Baden-Württemberg22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie

22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg.
(Bildquelle: Badenova/Jonas Conklin)
22 im Südwesten aktive Windpark-Projektierer fordern Korrekturen am Ausschreibungsdesign für Windenergie an Land. Wie der Energieversorger Badenova mitteilt, haben sich die Unternehmen mit einem gemeinsamen Forderungspapier an politische Entscheidungsträger gewandt, nachdem die jüngste EEG-Ausschreibung der Bundesnetzagentur stark überzeichnet war.
Nach Darstellung der Unterzeichner droht Baden-Württemberg in der aktuellen Runde leer auszugehen. Eine Prognose der Unternehmensberatung enervis komme unter bestimmten Annahmen zu dem Ergebnis, dass Projekte aus Baden-Württemberg und Bayern keinen Zuschlag erhalten könnten. Das hätte zur Folge, dass trotz steigender Genehmigungszahlen kein zusätzlicher Windpark gebaut würde.
Kritik richtet sich gegen den Mechanismus des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Er fördert Anlagen über garantierte Vergütungen und eine vorrangige Abnahme des Stroms, berücksichtige aber zentrale Kostentreiber im Südwesten nicht ausreichend. Dazu zählen nach Angaben der Unternehmen höhere spezifische Projektkosten durch anspruchsvolle Topografie, komplexe Genehmigungsverfahren und kleinere Projektzuschnitte. Hinzu kämen aufwendige Infrastrukturmaßnahmen wie neue Zuwegungen, Kabeltrassen und Spezialtransporte.
Matthias Welss, kaufmännischer Geschäftsführer von Badenova Erneuerbare, warnt: „Wenn die Bundesregierung in der anstehenden EEG-Novelle auf die Besonderheiten von Windkraftparks in Baden-Württemberg keine Rücksicht nimmt, steht der Windkraftausbau im Südwesten still.“ Zahlreiche bereits genehmigte Projekte lägen baureif vor, erhielten aber ohne Zuschlag keine wirtschaftliche Perspektive. „Kein Projektierer wird in neue Standorte investieren, wenn sogar genehmigte Projekte nicht mehr realisiert werden“, ergänzt Dirk Sattur, Vorstand von Badenova.
Die Unternehmen verweisen zudem auf energiewirtschaftliche Aspekte. Wind im Süden weht zeitlich anders als im Norden. Anlagen in Baden-Württemberg könnten Lastzentren in Industrienähe versorgen und Netzengpässe mindern. Würden neue Kapazitäten überwiegend im Norden errichtet, steige der Bedarf an Speichern und zusätzlichen Stromtrassen in Richtung Süden.
Vor diesem Hintergrund sehen die Projektierer in der geplanten EEG-Novelle des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine zentrale Stellschraube. Sie fordern unter anderem, Systemvorteile süddeutscher Standorte finanziell zu berücksichtigen und die ausgeschriebene Menge anzuheben, um einen wirtschaftlich tragfähigen und netzdienlichen Ausbau auch im Südwesten zu sichern.
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