Freitag, 15. Mai 2026

Baden-WürttembergZum letzten Mal erhalten Kommunen den European Energy Award

[15.05.2026] Baden-Württemberg hat acht Kommunen mit dem European Energy Award ausgezeichnet, der in Deutschland nun ausläuft. Neue Klimaschutzmanagement-Systeme sollen den Übergang sichern und Kommunen beim Ausbau ihrer Klimaschutzmaßnahmen weiter unterstützen.

Zum letzten Mal wurden Kommunen in Deutschland mit dem European Energy Award ausgezeichnet.

(Bildquelle: KEA-BW/Martin Stollberg)

Mit der Auszeichnung von acht Kommunen in der Klima Arena in Sinsheim endet der European Energy Award (eea) in Deutschland in seiner bisherigen Form. Wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) mitteilt, stehen Kommunen künftig mit der Klimakommune Deutschland (wir berichteten) und der Zukunftskommune neue Klimaschutzmanagement-Systeme zur Verfügung.

Das baden-württembergische Umweltministerium zeichnete Anfang Mai die Stadt Achern, die Gemeinde Altlußheim, die Stadt Bietigheim-Bissingen, den Landkreis Böblingen, die Stadt Eberbach, die Gemeinde Edingen-Neckarhausen, den Landkreis Rastatt und die Gemeinde Wiesenbach aus. Der Landkreis Böblingen erhielt den European Energy Award Gold. Diese höchste Auszeichnungsstufe setzt voraus, dass mindestens 75 Prozent der möglichen Maßnahmen zu Energieeffizienz und Klimaschutz umgesetzt wurden.

KEA-BW will weiterhin koordinieren

Die KEA-BW koordinierte das eea-Programm über viele Jahre im Südwesten und übernimmt nun auch bei den neuen Systemen eine zentrale Rolle. Beide Nachfolgeangebote binden die regionalen Klimaschutz- und Energieagenturen stärker ein. Sie sollen Kommunen dabei helfen, Klimaschutzmaßnahmen systematisch zu planen, regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Umwelt- und Energieministerin Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen) betonte die Bedeutung kommunaler Klimaschutzarbeit: „Die Rolle der Kommunen beim Klimaschutz ist und bleibt zentral. Ein systematisches Vorgehen hilft, Energie effizient einzusetzen und verstärkt auf erneuerbare Energiequellen zu bauen.“

Nach Angaben der KEA-BW nutzten in Baden-Württemberg 28 von 35 Landkreisen sowie 153 Städte und Gemeinden das eea-Programm. Damit stellte das Land mehr als die Hälfte aller deutschen eea-Kommunen. Europaweit beteiligen sich derzeit rund 1.900 Kommunen aus 16 Ländern an dem Zertifizierungssystem. Das deutsche Programm wurde Ende 2025 durch den privaten Träger eingestellt, das europäische Programm besteht jedoch weiter.

Klima- und Zukunftskommunen

Die neuen Systeme sollen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Die seit April 2026 verfügbare „Klimakommune Deutschland“ orientiert sich an den Standards des eea und soll insbesondere bisherigen Teilnehmern einen Übergang ermöglichen. Die „Zukunftskommune“ richtet sich vor allem an kleine und mittlere Kommunen in Baden-Württemberg. Sie wurde von regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen entwickelt und bereits in Pilotkommunen erprobt.

Der Landkreis Böblingen erhielt den European Energy Award Gold bereits zum vierten Mal nach 2014, 2017 und 2021. Zu den aktuellen Projekten zählen der Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung der Schönbuchbahn sowie die „Energiedrehscheibe Nord“ in Sindelfingen. Dort sollen Windenergie, Photovoltaik, Biomethan und Biomasse kombiniert werden, um die lokale Energieversorgung zu stärken.

Auch kleinere Kommunen treiben ihre Klimaschutzmaßnahmen weiter voran. Altlußheim baute in den vergangenen vier Jahren ein kommunales Energiemanagement auf, installierte Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden und führte E-Carsharing sowie öffentliche Ladesäulen ein. Zudem plant die Gemeinde eine Freiflächen-Photovoltaikanlage und startet 2026 gemeinsam mit Nachbarkommunen in die kommunale Wärmeplanung.





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