Montag, 29. Juni 2026

KonstanzNeuer Klimaschutzbericht erschienen

[29.06.2026] Der 14. Klimaschutzbericht der Stadt Konstanz verweist auf eine wachsende Lücke zwischen Klimazielen und tatsächlicher Umsetzung. Zugleich nennt der Bericht konkrete Ansätze für schnellere Emissionsminderungen und eine wirksamere Finanzierung des kommunalen Klimaschutzes.

Die Stadt Konstanz hat jetzt ihren 14. Klimaschutzbericht vorgelegt.

(Bildquelle: Achim Mende)

Der 14. Klimaschutzbericht der Stadt Konstanz sieht beim kommunalen Klimaschutz deutlichen Handlungsbedarf. Wie die Stadt Konstanz berichtet, verlangsamt sich die Minderung der Treibhausgasemissionen, während die Abweichung vom angestrebten Reduktionspfad wächst und das verbleibende CO2-Budget weiter schrumpft.

Der im Haupt-, Finanz- und Klimaausschuss vorgestellte halbjährliche Zwischenbericht verweist auch auf eine Finanzierungslücke. Ein Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2022 sieht jährliche Klimaschutzinvestitionen von rund 20 Millionen Euro vor. Im Doppelhaushalt 2025/2026 wurden statt der vorgesehenen 40 Millionen Euro jedoch lediglich 24 Millionen Euro angemeldet.

Der Bericht ordnet die Entwicklung in den bundesweiten Kontext ein. Nachdem Deutschland die EU-Klimavorgaben in den Jahren 2021 bis 2023 vor allem durch Fortschritte in der Energiewirtschaft noch übertroffen habe, rechne das Umweltbundesamt inzwischen mit einer Überschreitung des zulässigen Treibhausgasbudgets bis 2030. Geplante Abschwächungen im Gebäude- und Verkehrssektor könnten diese Lücke weiter vergrößern.

Divergierende Anforderungen

Als zentrale Herausforderung nennt die Stadt, dass kommunaler Klimaschutz zwar nur in Teilbereichen gesetzlich vorgeschrieben ist, Kommunen aber unter anderem zur kommunalen Wärmeplanung und zur Erfassung der Energieverbräuche ihrer Gebäude verpflichtet sind. Zudem verlangt die europäische Gebäuderichtlinie bis 2030 beziehungsweise 2033 die Sanierung öffentlicher Gebäude mit den niedrigsten Effizienzklassen.

Der Bericht betont zugleich die wirtschaftlichen Chancen der Energiewende. Als Beispiel nennt die Stadt die Stadtwerke Konstanz, die den Umbau vom Gasgeschäft hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bereits vorantreiben. Bundesweit hätten Wind- und Solarenergie im Jahr 2023 rund 51.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen und eine direkte Wertschöpfung von zehn Milliarden Euro erzeugt. Mehr als die Hälfte davon sei in den jeweiligen Regionen verblieben.

Forderung nach Wärmepumpenpartys

Aus den Ergebnissen leitet das Amt für Klimaschutz drei Handlungsschwerpunkte ab. Klimaziele sollen verbindlicher festgelegt und regelmäßig überprüft werden. Zudem empfiehlt der Bericht, Multiplikatoren aus Bürgerschaft und Wirtschaft stärker einzubinden, etwa über Pilotprojekte nach dem Vorbild von Wärmepumpenpartys oder Unternehmensnetzwerken. Ende 2026 soll außerdem ein einfach nutzbares CO2-Bilanzierungsinstrument für Konstanzer Unternehmen eingeführt werden.

Darüber hinaus spricht sich das Amt dafür aus, die verfügbaren Haushaltsmittel stärker auf besonders wirksame Maßnahmen zu konzentrieren. Genannt werden unter anderem der Ausbau von Photovoltaikanlagen und Wärmenetzen, die Förderung energetischer Sanierungen sowie ein eigenständiges Finanzierungskonzept für den kommunalen Klimaschutz. Ergänzend sollen Modelle wie Energiespar-Contracting den Spielraum für Investitionen erweitern.





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