KohleausstiegPositive Reaktionen
Die Vorschläge der „Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (Kohlekommission) zum Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2038 stößt bei den Branchenverbänden auf ein positives Echo. Marie-Luise Wolff, Präsidentin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), erklärt: „Das ist der erhoffte Durchbruch. Mit diesem Ergebnis besteht jetzt die Chance, dringend notwendige Fortschritte beim Klimaschutz zu erzielen. Gleichzeitig werden wir eine jederzeit sichere Energieversorgung gewährleisten und die berechtigten Interessen der betroffenen Regionen und Unternehmen wahren. Wir appellieren an die Politik, das heute erzielte Ergebnis entschlossen, zügig und vollumfänglich umzusetzen.“ Für den Energiesektor gebe es jetzt einen klaren, realistischen wie auch ambitionierten energie- und klimapolitischen Pfad, so die Vorstandschefin von Entega. Die Energiewirtschaft stehe bereit, auf Grundlage dieses Kompromisses die Energiewende mit erhöhter Kraft zum Erfolg zu führen.
Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung und Mitglied der Kommission, ergänzt: „Der BDEW hat immer betont, dass ein Kompromiss energiewirtschaftlich verantwortbar sein muss und die Eigentumsrechte der Unternehmen wahrt – beides sehen wir erfüllt. Klar ist aber auch: Die ambitionierte zusätzliche Reduktion an gesicherter Leistung bis 2022 erfordert rasche Investitionen in Versorgungssicherheit.“ Das Ergebnis zeichne ein klares Bild der Energieversorgung der Zukunft: Ein rasch wachsender Anteil an erneuerbaren Energien, abgesichert durch Gaskapazitäten, die durch Power-to-Gas schrittweise grüner werden.
Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), kommentiert: „Der Bericht ist eine gute Grundlage, die Beendigung der Kohleverstromung unter den Prämissen der Versorgungssicherheit, Erhalt von Wertschöpfungsketten, des Klimaschutzes sowie der Innovationsfähigkeit der Regionen zu gestalten. Zentrale Punkte sind Zukunftsperspektiven und Arbeitsplätze in den Revieren. Für die Stadtwerke sind die Fortführung der KWK-Förderung, die Digitalisierung der Stromnetze, eine Überarbeitung der Abgaben, Entgelte und Umlagen sowie eine Power-to-X-Strategie maßgeblich. Wir richten die Erwartung an die Bundesregierung, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen.“
Auch Florian Bieberbach begrüßt die Maßnahmenvorschläge der Kohlekommission. Der Chef der Stadtwerke München zeigt sich überzeugt, dass der Ausstieg schon 2035 vollzogen werden kann. Die Versorgungssicherheit werde dadurch nicht gefährdet. Bieberbach erklärt: „Der Bericht der Kommission ebnet nun den Weg für die notwendige Dekarbonisierung unserer Wirtschaft für die nächsten Dekaden. Um schnell deutliche CO2-Einsparungen zu erzielen, sollte bei aller Freiwilligkeit über den Zeitpunkt der Stilllegung ein besonderes Augenmerkt auf der Reihenfolge der Abschaltungen der Kohlekraftwerke liegen, die im Rahmen der geplanten Ausschreibungen zwingend berücksichtigt werden muss.“ Die Reihenfolge in der Auktionierung sollte sich nach den Worten von Bieberbach an den CO2-Vermeidungskosten orientieren. Außerdem müsse gelten: Braunkohle- vor Steinkohlekraftwerken und ungekoppelte vor gekoppelten Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung). Besonders erfreulich sei die Haltung der Kommission zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die Förderung der KWK soll fortgeführt und auch ihre Weiterentwicklung durch die Bundesregierung unterstützt werden.
Abschlussbericht der Kohlekommission (PDF, 5 MB)
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