Kommunale WärmeplanungVorläufige Ergebnisse mehrerer Städte

In Kaiserslautern wurden in Gruppenarbeit die 18 Maßnahmen für eine kommunale Wärmeplanung gewichtet und priorisiert.
(Bildquelle: Stadt Kaiserslautern)
In zahlreichen Städten konkretisiert sich die kommunale Wärmeplanung, die Bund und Länder als strategischen Rahmen für den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen vorgeben. Nach Angaben der Stadt Leverkusen, der Stadt Kaiserslautern und der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft liegen jeweils Bestands- und Potenzialanalysen vor, die erstmals ein räumlich aufgeschlüsseltes Bild des künftigen Wärmesystems zeichnen.
Deutliche Unterschiede zwischen Quartieren
Leverkusen berichtet, dass der Chempark rund zwei Drittel des gesamten wärmebezogenen Endenergiebedarfs verursacht und dass 89 Prozent der Gebäude heute noch mit Erdgas versorgt werden. Die Stadt verweist auf deutliche Unterschiede zwischen den Quartieren: Während Wärmepumpen vor allem in Schlebusch und Steinbüchel verbreitet sind, fehlen Wärmenetze in Hitdorf vollständig, wohingegen Rheindorf bereits weit erschlossen ist. Laut Verwaltung zeigen die Analysen, wo ein Ausbau der Fernwärme technisch und wirtschaftlich denkbar wäre und wo individuelle Lösungen wie Wärmepumpen oder Solarthermie eher greifen. Die Potenzialanalyse nennt ein erhebliches Modernisierungspotenzial, da rund 68 Prozent der Gebäude den Effizienzklassen C oder D zugeordnet sind und Sanierungen den Wärmebedarf um bis zu 380 Gigawattstunden im Jahr senken könnten. Die Stadt hebt zudem das theoretische Abwärmepotenzial von 952 Gigawattstunden hervor, verweist aber auf technische und regulatorische Grenzen. Wie die Stadt weiter ausführt, sollen Zielszenarien Anfang 2026 vorgestellt und anschließend öffentlich kommentiert werden, bevor der Wärmeplan bis spätestens Ende Juni 2026 vom Rat beschlossen wird.
Prozess nähert sich dem Abschluss
Auch in Kaiserslautern nähert sich der Prozess seinem Abschluss. Wie die dortige Pressestelle mitteilt, priorisierte der sogenannte dritte Wärmetisch die bislang erarbeiteten 18 Maßnahmen, die von Beratungsangeboten über einen Sanierungsfahrplan für kommunale Liegenschaften bis zu Analysen von Abwasser- und Geothermiepotenzialen reichen. Die Stadt betont, dass die Wärmeplanung keine zusätzlichen Pflichten für Hauseigentümer schafft, sondern physikalische, technologische und wirtschaftliche Optionen für eine treibhausgasneutrale Versorgung aufzeigt. Der vorläufige Endbericht soll im Januar im Umweltausschuss vorgestellt und anschließend offengelegt werden, bevor eine vierte Sitzung des Wärmetischs die finale Abstimmung übernimmt.
Aufruf zur Beteiligung
Hamburg wiederum meldet, dass die Bestands- und Potenzialanalyse abgeschlossen und auf dem städtischen Wärmeportal einsehbar ist. Der Behörde zufolge können Gebäudeeigentümer, Unternehmen und weitere Interessierte nachvollziehen, wie die Stadt heute versorgt wird und wo Chancen für erneuerbare Energien, unvermeidbare Abwärme und Effizienzgewinne bestehen. Die Verwaltung ruft ausdrücklich dazu auf, noch bis zum 30. November Stellungnahmen einzureichen und lokale Hinweise zu liefern, etwa zu geplanten Wärmenetzen, nachbarschaftlichen Lösungen oder bislang unberücksichtigten Abwärmequellen. Fachkarten und Informationskarten im Portal sollen sowohl breite Öffentlichkeit als auch Energieberatende und Planende unterstützen.
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