Mittwoch, 10. Juni 2026

Nordrhein-WestfalenWärme für das Ruhrgebiet

[20.12.2016] Energie aus der Müllverbrennungsanlage RZR Herten fließt künftig in die Fernwärmeschiene Ruhr. Entsprechende Verträge wurden jetzt unterzeichnet.
RZR Herten liefert Wärme für die Fernwärmeschiene Ruhr.

RZR Herten liefert Wärme für die Fernwärmeschiene Ruhr.

(Bildquelle: AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet)

Jährlich rund 600 Gigawattstunden Fernwärme aus dem Abfallkraftwerk RZR Herten werden ab der Heizperiode 2018/19 in die Fernwärmeschiene Ruhr des kommunalen Energiekonzerns STEAG fließen. Entsprechende Verträge wurden diese Woche (19. Dezember 2016) von den Geschäftsführungen der AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet, der STEAG Fernwärme, der Uniper Wärme und der Hertener Energiehandelsgesellschaft als Schwester der Hertener Stadtwerke nach gut zweijährigen Verhandlungen unterzeichnet. Nach Angaben der Vertragspartner wurde eine Laufzeit von 15 Jahren vereinbart.
Laut einer gemeinsamen Pressemeldung kann diese Wärmemenge in den Netzen von STEAG Fernwärme und der Uniper Wärme von Essen über Herten bis Bochum rechnerisch mehr als 25.000 Wohnungen versorgen. Nur durch einen Weiterverkauf von Wärme aus dem Hertener Abfallkraftwerk an Uniper Wärme sei eine derart umfangreiche Wärmeauskopplung überhaupt möglich. Udo Wichert, Sprecher der Geschäftsführung von STEAG Fernwärme, erklärt: „Die Wärmeauskopplung aus der Anlage der AGR in Herten ist neben dem Projekt Verknüpfung der Fernwärmeschienen Niederrhein und Ruhr ein ganz wichtiger Schritt für das Ruhrgebiet zur nachhaltigen und klimafreundlichen Wärmeversorgung der Bürgerinnen und Bürger.“ Für Uniper-Wärme-Geschäftsführer Fritz Henjes liegen die Vorteile ebenfalls auf der Hand: „Die Wärmeauskopplung aus dem RZR Herten ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu höherer Energieeffizienz und unterstützt die Energie- und Klimaschutzziele des Landes NRW. So wird die Energie aus dem Verbrennungsprozess als wertvoller Energieträger genutzt.“
Oliver Wittke, Aufsichtsratsvorsitzender der AGR, betont, die Zusammenarbeit sei ein ausgezeichnetes Beispiel für die städteübergreifende Zusammenarbeit in der Metropole Ruhr. Es mache schlicht Sinn, die Energieversorgung des größten deutschen Ballungsraumes stadtgrenzenübergreifend zu organisieren. Die AGR, eine hundertprozentige Tochter des Regionalverbandes Ruhr (RVR), kündigte Investitionen von rund 25 Millionen Euro in den Ausbau der Müllverbrennungsanlage an. Auf der Beschaffungsliste stünden eine dritte Energiezentrale, eine vierte Turbine und die dazugehörige technische Infrastruktur.





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