Offenbach an der QueichGünstige und grüne Wärme

Die Hauptakteure des Nahwärmenetzes auf dem Dach das Rathauses mit PV-Dachanlage.
Robin Göbel, Patrick Hoffmann beide Energie Südwest Projektentwicklung, Bürgermeister Axel Wassyl; v.l.).
(Bildquelle: Offenbach an der Queich)
Die Kommune Offenbach an der Queich im Süden von Rheinland-Pfalz baut über den kommunalen Energieversorger das städtische Wärmenetz bereits seit 2020 konsequent aus. Durch die Installation zweier zusätzlicher Wärmepumpen können weitere kommunale sowie private Gebäude angeschlossen und mit CO2-freier Wärme versorgt werden. Dafür wurde sie nun von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet. Seit mittlerweile knapp zwei Jahrzehnten investiert Offenbach an der Queich unter Bürgermeister Axel Wassyl in die Energie- und Wärmewende. Insbesondere Investitionen in den Ausbau der Wärme-Infrastruktur gewinnen zunehmend an Bedeutung. Über Leitungen des neuen kommunalen kalten Nahwärmenetzes wird das Rathaus inzwischen seit knapp zwei Jahren mit Wärme versorgt. Geplant ist zudem der Anschluss privater Haushalte und des Schwimmbads sowie der Sporthalle des Ortes. Durch die Kommunalisierung des Stromnetzes über eine GmbH mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung kann Offenbach schnell und flexibel auf neue Herausforderungen reagieren. „Kommunale Handlungsfähigkeit ist entscheidend für die Bewältigung aktueller Krisen“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE. Diese Dynamik müsse jetzt in den Kommunen durch Investitionen in erneuerbaren Strom und erneuerbare Wärme gefestigt werden. Offenbach hat sich hier die notwendige Handlungsfreiheit geschaffen und setzt nun konsequent Projekte um, die das Klima schützen und durch die Stabilisierung der Energiepreise auch den kommunalen Zusammenhalt stärken.
Mit der Kommunalisierung des Stromnetzes 2015 erreicht die kommunale Energiewende einen vorläufigen Höhepunkt. Der neue Energieversorger beliefert die Kunden in der Region bereits heute mit Ökostrom. Gleichzeitig eröffnet dieser der Kommunalverwaltung neue Möglichkeiten bei der Planung der kommunalen Wärmewende, indem er teilweise Projektions- und Planungskosten sowie andere Investitionskosten für den Anschluss privater Haushalte an das stetig wachsende Wärmenetz übernimmt. Auch bieten sich mehr Möglichkeiten, auf die Preisgestaltung einzuwirken und somit soziale Härten abzufedern. Ziel der Kommunalverwaltung ist nämlich die Schaffung eines Zugangs für möglichst alle Offenbacherinnen und Offenbacher. Bei der Planung neuer Wohngebiete sowie der Erneuerung von Straßen nutzt die Kommune durch effizientere Planung zudem Synergien. So werden beispielsweise bei allen Straßensanierungsmaßnahmen gleich die Leitungen für das Wärmenetz mitverlegt.
Neben dem Wärmenetz investiert Offenbach an der Queich über die 2014 gegründete Energie Südpfalz in den Ausbau der lokalen Erzeugungskapazität. Über ihre Beteiligung ist die Kommune inzwischen an sieben PV-Anlagen mit einer jährlichen Gesamtleistung von 10.100 Megawattstunden erneuerbarem Strom beteiligt. Über den Windpark Offenbach auf dem Gebiet der Kommune wird nochmals etwa die dreifache Menge an erneuerbarem Strom pro Jahr erzeugt. 2021 stellten die sechs Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von knapp 140 Metern genug Strom für 13.000 Durchschnittshaushalte zur Verfügung. Zum Vergleich: In Offenbach an der Queich leben etwa 6.000 Bürger.
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