Montag, 11. Mai 2026

MVV EnergieUmsatz unter Druck

[12.12.2014] Die milde Witterung und Strompreisverfall an Großhandelsmärkten belasten das Ergebnis des Mannheimer Versorgungsunternehmens MVV Energie. Der Umsatz sank im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Der börsennotierte Energiekonzern MVV Energie spürt auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 die Auswirkungen des Umbaus des Energiesystems im Zuge der Energiewende. Auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz, die gestern (11. Dezember 2014) in Frankfurt am Main stattfand, meldete MVV Energie einen Umsatzrückgang um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern (Adjusted EBIT) lag bei 173 Millionen Euro, ein Minus von 17 Prozent. Stabil blieb hingegen der Gewinn nach Steuern und Abgaben. Wie im Vorjahr konnte der MVV-Vorstandsvorsitzende Georg Müller einen Jahresüberschuss in Höhe von 85 Millionen Euro vermelden. Auch die Anteilseigner können wieder mit einer Dividende von 90 Cent je Aktie rechnen. MVV Energie gehört mehrheitlich der Stadt Mannheim (50,1 Prozent), bedeutende Anteile halten die Unternehmen EnBW (22,5 Prozent), RheinEnergie (16,3 Prozent) und der französische Versorger GDF Suez (6,3 Prozent). Im Streubesitz befinden sich lediglich 4,8 Prozent der Anteile.

Gründe für den Umsatzrückgang

Als Begründung für den Umsatzrückgang nannte MVV-Chef Georg Müller insbesondere die niedrigen bis negativen Preise an den Strombörsen und den milden Winter. Der Konzern fahre bei den konventionellen Stromerzeugungsanlagen Verluste ein, sagte Müller. Der Vorstand ist aber überzeugt, dass sich die Investitionen in erneuerbare Energien auszahlen werden. MVV Energie habe inzwischen eine Erzeugungskapazität bei erneuerbaren Energien von 344 Megawatt (MW) am Netz, davon 174 MW aus Windkraft an Land. Die so erzeugte Strommenge lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 872 Millionen Kilowattstunden Strom (plus 16 Prozent gegenüber 2013/14), damit könne der Bedarf von 250.000 Drei-Personen-Haushalten gedeckt werden. Insgesamt liege der Anteil der Erneuerbaren- und KWK-Anlagen an der Stromerzeugung der MVV bei 51 Prozent. Müller sagte: „Andere reden von der Energiewende. Wir machen sie.“
Der MVV-Chef wies darauf hin, dass erneuerbare Energien längst die Leitfunktion auf dem deutschen Strommarkt inne haben. Die Unternehmensgruppe wolle deshalb weiter in den Ausbau der regenerativen Erzeugung investieren. Dazu diene auch die angestrebte Beteiligung an der juwi AG (20001+wir berichteten) und der Kauf des Projektentwicklers Windwärts (19848+wir berichteten). Allerdings ist der juwi-Deal noch nicht in trockenen Tüchern. Müller sagte, das Bundeskartellamt habe der Beteiligung bereits zugestimmt, aber die abschließenden Verträge mit den juwi-Eignern seien noch nicht unterzeichnet.

Stärkung der Kraft-Wärme-Kopplung

Der MVV-Vorstand zeigte sich überzeugt, dass auch künftig hocheffiziente konventionelle Kraftwerke benötigt werden, um die schwankende Stromeinspeisung aus Wind- und Sonnenkraft auszugleichen. MVV Energie setze dabei vor allem auf die weitere Stärkung der Kraft-Wärme-Kopplung, wie sie auch im Großkraftwerk Mannheim eingesetzt wird, an dem MVV Energie mit 28 Prozent beteiligt ist. Nach Angaben von MVV-Technik-Vorstand Werner Dub soll mit dem neuen Block 9 im Mai kommenden Jahres eine der modernsten und effizientesten Steinkohleanlagen in Europa in Betrieb gehen. Georg Müller bekräftigte deshalb die Forderung nach einer Reform des Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetzes als unverzichtbaren Baustein der energiepolitischen Rahmenbedingungen: „Ohne eine Novellierung wird das auch aus Klimaschutzgründen so wichtige Ziel der Bundesregierung eines Anteils von 25 Prozent der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung nicht zu erreichen sein.“

Positiver Ausblick

Im bereits laufenden Geschäftsjahr 2014/15 erwartet Müller wieder steigende Umsätze und ein Ergebnis vor Steuern zwischen 180 und 195 Millionen Euro. Grund für den positiven Ausblick seien die getätigten Investitionen, etwa der Kauf des Windparks Hungerberg in der Nähe des pfälzischen Kirchheimbolanden durch das Beteiligungsunternehmen Energieversorgung Offenbach oder die Inbetriebnahme des neuen Blocks im Großkraftwerk Mannheim. Auch die beiden neuen Anlagen in Großbritannien – das abfallgefeuerte Heizkraftwerk in Plymouth sowie das Biomasse-Kraftwerk in Ridham Dock, die in den nächsten Monaten ans Netz gehen – und eine neue Biomethananlage in Staßfurt in Sachsen-Anhalt (19170+wir berichteten) werden nach Angaben von Müller zum Umsatz- und Ergebnisanstieg beitragen. Zudem würden sich die Kosteneinsparungen in der Bilanz bemerkbar machen. Die Beschäftigten der MVV Energie AG habe das schon zu spüren bekommen: Die traditionelle Betriebsfeier des Unternehmens wurde abgesagt.

Alexander Schaeff




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

swb-Gruppe: Geopolitische Lage wirkt sich aus

[11.05.2026] Der Energiedienstleister swb hat nach eigenen Angaben das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren operativen Ergebnis abgeschlossen. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen die Investitionen in Netze und Energieanlagen deutlich. mehr...

Energieversorger Gasag unterstützt mit dem Verwaltungsbezirk Lichtenberg die energetische Sanierung von Wohngebäuden in einem Berliner Stadtquartier.

GASAG: Höhere Investitionen für die Energiewende

[11.05.2026] Die GASAG-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Jahresüberschuss fast verdoppelt und ihre Investitionen in klimafreundliche Infrastruktur deutlich erhöht. Der Schwerpunkt lag auf Wärmenetzen, erneuerbaren Energien und Netzinfrastruktur in Berlin und Brandenburg. mehr...

Wilken: GY erhält ISO-Zertifizierung

[11.05.2026] Die Wilken Software Group hat die ISO-27001-Zertifizierung ihres Informationssicherheitsmanagementsystems auf die cloud-native Plattform GY ausgeweitet. Damit reagiert das Unternehmen auf steigende Sicherheitsanforderungen an SaaS-Lösungen in Kritischen Infrastrukturen und schließt weitere Anwendungen in den zertifizierten Bereich ein. mehr...

EnBW: Hohe Investitionen geplant

[07.05.2026] Der Energieversorger EnBW hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 7,6 Milliarden Euro in den Umbau des Energiesystems investiert. Der Anteil erneuerbarer Energien an der installierten Leistung stieg auf 66 Prozent. Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro. mehr...

Beteiligung: enercity und Thüga trennen sich

[06.05.2026] Die Energieunternehmen enercity und Thüga wollen ihre gegenseitigen Beteiligungen auflösen. Ziel ist nach eigenen Angaben eine klarere strategische Ausrichtung und mehr finanzieller Spielraum. mehr...

Steag Iqony Group: Neues Führungsteam angetreten

[05.05.2026] Der Energiekonzern Steag Iqony hat seine Unternehmensspitze neu besetzt. Seit Anfang Mai stehen ein neuer Vorstandschef und eine neue Personalchefin an der Spitze. Der Wechsel soll die weitere Entwicklung des Unternehmens begleiten. mehr...

Mainova: Operatives Geschäft verbessert

[04.05.2026] Mainova hat 2025 sein Ergebnis deutlich verbessert und kündigt weitere Investitionen an. Vor allem das operative Geschäft entwickelte sich besser als im Vorjahr. Für 2026 erwartet das Unternehmen jedoch ein schwächeres Ergebnis. mehr...

kraftwerk: Neue App für den Kundenkontakt veröffentlicht

[29.04.2026] Die kraftwerk Software Gruppe ergänzt ihre Portallösungen für Versorger um die mobile App-Plattform kraftwerk.One. Die neue Kooperation mit endios soll Energie- und Wasserunternehmen eine durchgängige digitale Kundenschnittstelle vom Abrechnungssystem bis zum Smartphone liefern. mehr...

Quadra energy: Migration in KISTERScloud

[28.04.2026] Quadra energy hat sein Energie- und Portfoliomanagement in wenigen Stunden aus einer On-Premise-Umgebung in die KISTERScloud verlagert. Der Umstieg soll bei laufendem Betrieb mehr Performance, höhere Stabilität und Spielraum für den weiteren Ausbau der Handels- und Marktkommunikationsprozesse schaffen. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Gründung vor 35 Jahren

[23.04.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck bestehen seit 35 Jahren. Nach Angaben des Unternehmens entwickelte sich der kommunale Versorger seit der Gründung 1991 von einem kleinen Betrieb zu einem regionalen Anbieter für Strom, Gas und Fernwärme. Heute setzt das Unternehmen verstärkt auf Projekte zur Energiewende. mehr...

Stadtwerke München: Insgesamt ein gutes Jahr

[20.04.2026] Im Geschäftsjahr 2025 haben die Stadtwerke München über eine Milliarde Euro investiert. Das operative Ergebnis lag unter dem Vorjahr, blieb aber im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig überwies der Konzern erneut 100 Millionen Euro an die Stadt München. mehr...

Region Rhein-Eifel: Genossenschaft für Wärmewende

[17.04.2026] Zwölf Kommunen aus drei Kreisen haben gemeinsam mit dem Energieunternehmen e-regio die Genossenschaft Energiewende RheinEifel gegründet. Nach Angaben der Beteiligten soll sie Projekte zur Energie- und Wärmewende regional koordinieren. mehr...

interview

Interview: Pioniergeist trifft Exzellenz

[17.04.2026] Seit Mitte 2025 trägt MAN Energy Solutions den Namen Everllence. Was es mit der Umbenennung auf sich hat und welche Strategie das Unternehmen beispielsweise im Bereich der Energiewirtschaft fährt, erläutert CEO Uwe Lauber im Interview mit stadt+werk. mehr...

enercity: Umsatz geht zurück

[13.04.2026] Im Jahr 2025 hat enercity einen geringeren Umsatz und Gewinn erzielt als in den Vorjahren. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Investitionen erhöht und den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. mehr...

bericht

Trianel: Beeindruckende Bilanz

[09.04.2026] Die Stadtwerke-Kooperation Trianel unterstützt mit ihren drei Gesellschaften Energieversorger und Kommunen in Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende. Die Kooperation kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. mehr...