OldenburgSchule verfügt über größte städtische PV-Anlage

Die einzelnen Module stehen senkrecht und können so auf zwei Seiten Sonnenlicht einfangen.
(Bildquelle: Stadt Oldenburg)
Mit 244 Kilowatt peak (kWp) ist auf dem Dach der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wechloy Anfang Juli die bisher größte städtische Photovoltaikanlage Oldenburgs ans Netz gegangen. Wie die Stadt mitteilt, galt das Projekt als besonders herausfordernd, da die Dachfläche begrünt ist und weder konventionelle PV-Module noch herkömmliche Systeme für Gründächer verbaut werden konnten. Weder ein Rückbau des Substrats noch eine aufwendige Ballastierung wären statisch oder wirtschaftlich vertretbar gewesen.
Die nun installierte Lösung besteht aus schmalen, senkrecht stehenden Modulen, die beidseitig Sonnenlicht einfangen. Dadurch bleibt die Dachbegrünung intakt, da Regen, Luft und Licht weiterhin zu den Pflanzen durchdringen. Gleichzeitig bietet die vertikale Ausrichtung Vorteile bei flachem Sonnenstand – etwa am Morgen oder im Winter. „Ein Eingriff in den Dachaufbau war nicht notwendig“, erklärt Klaus Schavan, Leiter des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft und Hochbau (EGH). Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 259.000 Euro.
Wo es statisch möglich war, wurden auf dem Dach ergänzend herkömmliche PV-Module montiert, was die Effizienz der Anlage zusätzlich steigert. Die Schule nutzt den erzeugten Strom überwiegend selbst. Mit einer bilanziellen Deckung von 105 Prozent des Jahresverbrauchs dient das System als Musterbeispiel für eine lokal orientierte, nachhaltige Stromversorgung.
Die BBS Wechloy steht exemplarisch für eine größere Solaroffensive der Stadt Oldenburg: Insgesamt wurden in den vergangenen beiden Jahren 15 neue Anlagen mit Leistungen zwischen 20 und über 200 kWp realisiert oder befinden sich im Bau. Darunter drei weitere Großprojekte, die kurz vor der Fertigstellung stehen.
Auf dem Gelände der Kommunalen Gemeinschaftsunterkunft in der Gaußstraße wurden zwei Anlagen mit 110 und 120 kWp installiert. An der IGS Kreyenbrück umfasst ein Pilotprojekt zur energetischen Totalsanierung neben einer neuen Wärmepumpe auch eine PV-Anlage mit 204 kWp. Da die Dachfläche nicht ausreichte, wurden zusätzlich bauwerksintegrierte Module an der Fassade angebracht, die herkömmliche Fassadenplatten ersetzen.
Auch an der BBS 3 ist ein Ausbau vorgesehen: Die bestehende Anlage mit 24 kWp soll ab Spätsommer um 275 kWp erweitert werden. Weitere Projekte befinden sich in Planung.
Die Stadt setzt dabei konsequent auf Eigenverbrauch vor Einspeisung: Vor allem Schulen bieten sich an, da Strombedarf und PV-Erzeugung zeitlich zusammenfallen. Die maximale Anlagengröße richtet sich nach den baulichen Gegebenheiten – bei kleineren Sporthallen sind es etwa 40 kWp, bei größeren Drei-Feld-Hallen bis zu 100 kWp. Einschränkungen bestehen nur, wenn Dächer nicht ausreichend tragfähig oder stark verschattet sind.
Die meisten Anlagen befinden sich auf Flachdächern und bleiben daher im Stadtbild unsichtbar. Anfang 2023 lag die installierte PV-Leistung auf kommunalen Gebäuden bei etwa 1.100 kWp. Bis 2026 will die Stadt diesen Wert mehr als verdoppeln.
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