Samstag, 20. Juni 2026

HamburgWasserstoff-Forschungsprojekt gestartet

[13.01.2025] Im Rahmen des Projekts MEDEA erforschen Hamburger Partner eine innovative Methode zur Wasserstoffproduktion mittels Plasmacracking. Ziel ist die klimafreundliche Erzeugung von Wasserstoff und Kohlenstoff, um eine CO₂-negative Technologie für die Energiewende zu entwickeln.

Forschungsanlage in Hamburg Tiefstack, in der Kohlenstoff und Wasserstoff aus Methan getrennt wird.

(Bildquelle: CC4E der HAW Hamburg)

In Hamburg wurde jetzt das Forschungsprojekt MEDEA (Methan Dekarbonisierung mittels Mikrowellen-Niedertemperatur-Plasmacracking) gestartet. Wie die beteiligten Partner – das Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der HAW Hamburg, iplas und die Hamburger Energienetze – in einer gemeinsamen Pressemeldung mitteilen, verfolgen sie das Ziel, eine nachhaltige Methode zur Wasserstoffproduktion zu erforschen. Dabei wird Methan mithilfe einer Mikrowellen-Plasmacracking-Anlage in Wasserstoff und festen Kohlenstoff (Carbon Black) zerlegt. Im Unterschied zu konventionellen Verfahren wie der Dampfreformierung entsteht hierbei kein CO₂, da der Prozess unter Ausschluss von Sauerstoff abläuft.

Testbetrieb gestartet

Die Anlage, die am Standort Tiefstack aufgebaut wurde, geht nun laut Pressemeldung in die Inbetriebnahmephase. Diese Phase umfasst einen intensiven Testbetrieb, um das Betriebsverhalten, die Energieeffizienz sowie die Qualität des erzeugten Kohlenstoffs zu untersuchen. Langfristig soll die Technologie mit Biomethan als Rohstoff betrieben werden. Biomethan aus organischen Abfällen könnte es ermöglichen, durch die dauerhafte Bindung des Kohlenstoffs negative CO₂-Emissionen zu erzielen und perspektivisch CO₂-Zertifikate zu handeln.

Michael Dammann, technischer Geschäftsführer von Hamburger Energienetze, betont die Bedeutung des Projekts: „Mit MEDEA knüpfen wir an erfolgreiche Wasserstoff-Kooperationen an und gewinnen Einblicke in eine klimafreundliche Erzeugungstechnologie, die in wenigen Jahren Marktreife erlangen könnte.“ Professor Hans Schäfers vom CC4E ergänzt, dass das Verfahren durch seinen geringen Energieverbrauch und die CO₂-negative Produktion einen vielversprechenden Ansatz zur Kompensation schwer vermeidbarer Emissionen darstellt.

Ziel: Klimafreundliche Wasserstoffwirtschaft

MEDEA ist Teil der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsinitiative X-Energy. Das Projekt will wichtige Erkenntnisse liefern, um den Bedarf an Negativemissionen zu decken und gleichzeitig den Aufbau einer klimafreundlichen Wasserstoffwirtschaft voranzutreiben.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wasserstoff

EWE/Salzgitter AG: Liefervertrag für grünen Wasserstoff abgeschlossen

[17.06.2026] EWE und die Salzgitter AG haben einen langfristigen Liefervertrag über jährlich 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff abgeschlossen. Die Vereinbarung soll die klimafreundliche Stahlproduktion voranbringen und gilt als wichtiges Signal für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. mehr...

Ein Mann steht in einem Heizungskeller vor einer wandhängenden Wasserstoff-Heizung und bedient das Display des Geräts. Auf der Front ist der Hinweis „H2 – 100 % Wasserstoff“ zu sehen. Die Anlage ist Teil eines Projekts zur Versorgung von Gebäuden mit Wasserstoff über das bestehende Gasnetz. Im Hintergrund sind Rohrleitungen und weitere Komponenten der Heizungsinstallation erkennbar.

Vaillant: Wasserstoffnetz im Regelbetrieb

[12.06.2026] Mehrere Privathaushalte in Hohenwart heizen jetzt mit 100 Prozent Wasserstoff. Das Projekt „H2Dahoam“ ist in den dauerhaften Betrieb gegangen. mehr...

Nationaler Wasserstoffrat: Nationaler Wasserstoffrat reformiert

[12.06.2026] Die Bundesregierung hat eine Reform des Nationalen Wasserstoffrats beschlossen. Das Gremium soll künftig stärker auf den Markthochlauf von Wasserstoff ausgerichtet werden. Zudem wird sein Aufgabenbereich erweitert und die Struktur verschlankt. mehr...

EWE: Bilfinger erhält Großauftrag für Wasserstoffanlage

[20.05.2026] EWE hat Bilfinger mit zentralen Arbeiten für die 320-Megawatt-Wasserstoffanlage in Emden beauftragt. Der Großauftrag markiert den Abschluss der letzten wesentlichen Vergaben und schafft die Basis für langfristige Lieferverträge für grünen Wasserstoff. mehr...

Glänzende „H₂“-Schrift schwebt in einer blauen, wasserähnlichen Umgebung mit aufsteigenden Bläschen und Lichtreflexen.

Bundeshaushalt: Verbände fordern Geld für Wasserstoff

[30.04.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschaft und Kommunen verlangt neue Finanzhilfen für den Wasserstoffmarkt. Im Bundeshaushalt 2027 sollen nach Angaben der Verbände Mittel für Preisgarantien und staatliche Absicherungen eingeplant werden. Damit sollen Investitionen erleichtert und der stockende Markthochlauf beschleunigt werden. mehr...

Braunschweig: Großspeicher für Wasserstoff angeliefert

[30.04.2026] Am Forschungsflughafen Braunschweig entsteht mit neu angelieferten Metallhydridspeichern eine Forschungsanlage für bis zu 500 Kilogramm Wasserstoff. Die TU Braunschweig baut damit ihr H2-Terminal zu einem großskaligen Reallabor für Erzeugung, Verteilung und sichere Langzeitspeicherung von grünem Wasserstoff aus. mehr...

LENA: Online-Reihe zur Wasserstoffwirtschaft gestartet

[29.04.2026] Sachsen-Anhalt hat eine neue Online-Reihe zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft mit großem Zuspruch gestartet. Zum Auftakt diskutierten mehr als 100 Fachleute, wie weit Infrastruktur, Elektrolyse und industrielle Anwendungen bereits sind – und wo Unternehmen noch auf Antworten warten. mehr...

Hamburg: tesa stellt auf grünen Wasserstoff um

[07.04.2026] tesa rüstet seine Produktion in Hamburg auf grünen Wasserstoff um und erhält dafür öffentliche Förderung. Der Anschluss an das Wasserstoffnetz HH-WIN ab 2027 markiert einen konkreten Schritt hin zur klimaneutralen Industrie. mehr...

Hamburger Energienetze: Tunnelvortrieb für Wasserstoffleitung

[30.03.2026] Hamburger Energienetze errichten einen 106 Meter langen Tunnelvortrieb unter der Hafenbahn, um eine Wasserstoffleitung zu verlegen. Das Projekt sichert den ungestörten Güterverkehr und schafft die Grundlage für die klimaneutrale Versorgung zentraler Industriestandorte ab 2027. mehr...

Saarland: PACT-H2 erhält Millionen-Förderung

[26.03.2026] Das grenzüberschreitende Wasserstoffprojekt PACT-H2 erhält rund drei Millionen Euro Förderung von der Europäischen Union. Das Vorhaben soll den Aufbau einer gemeinsamen Wasserstoffwirtschaft in der Großregion koordinieren und die Akzeptanz in der Bevölkerung stärken. mehr...

Entega: Land Hessen fördert Wasserstoffanlage

[16.03.2026] Für den Aufbau einer Wasserstoffproduktion auf dem Gelände des Darmstädter Müllheizkraftwerks erhält Entega rund 1,65 Millionen Euro vom Land Hessen. Die Förderung stammt aus EU-Strukturmitteln und wird über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen abgewickelt. mehr...

Koblenz: evm prüft Wasserstoff im Gasnetz

[12.03.2026] Die evm hat in Koblenz untersucht, ob die bestehenden Gasnetze für die Nutzung von Wasserstoff geeignet sind. Das Pilotprojekt lief eineinhalb Jahre. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für künftige Entscheidungen über den Umbau der Gasversorgung dienen. mehr...

Saarland: ZeMA übernimmt Wasserstoffinfrastruktur von Bosch

[05.03.2026] Das ZeMA – Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik übernimmt die Wasserstoff-Infrastruktur von Robert Bosch in Homburg für Forschungszwecke. Damit startet das Land das 22,5-Millionen-Euro-Projekt HyCATT und schafft die Basis für praxisnahe Tests entlang der gesamten H2-Wertschöpfungskette. mehr...

Hamburg: Digitaler Wasserstoffmarktplatz veröffentlicht

[27.02.2026] Erneuerbare Energien Hamburg hat einen digitalen Wasserstoffmarktplatz für die Metropolregion Hamburg veröffentlicht. Die Plattform soll Produzenten, Abnehmer und Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette vernetzen und so den Hochlauf der regionalen Wasserstoffwirtschaft beschleunigen. mehr...

ZSW/Holst Centre: Projekt entwickelt AEM-Elektrolyseure

[25.02.2026] ZSW und Holst Centre entwickeln im Projekt genAEMStack einen kosteneffizienten, großskalierbaren AEM-Elektrolyse-Stack für die Wasserstoffproduktion. Das Vorhaben soll Europas technologische Unabhängigkeit stärken und die industrielle Wertschöpfung in Baden-Württemberg und Noord-Brabant ausbauen. mehr...