Montag, 21. September 2026

KlimaschutzDrei-Punkte-Plan für Klimaanpassung

[30.03.2021] Einen Drei-Punkte-Plan zur Anpassung an den Klimawandel haben Bundesumweltministerin Svenja Schulze und die kommunalen Spitzenverbände vereinbart. Dieser sieht unter anderem ein bundesweites Beratungszentrum für Städte, Landkreise und Gemeinden vor.
Der Drei-Punkte-Plan zur Klimaanpassung sieht unter anderem die Auszeichnung wegweisender Lösungen in Kommunen vor.

Der Drei-Punkte-Plan zur Klimaanpassung sieht unter anderem die Auszeichnung wegweisender Lösungen in Kommunen vor.

(Bildquelle: elenabsl / 123rf.com)

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände haben nun einen schnell wirksamen Drei-Punkte-Plan zur Anpassung an den Klimawandel vereinbart. Das teilt der Deutsche Landkreistag mit. Die wesentlichen Elemente seien erstens ein bundesweites Beratungszentrum für Städte, Landkreise und Gemeinden, das bis zum Sommer 2021 seine Arbeit aufnehmen wird. Kommunen aus ganz Deutschland sollen in diesem Zentrum Informationen und Anregungen für Strategien und Projekte zur Klimaanpassung erhalten. Zweitens fördere der Bund den Einsatz lokaler Anpassungsmanager. So werde sichergestellt, dass die Strategien auch in der Praxis ankommen. Drittens würden besonders innovative Lösungen von Kommunen über den Wettbewerb „Blauer Kompass“ prämiert. Alle drei Punkte sollen noch vor der Sommerpause 2021 umgesetzt werden.

Bessere Beratung und Förderung

Bundesumweltministerin Svenja Schulze erklärt: „Die Folgen des Klimawandels machen vor allem den Kommunen zu schaffen. Dabei ist jede Kommune anders betroffen. Eine Stadt erlebt immer häufiger Hochwasser, eine andere Gemeinde kämpft mit Wasserknappheit, und in der dritten leiden ältere Menschen unter der Hitze der Großstadt. Jede dieser Kommunen soll künftig die Klimaanpassung umsetzen, die zu ihr passt. Daher sorge ich noch vor der Sommerpause für bessere Beratung und bessere Förderung. Kommunen profitieren doppelt, denn klimaangepasste Städte und Landkreise sind lebenswert: Begrünte Dächer und Gebäudefassaden, Wasserflächen und verschattete Plätze lindern Hitze, bereichern die Vielfalt in der Stadt und steigern die Aufenthaltsqualität. Anpassung sichert die ökonomischen Grundlagen und ist ein Mehrwert für die Lebensqualität der gesamten Gesellschaft.“
Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetags und Oberbürgermeister von Leipzig berichtet: „Wie wir heute bauen, bestimmt auf lange Sicht das Leben in unseren Städten. Denn Brücken, Wohngebiete, Rad- und Schienenwege ebenso wie Infrastrukturen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung haben lange Lebenszeiten. Wir müssen heute konsequent den Wandel des Klimas mitdenken und für eine nachhaltige Entwicklung in den Städten vorsorgen. Es geht um einen langfristigen Umgang mit dem Klimawandel vor unserer Haustür. Der Drei-Punkte-Plan greift Forderungen aus den Städten auf und unterstützt ihren Einsatz für eine nachhaltige Klimafolgenanpassung. Das ist ein erster Schritt, dem in der nächsten Legislaturperiode weitere folgen müssen.“

Nachhaltige Entwicklung

„Die Landkreise sind mit viel Engagement dabei, ihren Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung zu leisten“, führt Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags und Landrat des Kreises Ostholstein, aus. „Da sich die Auswirkungen und Herausforderungen des Klimawandels in den Landkreisen bundesweit betrachtet sehr unterschiedlich darstellen, ist dies auch eine Frage im Zusammenhang mit der Beförderung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Dabei kann der vereinbarte Drei-Punkte-Plan einen Beitrag leisten. Wichtig ist, dass die Kommunen zielgenau die notwendige Beratung und Unterstützung bei der Anpassung an die unterschiedlichen Folgen des Klimawandels erhalten.“
Ralph Spiegler, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm fügt an: „Die Anpassung an den Klimawandel stellt Kommunen vor besondere Herausforderungen. Hitze und Dürre, aber auch Starkregenereignisse und Hochwasser erfordern eine klare Strategie. Für Kommunen zahlt sich daher eine klimagerechte Stadtentwicklung, die insbesondere mehr Freiflächen, eine energieeffiziente Bauweise, erneuerbare Energien und eine klimagerechte Mobilität umfasst, aus. Wir brauchen zudem mehr Grün und Blau in unseren Städten und Gemeinden. Um diese Herausforderungen zu meistern, bedarf es einer finanziellen Unterstützung von Maßnahmen sowie eines engen Zusammenwirkens von Bund, Ländern und Kommunen.“

Erhebliche Auswirkungen

In den vergangenen Jahren hat Deutschland wiederholt trockene Sommer erlebt, teilt der Deutsche Landkreistag mit. Die Landwirtschaft, aber auch das Gesundheits- und Sozialwesen bekommen die Folgen der Dürre zu spüren. Wetterextreme wie anhaltende Hitzewellen, Dürren, Waldbrände, Starkregen und Überflutungen machen die Folgen zu einem Alltagsphänomen, das immer weniger die Ausnahme wird. Die Folgen des Klimawandels seien deshalb auch mit erheblichen Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlstand in Deutschland verbunden, die insbesondere in den Kommunen vor Ort sichtbar werden: Gesundheitsbelastungen bis hin zu vorzeitigen Todesfällen, signifikante Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen sowie in der Land- und Forstwirtschaft, Engpässe in der Wasserversorgung der Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie (DAS) beschlossen und diese seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.





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