundsätzliche Richtung, fordert aber unter anderem eine längere Laufzeit und Nachbesserungen bei Fördersätzen und Modernisierungen. mehr...

Novelle des KWKG: Verbände fordern Nachbesserungen

[23.09.2026] BDEW, VKU und AGFW begrüßen die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes. Nachbesserungsbedarf sehen die Verbände unter anderem bei Laufzeit, Fördersätzen und den Bedingungen für bestehende KWK-Anlagen. mehr...

Windenergie: Verbände fordern Südquote

[22.09.2026] Bei der jüngsten Ausschreibung für Windenergie an Land sind nach Angaben von Erneuerbaren-Verbänden nur knapp fünf Prozent der bezuschlagten Leistung auf Bayern und Baden-Württemberg entfallen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und der Landesverband Erneuerbare Energien Bayern fordern deshalb Änderungen am Ausschreibungssystem und eine Südquote im EEG. mehr...

Pumpen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045

[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...

BDEW/VKU: Kritik am BNetzA-Entwurf

[17.09.2026] BDEW und VKU haben Nachbesserungen bei der geplanten Kapitalverzinsung für Gasnetzbetreiber gefordert. Aus Sicht der Verbände reichen die von der Bundesnetzagentur vorgesehenen Zinssätze nicht aus, um die notwendigen Investitionen in die Transformation der Gasnetze zu finanzieren. mehr...

Bitkom: Besserer Schutz von Stromnetzen gefordert

[10.09.2026] Angesichts mutmaßlicher Sabotageversuche auf die Strominfrastruktur fordert der Digitalverband Bitkom einen stärkeren Schutz des Energiesystems. Neben physischen Angriffen müssten dabei auch Cyber-Attacken stärker berücksichtigt werden. mehr...

BDEW: Besserer Schutz für Kritische Infrastrukturen

[08.09.2026] Der BDEW dringt auf bessere Rahmenbedingungen für den Schutz der Energieversorgung. Der Verband fordert unter anderem weniger öffentlich zugängliche Infrastrukturdaten, eine wirksamere Drohnenabwehr und einen staatlich finanzierten Resilienzfonds. mehr...

Energiewende-Digitalisierungs-Allianz: Gesetzentwurf soll Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen

[08.09.2026] Eine Allianz aus 17 Energieunternehmen fordert bundesweit einheitliche und digitale Verfahren für Netzanschlüsse und Netzbetrieb. Ein eigener Gesetzentwurf sieht 30 Maßnahmen vor – darunter finanzielle Ansprüche von Netznutzern, wenn Verteilnetzbetreiber gesetzliche Standards nicht einhalten. mehr...

Sachsen-Anhalt: Energiebranche mahnt Kontinuität an

[08.09.2026] Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnen Verbände und Unternehmen vor einem Bruch in der Energiepolitik. BEE, BWE und LichtBlick verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien und fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen. mehr...

BDEW/VKU: Stellungnahme zum Brandanschlag

[02.09.2026] Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack haben sich BDEW und VKU zum Schutz Kritischer Energie-Infrastruktur geäußert. Beide Verbände fordern Konsequenzen, unterscheiden sich aber in der Frage, welche Rolle Staat und Betreiber beim Schutz der Stromnetze übernehmen sollen. mehr...

Bundesregierung: Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen

[28.08.2026] Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Wärmenetzpaket beschlossen. Der geplante Rechtsrahmen soll Investitionen erleichtern und zugleich Preise sowie Verbraucherrechte neu regeln. mehr...