Montag, 16. März 2026

BundesbedarfsplangesetzPositives Signal für die Energiewende

[10.06.2013] Die Entscheidung des Bundesrats, das Bundesbedarfsplangesetz passieren zu lassen, findet hauptsächlich positives Echo. Bei der Umsetzung der Maßnahmen kommt es nun darauf an, Bürger und Kommunen stärker einzubinden. Nachbesserungsbedarf am Gesetz hat Nordrhein-Westfalen angemeldet.

Das der Bundesrat am vergangenen Freitag das Bundesbedarfsplangesetz gebilligt hat, (16237+wir berichteten) stößt bundesweit auf viel Zustimmung. „Die Beschlüsse sind ein positives Signal für die Umsetzung der Energiewende“, sagte etwa Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Bundesländer seien damit ihrer großen Verantwortung für einen schnelleren Netzausbau in Deutschland gerecht geworden. „Es ist ein großer Erfolg, dass die seitens der Bundesregierung angestoßenen Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus noch vor der Sommerpause verabschiedet werden konnten“, erklärte auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. „Jetzt können wir den Bau der vorgesehenen Stromleitungen zügig vorantreiben. Die nötigen Planungs- und Genehmigungsverfahren können nun deutlich rascher, mit höherer Transparenz und weniger Aufwand durchgeführt werden als bislang.“
Die Netzbetreiber seien nun gefordert, die im Bundesbedarfsplangesetz festgeschriebenen Netzausbauvorhaben rasch umzusetzen, erklärte das schleswig-holsteinische Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume weiter. Dabei sollten allerdings Mensch und Natur soweit möglich geschont werden. „Es ist wichtig, dass der Bedarf für neue Netze transparent, technisch sauber und demokratisch ermittelt wird“, so Schleswig-Holsteins Energiewende- und Umweltminister Robert Habeck. „Damit die Maßnahmen von der Bevölkerung akzeptiert werden können, müssen die betroffenen Kommunen sowie die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einbezogen werden“, betonte auch Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) begrüßte die Zustimmung der Länder zum Bundesbedarfsplangesetz ebenfalls. „Damit die Energiewende ein Erfolg wird, müssen allerdings schnell weitere Reformschritte erfolgen“, erklärte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Konkret fordert der kommunale Spitzenverband etwa mehr Markt- und weniger Planwirtschaft bei der Förderung der erneuerbaren Energien sowie Investitionssicherheit für konventionelle Kraftwerke. Zudem regt der DStGB an, das Modell der Bürgerenergiegenossenschaften auf den Netzausbau zu übertragen, um Kommunen und Bürger bei Planung und Bau neuer Leitungstrassen besser einzubinden. Landsberg: „Finanzielle Beteiligungsmodelle, die möglichst viele zu ökonomischen Gewinnern machen, können auch beim Netzausbau zu mehr Akzeptanz und damit für eine Beschleunigung sorgen.“
Nachbesserungsbedarf am Bundesbedarfsplangesetz hat allerdings Nordrhein-Westfalen angemeldet. Die Ministerien für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk sowie für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz mahnten unter anderem mehr Flexibilität bei der Umsetzung des Netzausbaus an und kritisierten, das Gesetz biete nur unzureichende Möglichkeiten, neue Trassen als Erdverkabelung zu verlegen. „Nordrhein-Westfalen als größter Stromproduzent in Deutschland trägt entscheidend zur Stabilität des Stromnetzes und damit zur Versorgungssicherheit bei“, so Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Klimaschutzminister Johannes Remmel. „Wir haben daher ein besonderes Interesse an einer besseren Regelung des Netzausbaus.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Hauptverwaltung des Energieversorgers Badenova in Freiburg mit moderner Glasfassade, Eingangsbereich und Skulptur vor dem Gebäude.

Badenova: Forderungskatalog nach Landtagswahl

[13.03.2026] Nach der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg fordert der Energieversorger Badenova ein schnelleres Vorgehen bei der Energie- und Wärmewende. Das kommunale Unternehmen hat dazu ein Papier mit zwölf Punkten vorgelegt. Darin geht es unter anderem um Finanzierung, Genehmigungen, Wärmenetze und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. mehr...

KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz

[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...

Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende

[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...

bericht

Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden

[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...

Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie

[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit

[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...

Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess

[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet

[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...

Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen

[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...

Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS

[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...