NordhessenFünf Landkreise bauen E-Mobilität aus
Die fünf nordhessischen Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg wollen gemeinsam die Elektromobilität in der Region verankern. Ziel ist es, Ladestationen für Elektroautos, E-Bikes und das Car Sharing von Elektromobilen voranzubringen und auch in den Öffentlichen Personennahverkehr zu integrieren. Startschuss für das Projekt war ein Auftakttreffen der Lenkungsgruppe. Diese besteht aus den Landräten der fünf Landkreise oder deren Vertretern sowie aus vier Vertretern der LEADER-Regionen Knüll, Kellerwald-Edersee, Mitteleres Fuldatal und Hersfeld-Rotenburg. Der Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises Waldeck-Frankenberg wird die Federführung innehaben.
Für das Vorhaben soll zunächst die Ist-Situation in Nordhessen analysiert werden. Hieraus sollen später konkrete Bedarfe abgeleitet werden. Wie der Landkreis Kassel meldet, will die Lenkungsgruppe ein Unternehmen für eine solche Studie beauftragen. Insgesamt 100.000 Euro stehen für die Erstellung des Konzepts zur Verfügung. 80.000 Euro stellt das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) bereit, die Landkreise tragen zusätzlich einen Eigenanteil von jeweils 4.000 Euro. Abgeschlossen werden soll das Projekt bis Ende 2018.
Friedrich Schäfer, Kreisbeigeordneter des Landkreises Waldeck-Frankenberg, sagte: „Mit dem aktuellen Entschluss der Briten, Diesel- und Benzinautos bis 2040 zu verbieten, hat Großbritannien kürzlich die Pflöcke für die Verankerung der E-Mobilität für sich eingeschlagen. Deutschland und Nordhessen haben noch Nachholbedarf in Sachen Elektromobilität.“ Besonders wichtig sei es dabei, einen Blick in die Zukunft zu werfen und die dynamische Entwicklung im Bereich der E-Mobilität zu beobachten, betonte der Erste Kreisbeigeordnete des Werra-Meißner-Kreises Rainer Wallmann. Es gelte nicht nur, eine einheitliche Ladeinfrastruktur in der Region zu schaffen, sondern auch den Markt in Sachen E-Mobilität im Blick zu haben. „Energiewende bedeutet auch gleichzeitig eine Mobilitätswende“, ergänzte der Kasseler Landrat Uwe Schmidt. Das Projekt stelle daher eine gute Basis dar, um nachhaltiger in Sachen Mobilität agieren zu können. Darüber hinaus bekräftigte der Kreisbeigeordnete des Landkreises Hersfeld-Rotenburg Jürgen Schäfer, dass das Vorhaben beispielhaft sei im Bereich der interkommunalen Zusammenarbeit: „Mobilität geht über Kreisgrenzen hinaus.“
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