Mittwoch, 28. Oktober 2026

Bad EndbachWindenergie mit Bürgerbeteiligung

[03.04.2017] Die mittelhessische Gemeinde Bad Endbach engagiert sich seit Jahren für den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeinsparungen. Die Akzeptanz vor Ort konnte sie dank Bürgerbeteiligung erhöhen. Jetzt wurde Bad Endbach als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet.
Der interkommunale Windpark Lahn-Dill-Bergland.

Der interkommunale Windpark Lahn-Dill-Bergland.

(Bildquelle: David Balser)

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat die hessische Gemeinde Bad Endbach als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet. Grund ist das langjährige Engagement der Gemeinde für den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die erfolgreiche Bürgerbeteiligung. Nils Boenigk, stellvertretender AEE-Geschäftsführer, erläutert: „Bad Endbach zeigt, wie wichtig echte Bürgerbeteiligung für die Akzeptanz vor Ort ist. Die Kommunen spielen hierbei meistens eine entscheidende Rolle.“
Wie die AEE mitteilt, hat Bad Endbach bereits zwei Windparkprojekte realisiert. Aktuell unterstütze die Kommune die Nachbargemeinde Angelburg bei der Planung eines neuen Windparks. Im Jahr 2009 hat Bad Endbach außerdem das Klimaschutzziel 2020 formuliert. Es sieht einerseits vor, den Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent zu steigern und andererseits den Energieverbrauch um 20 Prozent zu senken. Bilanziell habe die Kommune dieses Ziel bereits im Jahr 2016 erreicht. Wichtige Bausteine seien hier die beiden Windparks gewesen. Den Windpark Hilsberg hat die Gemeinde im Jahr 2014 ans Netz gebracht, das zweite Cluster folgte 2015.
Die Umsetzung gestaltete sich unterschiedlich. Bei der Planung des ersten Parks standen die Bürger in Bad Endbach von Anfang an hinter dem Projekt. Kritik kam aber aus einer Nachbargemeinde. Weder Informationsveranstaltungen noch ein zehnwöchiges Mediationsverfahren oder Umplanungsvorschläge halfen, den Widerstand der Nachbarn zu verkleinern. Schließlich musste ein Gericht entscheiden, dass der Windpark gebaut werden darf.
Bei der Realisierung des zweiten Clusters ging die Gemeinde andere Wege. „Aufgrund der Erfahrungen mit dem Windpark Hilsberg haben wir uns in Bad Endbach nicht davon abbringen lassen, die Windenergie weiter auszubauen, aber wir haben nach anderen Konzepten für mehr Bürgerbeteiligung und damit mehr Akzeptanz gesucht“, erklärt Bürgermeister Markus Schäfer (CDU). Informationsveranstaltungen, Baustellenbesichtigungen, Informationsblätter und eine Projekt-Website haben diesmal frühzeitig informiert. Außerdem konnten sich die Bürger über einen Sparbrief an der Finanzierung der Anlagen beteiligen.
Aktuell plant Bad Endbach Photovoltaikanlagen auf der Kläranlage sowie auf dem Kur- und Bürgerhaus zu errichten. Gleichzeitig berät die Gemeindeverwaltung darüber, ein regionales Ökostromprodukt aufzulegen und einen Klimaschutz-Manager einzustellen.



Stichwörter: Klimaschutz, AEE, Bad Endbach


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