ThügaZukunft gemeinsam gestalten

Thüga-Vorstand sieht Chancen in der Digitalisierung der Energiewirtschaft.
v. l.: Dr. Christof Schulte, Dr. Matthias Cord, Michael Riechel und Dr. Gerhard Holtmeier
(Bildquelle: Thüga AG)
Im Jahr ihres 150-jährigen Jubiläums hat die Thüga AG mit ihrem Beteiligungsergebnis entscheidend zum stabilen Jahresergebnis ihrer Muttergesellschaft Thüga Holding beigetragen. Wie die Stadtwerke-Kooperation meldet, betrug der Bilanzgewinn der Holding fast 293 Millionen Euro. Christof Schulte, Mitglied des Vorstandes der Thüga Aktiengesellschaft, kündigt neben einer Rücklagendotierung die Ausschüttung einer Bardividende an die Gesellschafter in Höhe von 27,36 Euro je Stückaktie an.
Michael Riechel, Vorsitzender des Thüga-Vorstands, erklärt: „Dieses Jahresergebnis ist Ausdruck der nachhaltigen Leistungsstärke der Unternehmen der Thüga-Gruppe. Die fortlaufenden Anstrengungen der Unternehmen der Thüga-Gruppe zur Verbesserung ihrer Kosten- und Prozessexzellenz – auch durch die intensive Zusammenarbeit in der Thüga-Gruppe – haben wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen.“
Tiefgreifende Veränderung der Energiebranche
Thüga ist derzeit bundesweit an rund 100 Unternehmen der kommunalen Energie- und Wasserwirtschaft als Minderheitsgesellschafter beteiligt. Die Stadtwerke stehen nach Ansicht von Thüga vor großen Herausforderungen. „Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung und Liberalisierung ändern die Energiebranche tiefgreifend“, beschreibt Vorstandschef Riechel die Transformation. Wichtig für die kommunalen Versorger sei es, sich langfristig an den energiepolitischen Leitplanken zu orientieren. Im Rahmen des aktuellen Projektes Let’s go green würden dazu alle in der Thüga-Gruppe gemachten Studien- und Projektergebnisse im Kontext der Energiewende zusammengetragen und verdichtet. Projektziel sei es, tragfähige Szenarien einer Marktentwicklung bis 2030 zu beschreiben, um nachhaltige Investitionsentscheidungen treffen zu können.
Thüga-Vorstand Gerhard Holtmeier erklärt: „Nationale und internationale CO2-Ziele werden erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit haben.“ Schon jetzt sei absehbar, dass die Kosteneffizienz das zentrale Element der Energiewende werde. CO2-arme und erneuerbare Energien sowie die bestehenden Infrastrukturen des Strom- und Gasbereiches müssten deshalb sinnvoll genutzt werden. Holtmeier: „Wir brauchen langfristige und intelligente Entwicklungspfade, besonders was die Wärmeversorgung betrifft. Ideologische Vorfestlegungen helfen uns nicht. Gleichzeitig müssen wir deutlich machen, welchen Wertbeitrag die Unternehmen der Gruppe im Strom-, Wärme- und Mobilitätsmarkt leisten und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.“
Stadtwerke als Treiber der Smart City
Chancen für die Kommunalwirtschaft sieht Thüga bei den Themen Elektromobilität und Smart City. Vorstandsmitglied Matthias Cord ist überzeugt, dass sich Stadtwerke als führende Lösungsanbieter für Elektromobilität positionieren sollten. Allerdings: „Allein mit Ladesäulen gewinnt man nachhaltig keine Kunden“, so Cord. Elektromobilität müsse als Teil kommunaler Verkehrskonzepte einer Smart City verstanden werden. Cord: „Für die Unternehmen der Thüga-Gruppe sehen wir die Chance, sich als Treiber und Mitgestalter von Smart Cities zu positionieren und entsprechende Geschäftsfelder zu entwickeln.“ Diesem Ziel diene ein Thüga-Projekt, mit dem die bestehenden Ansätze und Visionen aus Megacities auf die konkreten kommunalen Besonderheiten in Deutschland übertragen werden sollen. Anwendungen wie Umwelt- und Verkehrsmonitoring-Systeme sowie intelligente Parkraumbewirtschaftung und smarte Straßenbeleuchtung stünden derzeit im Mittelpunkt der Projektaktivitäten.
Digitalisierung als Chance
Digitale Lösungen sind laut Thüga die Basis für die Smart City, deshalb widme die Stadtwerke-Kooperation der Digitalisierung große Aufmerksamkeit. „Die Digitalisierung der Energiebranche nimmt deutlich an Fahrt auf“, analysiert Vorstand Cord. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Branche ändere sich das Marktumfeld. „Wir unterstützen die Unternehmen der Gruppe bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien“, beschreibt Cord die Aktivitäten.
Grundsätzlich sehe Thüga die Digitalisierung als Chance für Stadtwerke, die Kundenbindung zu erhöhen, neue Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln, aber auch die Kosten zu senken. Hier spiele die Plattformstrategie der Thüga eine wichtige Rollen. Nicht alle Unternehmen könnten digitale Services selbst aufbauen und vorhalten. Die bestehenden Plattformen, wie Conergos (wir berichteten), E-MAKS und e.dat, hätten sich im vergangenen Jahr gut behauptet. Durch die Beteiligungen am dritten High-Tech Gründerfonds, an der smartlab Innovationsgesellschaft (wir berichteten) sowie dem Start-up home&smart (wir berichteten) sei der Plattformansatz weiter vorangetrieben worden.
Zudem habe Thüga im vergangenen Jahr ihre Digitalisierungskompetenz durch die Zusammenführung der Plattformen MeteringService und Energieeffizienz zur Thüga SmartService gestärkt (wir berichteten). Die neue Gesellschaft sei heute einer der Marktführer im Bereich der Gateway-Administration und bietet ein Lösungsportfolio von der Bewirtschaftung von Messdaten bis hin zum Breitbandausbau für Stadtwerke.
„Wir bauen unsere Unterstützungsleistungen weiter aus, um auf die dynamischen Entwicklungen des Energiemarktes zu reagieren“, skizziert Vorstandschef Michael Riechel die Aufgabe der Thüga. Schließlich sei Anspruch und Selbstverständnis der Thüga, gemeinsam mit den Partnern die Zukunft der kommunalen Energie- und Wasserversorgung zu gestalten.
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