Mittwoch, 11. März 2026

Plattform EEMehr Klimaschutz in Baden-Württemberg

[15.03.2021] Vorschläge für mehr Klimaschutz in Baden-Württemberg hat die Plattform EE unterbreitet. Sie fordert von der neuen Landesregierung ein weitreichendes Sofortprogramm für den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien.
Bei der Photovoltaik sieht die Plattform EE BW Ausbaupotenzial durch die Erschließung verschiedener Flächen.

Bei der Photovoltaik sieht die Plattform EE BW Ausbaupotenzial durch die Erschließung verschiedener Flächen.

(Bildquelle: folewu/123rf.com)

Dass Baden-Württemberg die Klimaschutzziele 2020 erreicht hat, ist auch auf die Einschnitte durch die Corona-Pandemie zurückzuführen. Damit die Treibhausgasemissionen dauerhaft sinken, braucht es jedoch strukturelle Veränderungen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW) hat deshalb Empfehlungen für einen schnellen Ausbau regenerativer Energien entwickelt. „Wind-, Biogas- und Wasserkraftanlagen können ihre Stromerzeugung durch Modernisierungen und Repowering erhöhen. Bei der Photovoltaik gilt es, geeignete Flächen besser zu nutzen“, erklärt Franz Pöter, Geschäftsführer der Plattform EE BW. „Für Tiefengeothermie und Holzenergie sind Grundlagenstudien sinnvoll.“ Die nächste Landesregierung fordert Franz Pöter auf, beim Klimaschutz sofort mit Siebenmeilenstiefeln voranzugehen. „Nur mit höheren Ambitionen lassen sich die vertanen Chancen der vergangenen Legislaturperiode nutzen.“ Erneuerbare Energien schneller auszubauen, nütze letztlich nicht nur dem Klima, sondern stärke auch die regionale Wirtschaft. „Egal, ob die Energie aus Wind, Wasser, Sonne, dem Erdreich oder dem Wald kommt – alle erneuerbaren Energien bieten erhebliche Potenziale für den Klimaschutz, die bislang ungenutzt bleiben. Die nächste Landesregierung darf diese Möglichkeiten nicht weiter ungenutzt lassen. Sie muss sofort nach der Wahl am 14. März für mehr Klimaschutz eintreten.“

Potenzialflächen besser nutzen

Bei der Photovoltaik sieht die Plattform EE BW Ausbaupotenzial durch die Erschließung verschiedener Flächen. Sonnenenergie lasse sich faktisch überall nutzen – auf Dächern, an Fassaden, auf Äckern, Wiesen und Parkplatzflächen. Bei Letzteren würden sich positive Zusatzeffekte wie Wetterschutz und Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge schaffen lassen. „Wir müssen in unserem dicht besiedelten Bundesland verstärkt Flächen mehrfach nutzen. Mit einem 1.000-Sonnen-Parkplatz-Programm für Kommunen und Landeseinrichtungen können wir hier schnell ein neues Marktpotenzial erschließen“, meint Franz Pöter. In nahezu allen Kommunen gebe es größere Parkplätze, die mit einer solaren Überdachung Strom und Wärme erzeugen können.
Bei der Windenergie sieht die Plattform EE BW vor allem an vielen älteren Windenergiestandorten Änderungsbedarf. Mit dem Austausch von in die Jahre gekommenen Anlagen durch moderne Windenergieanlagen lasse sich die Stromerzeugung an diesen Standorten vervielfachen. „Der Austausch der Anlagen, das so genannte Repowering, muss daher an den Standorten selbst und im mittelbaren Umfeld vereinfacht ermöglicht werden. Hierzu muss die Landesregierung schnell unbürokratische und verlässliche Regelungen festlegen“, fordert Pöter. Zusätzlich sollen in den kommenden fünf Jahren mehr als 100 Windenergieanlagen im Staatswald gebaut werden.

Mit Studien Grundlagen schaffen

Auch in der Tiefengeothermie kann die nächste Landesregierung laut der Plattform EE für Aufschwung sorgen. In den geologischen Tiefen am Oberrhein besitze Baden-Württemberg ein großes Wärmereservoir. Dieses gelte es für die Wärmeversorgung der Region zu nutzen. „Mit einer grundlegenden Studie sollte untersucht werden, wie sich das Potenzial der tiefen Geothermie im Zusammenspiel mit weiteren erneuerbaren Energiequellen für die Wärmeversorgung der Gesamtregion nutzen lässt. Hierzu zählen die Dekarbonisierung der bisherigen Fernwärmeversorgung, die industrielle Prozesswärme und sonstiger Wärmeabnehmer, die in einem erneuerbaren Wärmenetzverbund münden könnten“, so Pöter.
Keine ausreichend belastbaren Zahlen gibt es bei der Nutzung von Waldholz zur Strom- und Wärmeerzeugung. „Wir werben deshalb für eine umfangreiche Studienarbeit zur Bioökonomie, die den Holzzuwachs im Wald, die Nutzungskaskade – von der naturnahen Bewirtschaftung über die stoffliche Nutzung bis hin zum Energieholz – analysiert und bilanziert.“ Die verschiedenen Nutzungsinteressen am Wald als Naturraum, Erholungsgebiet, Rohstoff- und Energiequelle lassen sich aus Sicht der Plattform EE BW miteinander vereinen und Holz als Eckpfeiler einer klimafreundlichen Strom- und Wärmeversorgung nutzen.

Modernisieren und neue Technologien einsetzen

Die über 1.500 Kleinwasserkraftanlagen in Baden-Württemberg erzeugen kontinuierlich klimaschonenden Strom. „Die Anforderungen der ökologischen Gewässergestaltung ist auch mit Wasserkraftnutzung vereinbar. An einigen Wasserkraftstandorten braucht es dafür Modernisierungen, die mit einem gezielten Förderprogramm des Landes unterstützt werden müssen. Wir können es uns nicht leisten, auf den Beitrag der Wasserkraft zu verzichten“, erklärt Pöter.
Für die Biogasbranche sei es sinnvoll, sich künftig stärker in Netzwerken zusammenzuschließen. Oft habe der Fokus bislang auf dem Betrieb von Einzelanlagen gelegen. Doch für eine effiziente Nutzung von Biogas sei ein Netzverbund sinnvoll. „Für ein nachhaltiges Energiesystem lohnt es sich, Biogas zu Biomethan als alternativen Kraftstoff aufzubereiten. Ein Leitungsverbund von mehreren Biogasanlagen ermöglicht eine effiziente Methanisierung oder die Einspeisung ins Gasnetz. Der Bau vorbildlicher Biomethannetze sollte von der Landesregierung maßgeblich unterstützt werden“, erläutert Franz Pöter. Möglich sei das durch die Etablierung eines geeigneten Förderprogramms. Das Umweltministerium und das Ministerium Ländlicher Raum müssten dazu unabhängig von den politischen Farben besser kooperieren.





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