Donnerstag, 2. Juli 2026

B.KWKKWK zum Wahlthema machen

[21.08.2017] Um Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in die politische Diskussion vor der Bundestagswahl einzubringen, hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung seine Einschätzung zu acht Aspekten der KWK veröffentlicht – und fragt konkret bei den Parteien nach, wie sich diese für die KWK nach der Wahl stark machen wollen.

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) hat jetzt seine Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl 2017 veröffentlicht. Wie der B.KWK meldet, wurden diese an die Parteien versandt, um das Thema KWK in der öffentlichen Diskussion zur Bundestagswahl 2017 zu verankern. Insgesamt sollen die Parteien zu acht Themen Stellung zu nehmen:
– Umlagen reduzieren: Die Einführung der anteiligen EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) auf den Eigenverbrauch und die Belegung von Mieterstromkonzepten mit der vollen EEG-Umlage schwächen laut dem Verband massiv dezentrale Kraft-Wärme-Versorgungskonzepte. Auch der hohe bürokratische Aufwand mache derartige Konzepte unattraktiv.
– Vermiedene Netzentgelte erhalten: Die Abschaffung vermiedener Netzentgelte ab dem Jahr 2023 verkenne die netzdienlichen Eigenschaften von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und schwäche zugleich deren Wirtschaftlichkeit. Deshalb sollten diese auch nach 2022 gezahlt werden, so der B.KWK.
– Vollständig neue Finanzierung der Energiewende durch CO2-Steuer?: Die fluktuierenden erneuerbaren Energien bedürfen eines Ausgleichssystems, das eine sichere Stromerzeugung jederzeit gewährleistet. Zudem leistet die KWK insbesondere im Wärmemarkt den bedeutenden Beitrag für Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Sie verbindet den Strom- und Wärmemarkt und verknüpft beide mit dem Gasmarkt. Sie hat laut dem Branchenverband also die Fähigkeit zur Deckung der Residuallast. Schon heute spare die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme bis zu 50 Prozent Primärenergie und bis zu 80 Prozent CO2-Emissionen ein. Entsprechend kann die Technologie mit Blick auf die Sektorkopplung eine Brücke zu Power-to-Gas-Anlagen mit erneuerbarem Gas aus Wind-, Solar- und Biomethan bauen. Flüssiggase böten vor allem im ländlichen Raum ein erhebliches Potenzial für KWK-Wärmenetze. Bei der Einführung einer CO2-Steuer müsse die KWK deshalb sachgerecht eingeordnet werden. Denn immerhin könne eine nationale CO2-Steuer ein probates Steuerungsinstrument sein, wie dies beispielsweise die Schweiz schon vormache.

Wird die künftige Energieversorgung dezentraler?

– Die Energiewende erfordert eine Änderung der Struktur des Energieversorgungssystems. Hier stelle sich die Frage nach einer mittelfristigen Umstrukturierung der Energieversorgung hin zu mehr dezentralen Strukturen.
– Die KWK koppelt schon heute Sektoren und nutzt erneuerbare Energien: 2015 lag die Bruttostromerzeugung bei 646,9 Terawattstunden. Davon wurden 102,2 Terawattstunden in KWK-Anlagen erzeugt. Der größte Anteil des KWK-Stroms wurde aus gasförmiger Primärenergie (54,6 Terawattstunden) und der zweitgrößte Anteil aus erneuerbaren Energien (25,2 Terawattstunden) produziert. Damit hat die KWK einen Anteil von 16 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland. Schon heute sind viele der KWK-Anlagen stromnetzdienlich, da sie mit ihrer großen Flexibilität das Über- und Unterangebot von Strom im Netz ausgleichen.
– Nach Einschätzung der Branchenvertreter spart die KWK viel Geld, weil sie die vorhandene Infrastruktur nutzt und trotzdem den Ausbau der erneuerbaren Energien voranbringt. So könne heute noch abgeregelter Wind- und Solarstrom künftig in erneuerbares Gas umgewandelt und in den Gasnetzen gespeichert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt können gasbefeuerte KWK-Anlagen wieder Strom und Wärme produzieren. Das spare Geld, weil man weniger Übertragungsleitungen bauen, dafür aber überschüssigen erneuerbaren Wind- und Sonnenstrom nutzen kann.
– Das im aktuellen KWKG definierte Ausbauziel für die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen in Höhe von 120 Terawattstunden bis zum Jahr 2025 scheint derzeit nicht erreichbar.
– Der administrative Aufwand für KWK-Anlagenbetreiber sei zu hoch, insbesondere beim Betrieb von Mini- und Mikro-KWK-Anlagen für kleinere Wohn- und Gewerbeobjekte.
13 konkrete Fragen zu oben genannten Themen hat der B.KWK jetzt an die Bundesparteien verschickt, um das Gespräch über KWK anzukurbeln.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Großer Solarpark mit langen Reihen von Photovoltaikmodulen vor mehreren Windenergieanlagen. Die Anlage erstreckt sich über eine offene Landschaft unter einem wolkigen Himmel und veranschaulicht die kombinierte Nutzung von Solar- und Windenergie zur Stromerzeugung.

BDEW/ZSW: BDEW/ZSW

[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...

Gedämmte Fernwärmeleitungen verlaufen in mehreren Bögen über das Außengelände einer Energieanlage. Die groß dimensionierten silberfarbenen Rohre führen entlang eines modernen Technikgebäudes und veranschaulichen die Infrastruktur eines Wärmenetzes.

Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung

[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...

Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle

[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...

Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang

[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...

Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden

[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit

[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...

Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), spricht auf der Bühne des BDEW-Kongresses 2026 an einem Rednerpult. Hinter ihr ist das Kongresslogo auf einer großflächigen, violett beleuchteten Bühnenwand zu sehen. Im Vordergrund stehen die roten Buchstaben des BDEW-Logos. Die Aufnahme zeigt ihren Auftritt während der Eröffnung der Fachveranstaltung.

BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse

[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche spricht auf dem BDEW-Kongress 2026 an einem Rednerpult vor einem großen Publikum. Hinter ihr zeigt eine überdimensionale Leinwand eine Nahaufnahme der Ministerin während ihrer Rede. Der Bühnenhintergrund ist in violetten und magentafarbenen Tönen gestaltet und trägt das Logo „BDEW Kongress 2026“.

BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens

[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet

[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...

Mehrere Photovoltaikmodule sind auf dem geneigten Ziegeldach eines Wohnhauses installiert. Die Solaranlage wird von Sonnenlicht angestrahlt, während im Hintergrund unscharf Bäume und ein blauer Himmel zu sehen sind. Das Bild symbolisiert die dezentrale Erzeugung von Solarstrom und die Nutzung erneuerbarer Energien im privaten Haushalt.
bericht

Energy Sharing: Solarstrom teilen

[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...

Titelbild des „Fortschrittsmonitors 2026 Energiewende“ von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zu sehen ist eine Person mit Schutzhelm und Sicherheitsgeschirr, die auf dem Maschinenhaus einer Windenergieanlage sitzt und über eine hügelige Landschaft mit zahlreichen Windrädern blickt. Links im Bild steht der Schriftzug „Fortschrittsmonitor 2026 Energiewende“ in einem farbigen Rahmen. Unten rechts sind die Logos von EY und BDEW platziert. Die Szene vermittelt den Ausbau erneuerbarer Energien und die Energiewende in Deutschland.

BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende

[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...

EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen

[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...

Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende

[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...

GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie

[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen

[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...