FernwärmenetzSoftware hilft bei Umstrukturierung
Politisch mit Hochdruck wird derzeit die Wärmewende in Deutschland vorangetrieben. Als eine ihrer Schlüsseltechnologien werden Fernwärmenetze bewertet, die wegen ihres geringen Primärenergieeinsatzes generell eine geringere Umweltbelastung darstellen. Trotzdem fällt der Anteil der Fernwärme an der Gesamtenergieversorgung bislang eher gering aus. Im Jahr 2022 wurden gerade einmal 14,3 Prozent aller Wohnungen mit Fernwärme beheizt. Das entspricht in etwa jedem siebten deutschen Haushalt. Zu begründen ist dies vor allem mit dem aufwendigen Bau der Wärmenetze, der sich nur lohnt, wenn möglichst viele Haushalte in einem kleinen Radius versorgt werden können. Fernwärmenetze sind deshalb vor allem in Ballungsräumen wie Berlin oder Hamburg verbreitet. Dort liegt der Anteil der Fernwärmenutzer mit durchschnittlich 36 Prozent deutlich höher.
Um den Fernwärmesektor noch nachhaltiger zu gestalten und Deutschland weniger abhängig von fossilen Energieträgern zu machen, müssen die bestehenden Wärmenetze schrittweise auf alternative Energiequellen umgestellt werden. Noch wird ein Großteil der Fernwärme in Deutschland durch fossile Energieträger erzeugt. Bei nur rund 17 Prozent lag der Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2021. In Schweden sind es durchschnittlich 80 Prozent.
Problem der einheitlichen Temperaturabsenkung
Grundsätzlich kann eine Vielzahl an Energiequellen in Fernwärmenetze einspeisen. Eine der vielversprechendsten Alternativen zu Gas, Kohle und Öl stellt die in industriellen Prozessen entstehende Abwärme dar. Als Nebenprodukt geht sie oft ungenutzt verloren und lässt sich deshalb hervorragend in der Wärmeversorgung einsetzen. Auch die Abwärme aus Geo- und Solarthermieanlagen oder Rechenzentren kommt als Energiequelle infrage. Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom könnten allein durch die Nutzung von Rechenzentrumsabwärme jährlich rund 350.000 Wohnungen in Deutschland versorgt werden – das entspricht in etwa der Wohnungsanzahl Bremens. Europaweit könnte die Abwärme aus Rechenzentren nach einer Berechnung von Eurostat sogar zwei bis drei Prozent der Energie liefern, die europäische Haushalte zum Heizen brauchen. Weitere mögliche Nutzungsquellen für Fernwärmenetze sind Müllverbrennungsanlagen, Heizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Biogas sowie feste Biomasse in Form von Pellets, Hackschnitzeln oder Scheitholz.
Die Verwendung alternativer Energiequellen in Fernwärmenetzen geht mit einigen Herausforderungen einher. Zunächst muss beispielsweise die Temperatur im Verteilungsnetz deutlich verringert werden. Üblicherweise sind diese aber auf die Versorgung der Gebäude mit dem höchsten Energiebedarf ausgelegt. Das übrige Netz wird deshalb mit viel höheren Temperaturen versorgt als erforderlich. Da die vorhandene Energiemenge in den Fernwärmenetzen permanent zur Verfügung steht, aber nicht ständig abgerufen wird, geht wertvolle Energie verloren. Durch die hohen Temperaturunterschiede zwischen dem Wasser in den Rohrleitungen und dem Erdreich kommt es zu teils hohen Wärmeverlusten. Hinzu kommt, dass Fernwärmenetze in der Regel über Jahrzehnte hinweg gewachsen und daher sehr verzweigt sind. Das gestaltet eine einheitliche Temperaturabsenkung unter Berücksichtigung individueller Verbrauchergruppen sehr aufwendig.
Netztransformation schon heute
Dank intelligenter End-to-End-Lösungen können Fernwärmeanbieter ihre Netze trotzdem schon jetzt so optimieren, dass eine bedarfsorientierte Versorgung möglich wird. Moderne Anwendungen wie Grundfos iGRID erlauben eine zonenweise Transformation: Eine intelligente Datenerfassung und -auswertung in Echtzeit sorgt dafür, dass die Energieversorgung in diesen Zonen besser angepasst werden kann. In jenen Bereichen des Fernwärmenetzes, die eine geringere Wärmeleistung benötigen, lässt sich die Vor- und Rücklauftemperatur senken. Dazu wird das kältere Rücklaufwasser in die Vorlaufleitung eines beliebigen Abzweigs im Netz gemischt und das dahinter liegende Areal bedarfsgerecht versorgt. Um bis zu 20 Prozent können auf diese Weise die Wärmeverluste im Versorgungsnetz reduziert werden. Auch die Lebensdauer der bestehenden Netze erhöht sich um mehr als das Dreifache. Zudem lassen sich durch die direkte Einbindung von Wärmepumpen in den neuen Niedertemperaturzonen neue Energiequellen viel effizienter einsetzen.
Die Bundesregierung will die Abwärmenutzung aus alternativen Energiequellen stärker voranbringen und hat in diesem Zuge einen Vorschlag für ein neues Energieeffizienzgesetz vorgelegt. Dieses könnte erheblich dazu beitragen, die Energiesicherheit in Deutschland zu steigern. Aber auch international werden der Ausbau der Fernwärme und die Integration alternativer Energiequellen vorangebracht und Digitalisierungsprozesse weiter optimiert.
ITC: KI-Werkzeugkasten vorgestellt
[30.01.2026] ITC hat einen cloudbasierten KI-Werkzeugkasten für Stadtwerke und Energieversorger vorgestellt, der sofort einsetzbare Funktionen für Kundenservice, Prozessautomatisierung und Energiemanagement bündelt. Ziel ist es, technische Hürden abzubauen und Künstliche Intelligenz als praktisches Arbeitsmittel im Tagesgeschäft einzuführen. mehr...
Stadtwerke Eberbach: Umstieg auf Kraftwerk-Plattform
[29.01.2026] Die Stadtwerke Eberbach ersetzen ihr bisheriges SAP-System durch die Kraftwerk-Plattform auf Basis von Microsoft Business Central. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Möglichkeit, alle energiewirtschaftlichen Prozesse auf einer durchgängigen Softwarelösung abzubilden. mehr...
GABO IDM: Zunehmende Bedeutung von Digitalen Informationszwillingen
[27.01.2026] Digitale Informationszwillinge sollen ungeplante Stillstände in Energieanlagen deutlich verkürzen und die Anlagenverfügbarkeit erhöhen. Nach Angaben der GABO IDM bündeln sie technische Daten, Dokumentation und Prozesse in einer zentralen, webbasierten Plattform. mehr...
TelemaxX: Verunsicherung bei Cyber-Sicherheit nimmt zu
[15.01.2026] Seit Inkrafttreten des NIS-2-Gesetzes nimmt die Verunsicherung vieler mittelständischer Unternehmen bei Fragen der Cyber-Sicherheit deutlich zu. Der Rechenzentrumsbetreiber TelemaxX meldet eine stark gestiegene Nachfrage nach Beratung zu Compliance, IT-Betrieb und Nachweispflichten. mehr...
The Green Bridge: Mit KI Netze schützen
[14.01.2026] Sabotageakte auf Strom- und Versorgungsnetze zeigen, wie verwundbar Städte sind. Ein KI-gestütztes Geo-Clustering soll helfen, kritische Knotenpunkte präzise zu erkennen, gezielt zu schützen und im Ernstfall schneller zu reagieren. mehr...
Heim-Energiemanagement: Den Einstieg erleichtern
[17.12.2025] Das Tochterunternehmen von MVV Energie, beegy, hat ein auf die Anforderungen von Stadtwerken zugeschnittenes Heim-Energiemanagementsystem (HEMS) entwickelt. stadt+werk sprach mit Geschäftsführer Carsten Bruns über die Eigenschaften und Vorzüge der White-Label-Lösung. mehr...
regiocom: Neue Cloud-Lösung für das Regulierungsmanagement
[17.12.2025] Eine neue Cloud-Plattform soll das Regulierungsmanagement in der Energiewirtschaft flexibler und modularer machen. Die RegMan-Plattform 1.0 ersetzt eine seit 20 Jahren genutzte Systemlösung und startet offiziell zur E-world 2026. mehr...
BSI: Analyse zu KRITIS-Angriffen
[15.12.2025] Prorussische Hacktivisten setzen laut einer neuen internationalen Analyse zunehmend auf einfache Angriffsmethoden, um Kritische Infrastrukturen zu stören. Die Gemeinschaftspublikation mehrerer Sicherheitsbehörden zeigt, wo Betreiber besonders wachsam sein müssen. mehr...
ITC: Neue Version der ITC PowerCommerce Suite im SAP Store
[15.12.2025] Das Unternehmen ITC hat seine jüngste Generation der Plattform PowerCommerce Suite im SAP Store bereitgestellt. Die vollständig in SAP BTP und SAP S/4HANA integrierte Lösung soll Energieunternehmen digitale Abläufe erleichtern und den Kundenservice beschleunigen. mehr...
JUWI: KRITIS-Re-Auditierung bestanden
[10.12.2025] JUWI hat die erneute KRITIS-Prüfung erfolgreich abgeschlossen und damit seine Schutzmaßnahmen für die kritische Energie-Infrastruktur bestätigt bekommen. Die Zertifizierung bescheinigt robuste Prozesse in IT-Sicherheit und Angriffserkennung. mehr...
Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen
[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...
m3/Fraunhofer IPK: Studie zum KI-Einsatz bei Stadtwerken
[04.11.2025] Stadtwerke können laut einer neuen Studie der Unternehmensberatung m3 und des Fraunhofer IPK durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ihre Kosten bis 2035 deutlich reduzieren. Besonders große Einsparpotenziale sehen die Autoren in Netzen und Erzeugung. mehr...
Wilken Software Group: Migration von 20 Kunden auf Kisters-Plattform
[03.11.2025] Die Wilken Software Group hat 20 Kunden auf die Redispatch-2.0-Plattform von Kisters migriert. Die Erweiterung der langjährigen Partnerschaft soll die Integration von Abrechnung und Redispatch-Prozessen in der Energiewirtschaft weiter vereinfachen. mehr...
Stadtwerke Herford: Modernisierung der IT
[27.10.2025] Die Stadtwerke Herford modernisieren ihre IT-Landschaft und setzen künftig auf die Komplettlösung kVASy von SIV.AG. Der Versorger entschied sich nach einer europaweiten Ausschreibung für das SaaS-System aus Roggentin, das sämtliche Sparten und Kundenprozesse abbilden soll. mehr...
Stadtwerke Wolfenbüttel: Rechenzentrum modernisiert
[09.10.2025] Die Stadtwerke Wolfenbüttel haben ihre Rechenzentren vollständig modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Damit stärken sie die digitale Infrastruktur für eine sichere, nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung in der Region. mehr...
















