Donnerstag, 22. Oktober 2026

BWPDeutlicher Rückgang im Wärmepumpenmarkt

[23.01.2025] Der Wärmepumpenmarkt hat im Jahr 2024 einen deutlichen Rückgang erlebt, doch das Interesse an Förderprogrammen steigt. Branchenvertreter fordern politische Kontinuität, um die Wärmewende voranzutreiben und die Marktbedingungen für erneuerbare Heizsysteme zu stabilisieren.

Im vergangenen Jahr ist der Absatz von Wärmepumpen eingebrochen.

(Bildquelle: BWP/BDH-Absatzstatistik)

Der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland ist im Jahr 2024 auf 193.000 Geräte zurückgegangen, was einem Rückgang von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) führt dies vor allem auf Unsicherheiten rund um die kommunale Wärmeplanung und die noch unzureichende Bekanntheit der Heizungsförderung zurück. Trotz der angespannten Lage zeigt sich die Branche laut BWP zuversichtlich: Mit über 151.000 Förderzusagen habe das Interesse an der staatlichen Unterstützung zugenommen.

Politik muss Innovationspotenzial unterstützen

Der Vorstandsvorsitzende des BWP, Claus Fest, betont, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in Produktionskapazitäten und Fachkräfte getätigt haben, um die steigende Nachfrage zu bedienen. „Nach diesem Jahr befinden sich viele Hersteller in einer schwierigen Lage“, so Fest. Sein Stellvertreter Klaus Ackermann ergänzt, dass die Heizungsbranche trotz des aktuellen Einbruchs gut auf einen wieder anziehenden Markt vorbereitet sei. Ackermann sieht in der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion bis Finanzierung – großes Innovationspotenzial, das von der Politik unterstützt werden müsse.

Mit Blick auf die anstehende Legislaturperiode fordert der Verband klare politische Signale. Förderprogramme wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das Wärmeplanungsgesetz und die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sollten nicht infrage gestellt, sondern konsequent weitergeführt werden. Insbesondere der Strompreis müsse weiter sinken, um Investitionen in erneuerbare Heizsysteme für Verbraucher attraktiv zu machen. „Keine Kompromisse beim Strompreis“, fordert BWP-Geschäftsführer Martin Sabel und verweist auf die Notwendigkeit einer fairen Verteilung der Netzentgelte sowie einer Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Minimum.

Verunsicherung der Industrie und Verbraucher

Unterschiedliche Positionen der Parteien zum Gebäudeenergiegesetz sorgen laut Sabel für Verunsicherung bei Industrie und Verbrauchern. Er plädiert für klare Rahmenbedingungen, die Sicherheit beim Heizungstausch bieten. „Die Diskussion über eine Rücknahme der Regelungen löst Irritation und Zurückhaltung am Wärmemarkt aus“, so Sabel. Es sei wichtig, dass ab 2026 und 2028 fossile Heizungen nur noch mit einem belastbaren Umstellungsplan auf erneuerbare Energien installiert würden.

Die Förderung von Wärmepumpen habe in den vergangenen Monaten an Vertrauen gewonnen, erklärt der Verband. Neben Zuschüssen müssten Kreditangebote erweitert und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Contractingmodelle verbessert werden. Abschließend unterstreicht der BWP: „Wer bei der Investition auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, wird diese auch bekommen.“





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