NürnbergAuf dem Weg zur Klimaneutralität

Nürnberger Stadtverwaltung will beim Klimaschutz Vorbild sein.
(Bildquelle: Uwe Niklas)
Laut einem Stadtratsbeschluss vom Mai 2022 strebt die Stadt Nürnberg die gesamtstädtische Klimaneutralität bis spätestens zum Jahr 2040 an. Um als Vorbild beim Klimaschutz voranzugehen, soll die Verwaltung der mittelfränkischen Großstadt jedoch bereits deutlich früher, nämlich bis 2035, das Ziel der Klimaneutralität erreichen. Hierfür haben verschiedene Ämter und Eigenbetriebe der Stadt Nürnberg gemeinsam mit der Firma Arqum nun ein Handlungskonzept entwickelt. Dieses wurde in der vergangenen Woche im Stadtrat vorgestellt.
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wurden im Rahmen des Konzepts mehr als 200 konkrete Maßnahmen entwickelt und zudem die Treibhausgasemissionen der Stadt Nürnberg systematisch bilanziert. Demnach haben die Stadtverwaltung und ihre Eigenbetriebe im Jahr 2019 in den bilanzierten Bereichen etwas mehr als 61.000 Tonnen CO2 ausgestoßen; der größte Anteil der ausgestoßenen Treibhausgase gehe zurück auf den Strom- und Wärmeverbrauch der Stadtverwaltung.
„Der vorliegende Bericht der Firma Arqum zeigt sehr deutlich, dass die Stadtverwaltung Nürnberg schon in vielen Bereichen die richtigen Weichen gestellt hat“, sagt Oberbürgermeister Marcus König. „Um als Stadtverwaltung aber tatsächlich bis 2035 klimaneutral zu werden, müssen wir unsere Anstrengungen in den kommenden Jahren intensivieren und konsequent klimafreundlich handeln.“ Nürnbergs Referentin für Umwelt und Gesundheit, Britta Walthelm, ergänzt: „Die Stadt Nürnberg ist eine von wenigen Städten in Deutschland, die neben Zielen bereits ein konkretes Umsetzungskonzept für eine klimaneutrale Stadtverwaltung erstellt hat.“ So sei etwa geplant, die stadteigenen Gebäude energetisch zu sanieren und deren Strom- und Wärmebedarf sukzessive mittels erneuerbarer Energien zu decken, wofür zum Beispiel auf allen geeigneten städtischen Dachflächen Photovoltaikanlagen errichtet werden sollen. „Auch städtische Energiegroßverbraucher, wie zum Beispiel das Klärwerk, die Müllverbrennungsanlage oder die Straßenbeleuchtung, sollen deutlich energieeffizienter werden“, führt Britta Walthelm aus. „Außerdem setzen wir auf weitere Maßnahmen wie beispielsweise die Umstellung auf Elektromobilität, klimaneutrale Kulturveranstaltungen oder den verstärkten Einkauf von klimafreundlichen Produkten.“
Wie die Stadt weiter mitteilt, zeigt der vorliegende Abschlussbericht in drei unterschiedlichen Szenarien bis 2035 aber auch auf, dass Nürnberg das Ziel Klimaneutralität nicht vollständig aus eigener Kraft erreichen kann. So sei die Stadt etwa darauf angewiesen, dass auch die Fernwärme bis 2035 hundertprozentig mit erneuerbaren Energien erzeugt wird. Die Szenarien verdeutlichten zudem, dass die eigenen Handlungsoptionen der Stadtverwaltung unbedingt vollständig ausgeschöpft werden müssen.
„Die umfangreichen Ergebnisse, die in unserem gemeinsamen Projekt erarbeitet werden konnten, sind nicht zuletzt auf die sehr gute verwaltungsinterne Zusammenarbeit zurückzuführen“, meint Lisa Rummel, Projektleiterin der Firma Arqum. „Auf dieser Basis sollte nun weiter aufgebaut werden, um die verwaltungseigenen Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität erfolgreich umzusetzen und auch externe Einflussfaktoren in die richtigen Bahnen zu lenken.“
Bei der Erstellung des Handlungskonzepts inklusive Treibhausgas-Bilanzierung wurde die Stadt Nürnberg vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz im Rahmen des Umwelt-Förderschwerpunkts „Klimaschutz in Kommunen“ im Klimaschutzprogramm Bayern 2050 finanziell unterstützt.
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