Donnerstag, 9. April 2026

DresdenKommunale Wärmeplanung überarbeitet

[09.04.2026] Dresden bringt eine überarbeitete Fassung seines kommunalen Wärmeplans in den Stadtrat ein, mit klarem Fokus auf den Ausbau von Wärmenetzen und lokale Lösungen. Die Maßnahmen bis 2028 sollen den hohen Erdgasanteil senken und die künftige Rolle des Gasnetzes klären.

Dresden treibt die Neuausrichtung seiner Wärmeversorgung voran und legt eine überarbeitete Fassung des kommunalen Wärmeplans zur Beratung im Stadtrat vor. Wie die Landeshauptstadt mitteilt, hat der Oberbürgermeister das Dokument nach öffentlicher Auslegung und Beteiligung der Stadtbezirke bestätigt.

Ausgangspunkt ist eine stark gasbasierte Versorgung: Rund 93 Prozent der Wärme entstehen derzeit aus Erdgas. Der Plan setzt daher auf einen Umbau hin zu einer bezahlbaren, sicheren und klimafreundlichen Struktur, die stärker lokale Energiequellen nutzt und verschiedene Energieträger kombiniert. Eine Schlüsselrolle übernehmen Wärmenetze. Sie koppeln unterschiedliche Wärmequellen, entlasten Stromnetze und sollen perspektivisch etwa zwei Drittel des Bedarfs decken. Auch das Fernwärmenetz gilt als tragende Säule. Dessen wirtschaftlicher Ausbau und die Verdichtung stehen im Zentrum, flankiert von der Integration erneuerbarer Quellen und Technologien zur Dekarbonisierung.

In Quartieren ohne Anschluss an zentrale Netze sieht der Plan dezentrale Lösungen vor. Dazu zählen vor allem Wärmepumpen, Biomasseanlagen und kleinere, gebäudenahe Netze. Parallel reagiert die Stadt auf Rückmeldungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung. Sie präzisiert Zielhorizonte, bewertet die Rolle von Wasserstoff kritischer und gewichtet energetische Sanierungen stärker. Zudem formuliert sie Fachbegriffe verständlicher und baut Beratungsangebote aus.

Bis 2028 stehen konkrete Prüf- und Umsetzungsaufgaben im Vordergrund. Die Stadt untersucht 16 Gebiete auf ihre Eignung für Wärmeverbünde und erarbeitet einen Entwicklungsplan für das Gasverteilnetz. Gleichzeitig treibt sie die Dekarbonisierung der Fernwärme voran, etwa mit Großwärmespeichern und weiteren Großwärmepumpen. Der digitale „Dresdner Energielotse“ soll ab Juni 2026 mit zusätzlichen interaktiven Funktionen Eigentümer und Haushalte bei Entscheidungen zur Wärmeversorgung unterstützen.

Die kommunale Wärmeplanung dient als strategisches Instrument für Verwaltung, Versorger und Gebäudeeigentümer. Sie gibt Orientierung, bleibt aber rechtlich unverbindlich. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse will Dresden die Planung ab 2029 fortschreiben.





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