Mittwoch, 10. Juni 2026

Marktgemeinde LupburgWärme aus regionalen Wäldern

[09.01.2017] Die Marktgemeinde Lupburg macht sich unabhängig von Energieimporten und sorgt mit einer Nahwärmeversorgung aus Bioenergie für lokale Wertschöpfung. Grund genug, findet die Agentur für Erneuerbare Energien, um die Marktgemeinde zur Energiekommune des Monats zu ernennen.
Die Heizzentrale in Lupburg umfasst ein Holzvergaser-Blockheizkraftwerk

Die Heizzentrale in Lupburg umfasst ein Holzvergaser-Blockheizkraftwerk, drei Biomassekessel, eine PtH-Anlage und zwei Pufferspeicher mit je 20.000 Litern.

(Bildquelle: Naturstrom AG)

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat jetzt die Marktgemeinde Lupburg zur Energie-Kommune des Monats Dezember 2016 ernannt. Lupburg bereitet schon seit dem Jahr 2013 die lokale Wärmewende vor. „Bei der Wärmewende kommt Kommunen eine Schlüsselrolle zu, können sie doch als planende Instanz ihrer Aufgabe zur Daseinsvorsorge gerecht werden und eine Vorbildfunktion übernehmen“, erklärt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Wie die AEE mitteilt, gehört Lupburg mit 2.400 Einwohnern eher zu den kleineren Gemeinden im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Wegen der frühzeitigen Einbindung der Bürger habe man die Pläne für eine regenerative Nahwärmeversorgung auf Basis von Holz sehr schnell umsetzen können. Manfred Hauser, Bürgermeister der Marktgemeinde Lupburg, erläutert: „Die Bürger hat überzeugt, dass erneuerbare Wärme unabhängig von fossilen Rohstoffen macht und die lokale Wertschöpfung stärkt.“ Das Projekt habe dank der vielen Befürworter ohne Verzögerung umgesetzt werden können. So waren nach nur neun Monaten bereits die Heizzentrale und das über vier Kilometer lange Nahwärmenetz errichtet. Heute sind 85 Privathaushalte, die Grundschule, die Mehrzweckhalle, das Feuerwehrgebäude und der Bauhof an die Nahwärme angeschlossen. Die Wärmeproduktion übernimmt ein Holzvergaser-Blockheizkraftwerk und drei Biomassekessel, die entweder mit Pellets oder mit Holzhackschnitzeln betrieben werden können. Eine Power-to-Heat-Anlage ist zudem für die Spitzenlastabdeckung installiert. Zwei Pufferspeicher mit je 20.000 Litern ergänzen außerdem die Erzeugungsanlagen. Nach Angaben der Energieagentur liefert die Heizzentrale jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden regenerative Wärme und ersetzt damit 220.000 Liter Heizöl. Das Holz stamme dabei aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Region. Pläne für einen zweiten Bauabschnitt, der weitere 150 Haushalte anbinden soll, gibt es bereits. Auch diesmal erhalten die Bürger die Möglichkeit, sich frühzeitig zu informieren.





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