Freitag, 10. April 2026

HamburgFirmen warnen vor Netzplänen

[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende.

Hamburger Allianz: Energieunternehmen warnen vor den Plänen der Bundesregierung.

(Bildquelle: Green Planet Energy)

Mehr als 20 Hamburger Energieunternehmen haben sich gegen das geplante „Netzpaket“ des Bundeswirtschaftsministeriums ausgesprochen. Wie Green Planet Energy mitteilt, wandte sich die Allianz in einem Brief an die Hamburger CDU. Anlass war der CDU-Parteitag. Die Unternehmen fordern darin eine sofortige Abkehr von den Plänen.

Gefahr für den Wirtschaftsstandort

Den Angaben der Initiatoren zufolge sehen die Firmen den Wirtschaftsstandort Hamburg in Gefahr. Sie verweisen auf die Bedeutung der erneuerbaren Energien für Beschäftigung und Wertschöpfung in der Stadt. Sollte es keine Zahlungen mehr für Erlösausfälle bei abgeschalteten Anlagen geben, könnten Betreiber auf ihren Kosten sitzen bleiben. Das könnte den Ausbau neuer Projekte zum Stillstand bringen. Zudem kritisiert die Allianz die unterschiedlichen Sonderregeln für die rund 900 Verteilnetzbetreiber in Deutschland. Dies führe zu mehr Bürokratie und steigender Komplexität. Am Ende könnten höhere Kosten entstehen.

Sönke Tangermann, Vorstand von Green Planet Energy, sagt: „Es ist absurd, aber wahr: Anstatt die Wirtschaft in Schwung zu bringen, bremst Ministerin Reiche sie aus. Das Netzpaket schwächt die Branche der erneuerbaren Energien und damit auch den Wirtschaftsstandort Hamburg. Wir schaffen in Hamburg Tausende Arbeitsplätze und sichern die Zukunftsfähigkeit und Krisensicherheit unseres Landes. Wir erwarten von der Hamburger CDU, dass sie sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung in unserer Hansestadt einsetzt und dem Netzpaket in dieser Form eine klare Absage erteilt.“

Reformbedarf bei Digitalisierung und Flexibilisierung

Die Unternehmen sehen den Reformbedarf jedoch an anderer Stelle. Sie nennen die Digitalisierung und Flexibilisierung der Stromnetze sowie einen intelligenteren Stromverbrauch. Aus ihrer Sicht sind Instrumente wie „Nutzen statt Abregeln“, also die Nutzung von Stromüberschüssen statt dem Abschalten von Anlagen, wichtig. Auch der beschleunigte Ausbau von Speichern und ein konsequenter Smart-Meter-Rollout werden gefordert. Smart Meter sind digitale Stromzähler, die Verbrauchsdaten automatisch übermitteln. Laut der Allianz könnten diese Maßnahmen die Netzstabilität erhöhen und Kosten senken.

Zu der Hamburger Allianz zählen unter anderem Green Planet Energy, LichtBlick, GPJoule, Nordex, GLS Bank, EnergieNetz Hamburg, ENERTRAG, Encavis, PNE, Greentech, Enerparc, BayWa R.E., naturstrom, Rechtsanwälte Günther, 8.2, EnergieDock, Averdung Ingenieure & Berater, Bundesverband WindEnergie – Landesverband Hamburg, MaxSolar, Energy Partners, Thüga Erneuerbare Energien, Rabot Energy, Q Energy und BürgerEnergie Nord.





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