Mittwoch, 22. Juli 2026

ReutlingenEnergiezentrum feiert Jubiläum

[15.05.2025] Seit zehn Jahren arbeitet das Reutlinger Energiezentrum (REZ) an der Hochschule Reutlingen an Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft. Zum Jubiläum kamen Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammen, um Bilanz zu ziehen und Perspektiven für die Energiewende zu diskutieren.

Mit einem Festakt und einer Podiumsdiskussion feierte das REZ vergangene Woche sein zehnjähriges Bestehen.

(Bildquelle: Hochschule Reutlingen)

Mit einem Festakt und einer Podiumsdiskussion feierte das Reutlinger Energiezentrum (REZ) vergangene Woche sein zehnjähriges Bestehen. Wie die Hochschule Reutlingen mitteilt, wurde das REZ im Jahr 2014 gegründet und hat sich zu einem anerkannten Kompetenzzentrum für dezentrale Energiesysteme und Energieeffizienz entwickelt. Es versteht sich als Ort anwendungsnaher Forschung und praxisorientierter Lehre mit einem klaren Ziel: die Transformation hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung aktiv mitzugestalten.

„Gegründet wurde das REZ mit einer klaren Vision“, sagte Hochschulpräsident Professor Hendrik Brumme zum Auftakt der Jubiläumsveranstaltung. Diese Vision bestehe darin, innovative und nachhaltige Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft zu entwickeln – mit Fokus auf dezentralen, regenerativen Systemen, Energieeffizienz und Klimaneutralität. In zehn Jahren sei ein Netzwerk aus elf Professorinnen und Professoren, rund 260 Absolventinnen und Absolventen, sechs Promovierenden sowie einem eingeworbenen Forschungsvolumen von über elf Millionen Euro entstanden. Das REZ arbeitet dabei eng mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Industriepartnern und Kommunen zusammen.

Technologischen Wandel gestalten

Ministerialdirektor Hans J. Reiter vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg betonte in seiner Laudatio die gesellschaftliche Relevanz der am REZ geleisteten Arbeit. Es sei ein herausragendes Beispiel dafür, wie Forschung, Anwendung und Nachwuchsförderung zusammengedacht werden können. Vor dem Hintergrund zunehmender Naturkatastrophen sei die Abkehr von fossilen Energieträgern keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Bildungseinrichtungen wie das REZ würden einen entscheidenden Beitrag leisten, um den dafür notwendigen technologischen Wandel zu gestalten – nicht zuletzt durch die Ausbildung von Wirtschaftsingenieuren mit einem Schwerpunkt auf Energietechnik und Digitalisierung.

Studierende finden am REZ laut Hochschule ein praxisnahes und innovatives Studienangebot mit modernen Lehrmethoden und zahlreichen Projekten. Damit werde nicht nur technisches Wissen vermittelt, sondern auch systemisches Denken gefördert, so die Einschätzung von Professorin Sabine Löbbe. Die Professorin für Energiewirtschaft sieht im Zentrum ein Modell für die Verbindung von Technologie, Organisation und gesellschaftlicher Verantwortung.

Aktiver Gestalter der Energiewende

Finanziell unterstützt wurde das REZ von Beginn an durch die Karl Schlecht Stiftung (KSG) und die Bruno Kümmerle Stiftung. Letztere förderte unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte, während die KSG Mittel für eine Professur und wissenschaftliches Personal bereitstellte. Diese Partnerschaften seien, wie REZ-Leiter Professor Frank Truckenmüller betonte, entscheidend für den bisherigen Erfolg gewesen. Die Stiftungen hätten nicht nur finanzielle Mittel beigesteuert, sondern auch Ideen und Impulse für die Weiterentwicklung geliefert.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion zum Abschluss der Jubiläumsfeier diskutierten Alumni des Masterstudiengangs „Dezentrale Energiesysteme und Energieeffizienz“ mit Mitgliedern des REZ-Beirats über künftige Anforderungen an das Berufsfeld und über mögliche Perspektiven für das kommende Jahrzehnt.

Nach zehn Jahren zeige sich: Das Reutlinger Energiezentrum ist mehr als eine akademische Einrichtung – es ist ein aktiver Gestalter der Energiewende mit überregionaler Strahlkraft.





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