Projekt e-SolCarEnergiespeicher im E-Car

Autos als Speicher: e-SolCar-Fahrzeuge an der Ladesäule.
(Bildquelle: Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU))
Die Bundesregierung will erreichen, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sind. Dieses Ziel fördert die Regierung mit Subventionen in Forschung und Entwicklung von Elektromobilität. Steigende Ölpreise, ein wachsendes Umweltbewusstsein bei den Verbrauchern und das umweltpolitische Ziel, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, haben ein zunehmendes Interesse an Elektroautos in Deutschland geweckt. Fahrzeughersteller forschen und entwickeln verstärkt auf diesem Gebiet. Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) geht davon aus, dass bis 2017 Elektroautos zu einem Massenmarkt werden. Aus diesem Grund ist mit einer zusätzlichen Belastung der innerstädtischen Stromnetze zu rechnen.
Bidirektionales Laden
Vor diesem Hintergrund entstand im Juni 2011 das Forschungsprojekt e-SolCar. An dem Projekt beteiligen sich die drei Partner Vattenfall, German E-Cars R&D und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU). Ziel ist es, Elektroautos als Energiespeicher einzusetzen und somit Schwankungen bei der Energieerzeugung auszugleichen. Die E-Cars sollen in bestimmten Netzsituationen Energie speichern beziehungsweise entladen und somit einen Beitrag zur Netzstabilität leisten. Das Verfahren wird bidirektionales Laden genannt.
Günstige Tarife
Da es sich hierbei um eine Systemdienstleistung für das Netz handelt, sollen besonders günstige Tarifmodelle für Elektroautos angeboten werden – als Anreiz für Kunden, auf ein E-Auto umzusteigen. Um den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr zu verringern, ist es notwendig, dass die Autos mittels regenerativer Energien geladen werden. Ein interessanter Lösungsansatz könnte die urbane Energieerzeugung aus Photovoltaik sein. Tagsüber werden die Fahrzeuge beim Arbeitgeber aufgeladen; beim nächtlichen Laden sollte eine Zwischenspeicherung vorhanden sein. Dieses Teilprojekt realisiert die BTU auf ihrem Campusgelände. Für den Aufbau wurde eine Solaranlage mit einer Leistung von 100 Kilowattpeak errichtet und eine Blei-Säure-Batterie mit einer Kapazität von 2.000 Kilowattstunden verwendet.
Das Unternehmen Vattenfall stellt dem Projekt 45 geleaste E-Fahrzeuge zur Verfügung, wovon die BTU Cottbus 15 Fahrzeuge für die Forschung nutzen kann. Die restlichen 30 Fahrzeuge setzt Vattenfall im eigenen Unternehmen ein. Im Bereich des Flotten-Managements sollen erste Erfahrungen mit netzgestützter E-Mobility gesammelt werden. Außerdem will Vattenfall eigene Stromtarife für Elektrofahrzeuge entwickeln.
Virtuelle Speicher
Die Firma German E-Cars R&D ist damit betraut, eine bidirektionale Ladeeinheit für Elektro-Fahrzeuge zu entwickeln. Dadurch wird es möglich, Elektroenergie sowohl in das Fahrzeug einzuspeisen, als auch bei Bedarf aus dem Fahrzeug in das Stromnetz zurückzuspeisen. Die Elektroautos erhalten somit eine bislang völlig neuartige Funktionalität: Indem sie das Netz mit Energie aus der Batterie versorgen, kompensieren sie kurzfristige Einspeisedefizite. Die angeschlossenen E-Autos werden zu großen virtuellen Speichern verbunden, wobei die Einspeisung der Elektroenergie in das Fahrzeug unter Berücksichtigung der aktuellen Strombelastung im Netz erfolgt. Zudem werden aktuelle Gefährdungsindizien der Systemstabilität im Höchstspannungsnetz berücksichtigt.
Wissenschaftliche Begleitung
In enger Abstimmung mit den Partnern bearbeitet die BTU Cottbus verschiedene wissenschaftliche Teilaspekte im Bereich der elektrischen Antriebe und der Leistungselektronik, der Fahrzeugtechnik sowie der Netzkopplung der Ladesysteme. Die Erkenntnisse aus dem Flottenversuch sollen in übertragbare Modelle für die zukünftige Ausgestaltung der innerstädtischen Stromversorgungsnetze einfließen. Diese Netze werden in der Lage sein, sowohl einen hohen Anteil regenerativer Einspeisung aufzunehmen als auch eine große Anzahl von Elektrofahrzeugen zu laden oder als Speicher zu nutzen. Außerdem soll die Kommunikation zwischen Netz und Fahrzeugen beziehungsweise Ladesäulen intensiv erforscht werden. Das Ziel besteht darin, eine Kommunikationslösung für die Übertragung von Steuerbefehlen aus einer Leitwarte zur Ansteuerung der intelligenten Ladeumrichter zu entwickeln.
Das berlin-brandenburgische Leitprojekt e-SolCar will über einen mehrjährigen Feldversuch mit 45 Elektrofahrzeugen die Auswirkungen auf ein Versorgungsnetz mit regenerativer Einspeisung, insbesondere Photovoltaik, untersuchen. Eine Herausforderung dabei ist, das System hinsichtlich der Leitungsauslastung im Niederspannungsnetz sowie der Stabilität des Höchstspannungsnetzes auszurichten.
Kreis Harburg: Konzessionen für Ladepunkte vergeben
[03.06.2026] Der Landkreis Harburg vergibt Konzessionen für den Aufbau von mehr als 600 öffentlichen Ladepunkten an rund 200 Standorten. Das europaweit ausgeschriebene Projekt soll bis 2030 eine flächendeckende Lade-Infrastruktur schaffen und gilt als mögliches Vorbild für andere Kommunen. mehr...
Karlsruhe: Elektrifizierung des Fuhrparks schreitet voran
[02.06.2026] Karlsruhe baut seinen Fuhrpark konsequent auf Elektrofahrzeuge um. Im Fokus stehen nun auch schwere Nutzfahrzeuge, für die in den kommenden Jahren hohe Investitionen nötig werden. mehr...
Hamburg: Ausbau der E-Auto-Ladepunkte geht voran
[01.06.2026] Hamburg hat die Zahl seiner öffentlichen E-Auto-Ladepunkte binnen eines Jahres um 40 Prozent auf 5.063 erhöht. Den schnellen Ausbau ermöglichten ein digitales Anschlussportal, mehrere Betreiber und ein Rekordvolumen neuer Netzanschlüsse durch die Hamburger Energienetze. mehr...
Mainova: Kooperation mit Shell
[12.05.2026] Mit einer langfristigen Partnerschaft wollen die Unternehmen Shell Recharge und Mainova den Zugang zur Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ausbauen. Mainova-Kundinnen und -Kunden sollen über die Shell-App Rabatte und Zugang zu einem europaweiten Ladenetz erhalten. mehr...
BSI: Wie sicher ist die öffentliche Lade-Infrastruktur?
[08.05.2026] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat erstmals einen Bericht zur IT-Sicherheit öffentlicher Lade-Infrastruktur veröffentlicht. Die Analyse benennt Schwachstellen bei Protokollen, Software und Zertifikatsverwaltung und zeigt, warum vernetzte Ladesäulen zu einem kritischen Faktor der Verkehrswende werden. mehr...
Kornwestheim: Ladepunkte decken Bedarf ab
[08.05.2026] Kornwestheim verfügt bereits heute über genügend öffentliche Ladepunkte, um den prognostizierten Bedarf bis 2028 abzudecken. Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim bauen das Netz dennoch weiter aus und planen zusätzliche Standorte an stark frequentierten Orten wie dem Bahnhof. mehr...
Wiesbaden: Jahresbericht zeigt Wachstum der E-Mobilität
[08.05.2026] Wiesbaden zählt beim Anteil von Elektroautos und beim Ausbau öffentlicher Ladepunkte bundesweit zur Spitzengruppe. Ein neuer Jahresbericht der Stadt zeigt, wie stark die Elektromobilität wächst und welche Rolle kommunale Steuerung und neue Schnellladeangebote dabei spielen. mehr...
NTT DATA: E-Autos als mobile Stromspeicher
[08.05.2026] Bidirektionales Laden macht Elektroautos zu mobilen Stromspeichern für Haushalte, Unternehmen und Stromnetze. Nach Einschätzung von NTT DATA könnte die Technik Kommunen helfen, Netze zu stabilisieren, Energiekosten zu senken und die Energiewende schneller voranzutreiben. mehr...
Bindlach: E.ON nimmt Schnelllade-Standort in Betrieb
[27.04.2026] E.ON nimmt in Bindlach bei Bayreuth einen neuen Schnelllade-Standort mit bis zu 400 Kilowatt Leistung in Betrieb. Die Anlage ist Teil des Deutschlandnetzes und zeigt, wie Infrastruktur, Komfort und erneuerbare Energie beim Laden zusammenwachsen. mehr...
Hager: Ladelösungen für Mehrfamilienhäuser
[24.04.2026] Mit Blick auf das neue Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr für Lade-Infrastruktur in Mehrparteienhäusern verweist Hager auf eigene Systeme für solche Anwendungen. Nach Angaben des Unternehmens richten sich die Lösungen an private, halböffentliche und öffentliche Einsatzorte. mehr...
LichtBlick: Monopolanalyse warnt vor Marktkonzentration bei Ladesäulen
[22.04.2026] LichtBlick diagnostiziert in seiner Monopolanalyse 2026 eine starke Marktkonzentration an öffentlichen Ladesäulen mit dominierenden Einzelbetreibern. Die Studie sieht darin ein Risiko für Wettbewerb, Preise und Tempo der Elektromobilität – und schlägt ein alternatives Marktmodell vor. mehr...
BNM: Fachgipfel zur günstigeren Lade-Infrastruktur
[22.04.2026] Der Bundesverband Neue Mobilität treibt neue Konzepte für transparenteres und kostengünstigeres öffentliches Laden von Elektrofahrzeugen voran. Auf einem Fachgipfel in Berlin stellten Experten konkrete technische und regulatorische Ansätze vor, die Milliarden-Einsparungen ermöglichen könnten. mehr...
BDEW: Starkes Jahr für die Elektromobilität
[16.04.2026] Die Elektromobilität in Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft im Jahr 2025 deutlich gewachsen. Auch das erste Quartal 2026 habe den Trend fortgesetzt. mehr...
Ladeinfrastruktur: Bund fördert Ladepunkte in Mehrparteienhäusern
[16.04.2026] Das Bundesministerium für Verkehr startet ein neues Förderprogramm für Ladeinfrastruktur an Mehrparteienhäusern. Dafür stehen bis zu 500 Millionen Euro bereit. Ziel ist laut Ministerium, den Zugang zu Lademöglichkeiten für Millionen Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern. mehr...
Stadtwerke Neuss: Elektrobusse aus China
[10.04.2026] Die Stadtwerke Neuss haben sechs weitere Elektrobusse in Betrieb genommen. Die neuen Fahrzeuge ersetzen Dieselbusse und sollen den CO₂-Ausstoß deutlich senken. Insgesamt umfasst die Flotte nun 17 E-Busse. mehr...

















