Mittwoch, 4. März 2026

StuttgartKlimaschutzbericht 2020 veröffentlicht

[15.07.2022] Stuttgart hat seine Treibhausgas‐Emissionen weiter reduziert und ist damit auf einem guten Weg, das 1,5 Grad‐Ziel von Paris zu erreichen. Darüber hat die Landeshauptstadt jetzt bei der Vorstellung des Energie‐ und Klimaschutzberichts 2020 im Ausschuss für Klima und Umwelt informiert.

Aus dem neuen Energie- und Klimaschutzbericht 2020 der Landeshauptstadt Stuttgart geht hervor, dass sie ihre Treibhausgas-Emissionen weiter reduzieren konnte und sie damit auf einem guten Weg ist, das 1,5 Grad-Ziel von Paris zu erreichen. Wie die Stadt mitteilt, wurde der Bericht jetzt im Ausschuss für Klima und Umwelt vorgestellt.
Um möglichst rasch klimaneutral zu werden, hat die Stadt einen so genannten CO2-Reduktionspfad entwickelt. Dessen Einhaltung werde von der Energieabteilung des Amts für Umweltschutz für das gesamte Stadtgebiet und speziell für die städtischen Liegenschaften anhand der Energie‐ und Treibhausgasbilanzen überwacht.
Im Jahr 2020 hätten die Treibhausgas‐Emissionen im gesamten Stadtgebiet 3,3 Millionen Tonnen betragen. Damit habe die Landeshauptstadt ihre Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 bereits um 48 Prozent reduziert und somit das notwendige Minimalziel für 2020 um acht Prozent übererfüllt. Dazu der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold: „Stuttgart lag damit auch im Jahr 2020 unterhalb des nach dem bisherigen Entwicklungspfad für das 1,5 Grad‐Ziel zulässigen Werts und ist wieder einen Schritt näher an der Zielvision 100 Prozent klimaneutral in 2050 zu sein.“ Sollte der Gemeinderat das Zieljahr auf 2035 vorziehen, müssen die Anstrengungen beim Klimaschutz angepasst werden.

Maßnahmen zeigen Wirkung

Der Landeshauptstadt zufolge zeigen die von ihr ergriffenen Maßnahmen Wirkung: So hätten im Bereich Energieeinsparung und erneuerbare Energien alle für 2020 gesteckten gesamtstädtischen Ziele erreicht werden können. Der gesamte Primärenergiebedarf für Strom, Wärme und Verkehr habe 2020 bei 14.094 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr gelegen. Damit habe er gegenüber 1990 um 8.339 GWh pro Jahr (37 Prozent) gesenkt werden können (Zielvorgabe waren 20 Prozent). Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien sei 2020 auf 21,9 Prozent gestiegen und habe damit über dem gesetzten Ausbauziel von 20 Prozent gelegen.
Die tatsächlichen Emissionen seien mit dem für Stuttgart entwickelten und mit zahlreichen Akteuren abgestimmten Treibhausgasreduktionspfad abgeglichen worden. Der städtische Reduktionspfad zeige unter Berücksichtigung der Klimaziele von Paris, wie viel Treibhausgas‐Emissionen sich die gesamte Stadt jedes Jahr noch erlauben kann, um auf dem Weg zur Klimaneutralität auf Kurs zu bleiben. Während 2019 das Jahresziel noch um vier Prozent unterschritten wurde, hätte für 2020 die festgelegte maximale Emission um 350.000 Tonnen CO2 oder acht Prozent unterschritten werden können.

Effekte der Coronakrise verstetigen

Die Veränderungen durch die Coronakrise wirkten sich im Energieverbrauch und beim Klimaschutz aus. Diese Effekte sollten allerdings nicht auf die Coronakrise beschränkt bleiben, sondern müssten zu einer generellen und langfristigen Veränderung führen. Den städtischen Liegenschaften komme dabei eine Vorbildfunktion zu. Die Stadt Stuttgart habe sich für städtische Neubauvorgaben den Plusenergiestandard gesetzt. Sanierungen von kommunalen Liegenschaften würden mit dem Ziel angegangen, die bestehenden Gebäude klimaneutral zu sanieren.
Im Bereich der öffentlichen Gebäude habe das städtische Energie-Management die CO2-Emissionen im Jahr 2020 durch einen Mix aus Betriebsoptimierungen, Anlagen‐ und Gerätetausch sowie Sanierungsmaßnahmen gegenüber 2019 um weitere acht Prozent reduzieren können. Damit ergebe sich insgesamt eine Abnahme von 70 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990.
Ein großer Erfolg des kommunalen Energie-Management sei die Verringerung des Heizenergiebezugs um 50 Prozent seit Beginn des Energie-Management im Jahr 1977 in der Stadtverwaltung. Damit sei über viele Jahrzehnte nicht nur das Klima geschont worden, sondern auch die städtische Haushaltskasse: Insgesamt beliefen sich die kumulierten Einsparungen bei den Energie‐ und Wasserkosten seit dem Jahr vor Beginn des Energie-Management auf 770,8 Millionen Euro. 2020 seien von der Stadtverwaltung insgesamt 171 Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien betrieben worden, darunter 116 Photovoltaik‐Anlagen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende

[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...

bericht

Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden

[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...

Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie

[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit

[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...

Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess

[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet

[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...

Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen

[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...

Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS

[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...

Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf

[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...

Auf einem weiten Ackerland wird eine Windenergieanlage errichtet: Ein großer Turm steht bereits, ein roter Baukran montiert weitere Bauteile. Am Boden liegen Rotorblätter mit roten Spitzen, Turmsegmente und Technikcontainer, im Hintergrund sind mehrere fertige Windräder in der Landschaft zu sehen.

Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik

[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...