Biogasrat/BDEWBilanz nach 100 Tagen
Die ersten 100 Tage der schwarz-roten Bundesregierung stoßen bei dem Biogasrat und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) jeweils auf zurückhaltende Zustimmung. Beide Seiten erkennen an, dass in der Energiepolitik wichtige Prozesse angestoßen wurden, fordern jedoch schnelle und verbindliche Umsetzungen.
Fehlende Rahmenbedingungen
Janet Hochi, Geschäftsführerin vom Biogasrat, bemängelt fehlende verlässliche Rahmenbedingungen für die mittelständischen Unternehmen der Bioenergiebranche. Zwar enthalte der Koalitionsvertrag ein klares Bekenntnis zur Rolle der Bioenergie in Strom-, Wärme- und Verkehrssektor, diese Signale drohten jedoch im politischen Alltag zu versanden. Dringend notwendig sei ein politischer Kurswechsel, der die vereinbarten Maßnahmen zur Stärkung der Bioenergie zeitnah in Gesetzesform bringt. Als Beispiel nennt Hochi die Fortführung der bisherigen Regelungen zum Gasnetzanschluss von Biomethananlagen. Diese sichern derzeit Anschlussrecht, Einspeisevorrang und eine faire Kostenteilung zwischen Anlagen- und Netzbetreibern. Da die Gasnetzzugangsverordnung zum 1. Januar 2026 ausläuft, drohe ohne Verlängerung ein Rückschritt bei der Projektumsetzung. Nur mit stabilen Bedingungen lasse sich eine klimafreundliche, widerstandsfähige und erneuerbare Energieversorgung langfristig sichern.
Licht und Schatten
Auch der BDEW sieht Licht und Schatten. Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, verweist positiv auf die Einleitung zentraler Vorhaben wie die Umsetzung der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III, das Wasserstoffbeschleunigungsgesetz oder die Abschaffung der Gasspeicherumlage. Die Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß begrüßt der Verband, fordert jedoch, dass sie für alle Verbraucher gilt, um Elektrifizierung und Sektorkopplung voranzutreiben. Ebenso wichtig sei, begonnene Prozesse zügig abzuschließen, um Planungssicherheit zu schaffen.
Kritisch sieht der BDEW zu kurze Konsultationsfristen bei Gesetzgebungsverfahren und mahnt die Umsetzung eines Kraftwerkssicherheitsgesetzes sowie Ausschreibungen für H2-ready- und Gaskraftwerke noch in diesem Jahr an. Zudem müsse das EU-Gas-/Wasserstoffpaket rasch umgesetzt werden. Andreae betont, dass der Ausbau erneuerbarer Energien und der Stromnetze stärker aufeinander abgestimmt werden müsse. Eine sichere, bezahlbare und klimaneutrale Energieversorgung sei Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Pragmatische Umsetzung
Beide Verbände machen deutlich: Ohne verlässliche Gesetze, pragmatische Umsetzung europäischer Vorgaben und konsequente Nutzung aller Potenziale erneuerbarer Energien wird weder die Klimaneutralität 2045 erreichbar sein noch die Akzeptanz in der Bevölkerung gesichert bleiben.
Interview: Schocks absorbieren
[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...
Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen
[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...
Bundesregierung: StromVKG verabschiedet
[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...
EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten
[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...
Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen
[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...
Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket
[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...
Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK
[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...
EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche
[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...
Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins
[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...
Naturstrom: Weniger Negativpreise
[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...
TenneT: Bund steigt ein
[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...
BDEW/ZSW: BDEW/ZSW
[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...
Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung
[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...
Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle
[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...
Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang
[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...













