Freitag, 10. April 2026

UmweltministerkonferenzWillingmann wirbt für stärkere Nutzung von Flusswärme

[21.11.2025] Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann hat bei der Umweltministerkonferenz für die stärkere Nutzung von Flüssen als klimafreundliche Wärmequelle geworben. Auslöser ist ein Projekt in Tangermünde, das der Elbe Wärme entziehen und ganze Stadtquartiere versorgen soll.

Für eine stärkere Nutzung von Flusswärme plädiert Willingmann.

(Bildquelle: Manuel Pape)

In Tangermünde soll die Wärmeversorgung künftig aus dem Wasser der Elbe kommen. Wie das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt mitteilt, plant die Stadt eine Flusswärmepumpe, die Altstadt und Bahnhofsvorstadt mit erneuerbarer Wärme versorgen soll. Dem Ministerium zufolge sieht Sachsen-Anhalts Energie- und Umweltminister Armin Willingmann (SPD) darin ein Modell für weitere Städte des Landes. Bei der Umweltministerkonferenz in Saarbrücken setzt er sich deshalb für eine breite Nutzung der Gewässerthermie ein.

Willingmann betonte laut Mitteilung das Potenzial der Technik: Viele Städte im Land lägen direkt an Flüssen, weshalb sich dezentrale, erneuerbare Wärmenetze aufbauen liessen. Er forderte Mut zu innovativen Projekten und eine stärkere Rückendeckung durch die Konferenz. Unterstützt wird ein Antrag Niedersachsens, der den Bund zu einem Förderprogramm für Pilot- und Demonstrationsvorhaben bewegen soll. In der Praxis soll dadurch die ökologisch verträgliche Nutzung von Flüssen und Seen zur Wärmegewinnung erprobt und wissenschaftlich begleitet werden; zugleich sollen verbindliche Leitlinien für Genehmigungen, Standortwahl und Betrieb entstehen.

Wie das Ministerium berichtet, gibt es in Deutschland rund 70 Gewässerthermieprojekte, viele davon in der Planung. Schwierigkeiten bestünden vor allem bei Genehmigungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und hohen Einstiegskosten. Als Beispiel für ein erfolgreiches Vorhaben nennt die Landesregierung die Rheinwärmepumpe in Mannheim, die seit 2023 etwa 3.500 Haushalte mit Fernwärme versorgt und jährlich rund 10.000 Tonnen CO₂ einspart.

Mit über 26.800 Kilometern Fließgewässern bietet Sachsen-Anhalt aus Sicht des Ministeriums gute Voraussetzungen für die Technologie. Die größten Städte des Landes liegen an Elbe oder Saale. Zugleich mahnt Willingmann zur naturverträglichen Umsetzung, zeigt sich aber zuversichtlich, dass praxistaugliche Lösungen erreichbar sind — nicht zuletzt, weil erste Projekte andernorts funktionieren.

Viele Kommunen erstellen derzeit ihre Wärmepläne. Städte über 100.000 Einwohner wie Magdeburg und Halle müssen diese bis Ende Juni 2026 vorlegen, kleinere Kommunen bis Ende Juni 2028. Tangermünde hat seine Planung bereits abgeschlossen und die Gewässerthermie darin verankert.





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