Sonntag, 1. November 2026

JenaAbwärme aus Kläranlage fürs Gewerbe

[20.11.2023] Jenas Norden soll ab 2028 mit regenerativer Fernwärme aus dem Zentralen Klärwerk versorgt werden.
Nach den Plänen der Stadtwerke Energie sollen Abwasser-Großwärmepumpen auf der Zentralen Kläranlage ab 2028 eine grüne Wärmeversorgung in Jenas Norden sicherstellen.

Nach den Plänen der Stadtwerke Energie sollen Abwasser-Großwärmepumpen auf der Zentralen Kläranlage ab 2028 eine grüne Wärmeversorgung in Jenas Norden sicherstellen.

(Bildquelle: Stadtwerke Jena)

Die Gewerbegebiete entlang der Wiesenstraße in Jena-Nord sollen voraussichtlich ab dem Jahr 2028 mit grüner und CO2-neutraler Wärme versorgt werden. Durch Abwasser-Großwärmepumpen auf der zentralen Kläranlage soll dafür die Abwärme des gereinigten Abwassers zurückgewonnen und so ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die entsprechenden Pläne der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck präsentierten Christoph Kindt, Bereichsleiter Erzeugung und Erneuerbare Energien, sowie Jonas Waldhäusl, Projektentwickler erneuerbare Energien, den Mitgliedern der Interessengemeinschaft (IG) Jena-Nord in dieser Woche im Rahmen einer Mitgliederversammlung.
Der Ansatz der Stadtwerke Energie sieht vor, das Prinzip der Wärmerückgewinnung über Abwasser-Großwärmepumpen mit einer thermischen Leistung von 20 Megawatt zu nutzen: In der Nachklärung der Zentralen Kläranlage fließt ganzjährig und zuverlässig warmes Abwasser. Dieses soll zukünftig über einen Wärmetauscher fließen, in dem sich kaltes Wasser befindet. Das kalte Wasser wird so erwärmt und speist eine Wärmepumpe. Die entstehende Wärme kann dann über ein entsprechendes Nahwärmenetz verteilt und komplett CO2-neutral zum Heizen verwendet werden.
Kindt erklärte: „Die Nutzung von Abwasser-Abwärme ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch hocheffizient. Denn sie ist auf der zentralen Kläranlage permanent verfügbar und lässt sich über Wärmepumpen ganzjährig nutzen. Indem wir dieses erhebliche Wärmepotenzial erschließen, gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Wärmewende und Klimaneutralität für Jena.“
Das noch zu errichtende Nahwärmenetz in Jena-Nord soll so aufgebaut werden, dass die Gewerbetreibenden im Sommer auch mit Kälte beliefert werden und nicht vermeidbare Abwärme selbst ins Netz einspeisen können. Perspektivisch können auch rund 3.000 Einwohner und Gewerbeeinheiten des Wohnquartiers Wenigenjena rund um die Schillerkirche an die grüne Wärme angebunden werden.
Bis es so weit ist, sind allerdings noch einige vorbereitende Schritte notwendig. Zunächst sollen die derzeitigen Pläne bis Ende 2024 im Rahmen einer Machbarkeitsstudie konkretisiert werden. Danach könnte die Umsetzung mit dem Bau des neuen Nahwärmenetz im Jahr 2025 starten. Aus heutiger Sicht ist eine Inbetriebnahme der neuen Abwasserwärmepumpe zum Jahresende 2028 angestrebt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Fraunhofer IEG: Hochtemperatur-Wärmepumpe erzeugt Prozessdampf

[30.10.2026] Im Papierwerk von Felix Schoeller in Weißenborn wird eine Hochtemperatur-Wärmepumpe erprobt, die industrielle Abwärme zur Dampferzeugung nutzt. Erste Betriebsergebnisse zeigen, wie sich dadurch der Erdgasverbrauch und die CO₂-Emissionen senken lassen. mehr...

enercity: Gemeinschaftsunternehmen gegründet

[27.10.2026] enercity Contracting und Stadt.Energie.Speicher wollen den Einsatz von Großwärmepumpen in Nah- und Fernwärmenetzen vorantreiben. Das gemeinsame Unternehmen EnerSes Wärme soll insbesondere Stadtwerke und Kommunen bei der Umstellung auf erneuerbare Wärme unterstützen. mehr...

Kreis Karlsruhe: Schule stellt Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien um

[26.10.2026] Der Landkreis Karlsruhe will die Wärmeversorgung der Ludwig-Guttmann-Schule in Karlsbad vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Das rund 1,9 Millionen Euro teure Projekt soll die CO₂-Emissionen der Wärmeerzeugung um 95 Prozent senken und wird vom Bund gefördert. mehr...

Hamburg: enercity versorgt neuen Stadtteil

[20.10.2026] enercity übernimmt die Wärme- und Kälteversorgung des neuen Hamburger Stadtteils Grasbrook. Bereits zum Versorgungsstart 2031 sollen mehr als 90 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien und industrieller Abwärme stammen. Bis 2040 ist eine vollständig klimaneutrale Versorgung geplant. mehr...

Wärmenetze: Banken sehen hohe Finanzierungsrisiken

[19.10.2026] Banken schätzen die Finanzierung von Wärmenetzen als riskanter ein als die von Stromnetzen. Eine Studie des Fraunhofer ISI zeigt, welche Hürden beim Ausbau der Fernwärme bestehen und wie sich die Finanzierung erleichtern lässt. mehr...

Oldenburg: Wärmewende-Beirat nimmt Arbeit auf

[19.10.2026] In Oldenburg hat ein Beirat zur Begleitung der kommunalen Wärmewende seine Arbeit aufgenommen. Das Gremium soll Empfehlungen erarbeiten, wie die Stadt ihre Wärmeversorgung klimaneutral gestalten und dabei soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen kann. mehr...

Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt

[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...

Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm: Vorarbeiten für zwei Flusswasserwärmepumpen

[12.10.2026] Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm beginnen Mitte Oktober mit Vorarbeiten für zwei Flusswasserwärmepumpen an der Donau. Die Anlagen sollen ab 2027 regenerative Wärme für die Fernwärmeversorgung liefern. mehr...

Meersburg: Wärme aus dem Bodensee

[12.10.2026] Baden-Württemberg will landeseigene Gebäude in Meersburg künftig mit Wärme aus dem Bodensee versorgen. Insgesamt 13 Liegenschaften sollen schrittweise an das geplante Seewärme-Netz angeschlossen werden. mehr...

Stuttgart: Stadtwerke prüfen neues Wärmenetz in Feuerbach

[12.10.2026] Die Stadtwerke Stuttgart prüfen den Aufbau eines Wärmenetzes in Feuerbach, das zwischen 2030 und 2035 entstehen könnte. Eigentümer und Unternehmen können bereits jetzt unverbindlich ihr Interesse an einem Anschluss bekunden. mehr...

Dresden: Wärmeplan beschlossen

[07.10.2026] Der Dresdner Stadtrat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen und dabei Prüfgebiete ausgeweitet sowie den Maßnahmenplan angepasst. Mit dem Digitalen Energielotsen setzt die Stadt bereits eine Maßnahme um, die Gebäudeeigentümer bei Fragen zu Wärmeversorgung, Sanierung und Heizungstausch unterstützen soll. mehr...

N-Ergie: Genehmigung für Altholz-Heizkraftwerk

[05.10.2026] N-Ergie hat die Genehmigung für ein neues Altholz-Heizkraftwerk am Standort Nürnberg-Sandreuth erhalten. Die Anlage soll ab Ende 2029 Strom und Fernwärme erzeugen und bis zu 40 Megawatt thermische Leistung bereitstellen. mehr...

Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt

[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Großwärmepumpe für Abwasserwärme

[02.10.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck konkretisieren ihre Pläne, Abwasserwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen für das Wärmenetz zu nutzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt ANIKA soll 2027 fallen. mehr...

Kommunale Wärmeplanung: Umsetzung bleibt unverbindlich

[01.10.2026] Fast alle deutschen Großstädte haben fristgerecht eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln von 57 Wärmeplänen zeigt jedoch Grenzen des Instruments bei der Umsetzung auf. mehr...