Samstag, 27. Juni 2026

HessenErneuerbare decken 20 Prozent

[29.05.2018] In Hessen haben erneuerbare Energien im vergangenen Jahr den Stromverbrauch erstmals zu 20 Prozent gedeckt. Besonders gestiegen ist dabei die Erzeugung aus Windkraft. 2018 sind bereits weitere Anlagen in Betrieb gegangen.

Im vergangenen Jahr wurden in Hessen erstmals 20 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt. „Noch nie war Hessen unabhängiger von gefährlicher Atomkraft und gefährlichem Atom- und schmutzigem Kohlestrom“, sagte Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung bei der Vorstellung der neuen Schätzprognose zur Energiebilanz Hessen (25. Mai 2018). „Wir haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Der Anteil der erneuerbaren Energien hat innerhalb eines Jahres um über drei Prozentpunkte zugenommen. Das zeigt zum einen: Hessen kann Energiewende. Das zeigt aber auch: Das 25-Prozent-Ziel ist bei diesem Ausbautempo in Reichweite.“ Wie das Wirtschafts- und Energieministerium mitteilt, ist in Hessen die Stromerzeugung aus Windkraft im Jahr 2017 auf den neuen Höchstwert von 3.243 Gigawattstunden (GWh) gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr (2.204 GWh) ist das ein Plus von fast 50 Prozent. Auch die Stromerzeugung mit Solaranlagen sei 2017 wieder angestiegen. „Natürlich lag das auch an einem guten Windjahr 2017 und vergleichsweise vielen Sonnenstunden“, erläutert Minister Al-Wazir das Ergebnis. „Vor allem aber zeigt sich an dieser Entwicklung, wie leistungsstark die neu installierten Windenergieanlagen sind, die auch bei schwächeren Windverhältnissen eine hohe Leistung erzielen.“ Laut der hessischen Energiebilanz sind im Jahr 2017 103 Windenergieanlagen mit einer Leistung von über 300 Megawatt in Betrieb genommen worden.

20 Prozent aus Erneuerbaren

Wie das Ministerium weiter mitteilt, ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung auf 44,5 Prozent gestiegen. „Fast jede zweite in Hessen erzeugte Kilowattstunde Strom stammt aus erneuerbaren Energien“, sagte Al-Wazir. „Sie sind damit inzwischen der mit Abstand wichtigste Stromproduzent in Hessen, seit das Atomkraftwerk Biblis abgeschaltet wurde. Mit diesem in Hessen aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom wurden im vergangenen Jahr 20 Prozent des hessischen Stromverbrauchs gedeckt.“ Und der Ausbau der erneuerbaren Energien geht auch im Jahr 2018 weiter, kündigte der Minister an. So sind laut Ministeriumsangaben im ersten Quartal insgesamt 19 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 57,9 Megawatt (MW) in Betrieb gegangen. Insgesamt 88 Windenergieanlagen (264 MW) seien bereits genehmigt gewesen. Insgesamt drehen sich zum Ende des ersten Quartals in Hessen 1.072 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.991 MW.
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Energiebilanz Hessen zeigt auf, dass der Primärenergieverbrauch leicht gesunken, der Endenergieverbrauch 2017 aber angestiegen ist. Das ist laut Ministerium auf den gestiegenen Kraftstoffverbrauch zurückzuführen. Der Verkehrssektor mache in Hessen 48,6 Prozent des Endenergieverbrauchs aus, weshalb fast die Hälfte der in Hessen verbrauchten Energie dem Verkehrssektor zuzurechnen sei. Dass dabei allerdings nur eine kleine Minderheit der Passagiere aus dem Transitland Hessen stamme, ist laut Ministerium auch dem Frankfurter Flughafen zuzuschreiben. Demnach hatte der Luftverkehr im Jahr 2017 einen Anteil von 49,5 Prozent, der Straßenverkehr von 48,9 Prozent.

Energieproduktivität steigt

Weitgehend konstant ist laut der Energiebilanz der Endenergieverbrauch je Einwohner seit dem Jahr 2015. Der temperaturbereinigte Stromverbrauch je Einwohner sei seit Jahren rückläufig. Aber auch hessische Unternehmen würden immer energieeffizienter: Sie erzeugen pro Einheit eingesetzter Energie immer mehr wirtschaftliche Leistung.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle

[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...

Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang

[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...

Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden

[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit

[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...

Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), spricht auf der Bühne des BDEW-Kongresses 2026 an einem Rednerpult. Hinter ihr ist das Kongresslogo auf einer großflächigen, violett beleuchteten Bühnenwand zu sehen. Im Vordergrund stehen die roten Buchstaben des BDEW-Logos. Die Aufnahme zeigt ihren Auftritt während der Eröffnung der Fachveranstaltung.

BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse

[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche spricht auf dem BDEW-Kongress 2026 an einem Rednerpult vor einem großen Publikum. Hinter ihr zeigt eine überdimensionale Leinwand eine Nahaufnahme der Ministerin während ihrer Rede. Der Bühnenhintergrund ist in violetten und magentafarbenen Tönen gestaltet und trägt das Logo „BDEW Kongress 2026“.

BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens

[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet

[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...

Mehrere Photovoltaikmodule sind auf dem geneigten Ziegeldach eines Wohnhauses installiert. Die Solaranlage wird von Sonnenlicht angestrahlt, während im Hintergrund unscharf Bäume und ein blauer Himmel zu sehen sind. Das Bild symbolisiert die dezentrale Erzeugung von Solarstrom und die Nutzung erneuerbarer Energien im privaten Haushalt.
bericht

Energy Sharing: Solarstrom teilen

[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...

Titelbild des „Fortschrittsmonitors 2026 Energiewende“ von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zu sehen ist eine Person mit Schutzhelm und Sicherheitsgeschirr, die auf dem Maschinenhaus einer Windenergieanlage sitzt und über eine hügelige Landschaft mit zahlreichen Windrädern blickt. Links im Bild steht der Schriftzug „Fortschrittsmonitor 2026 Energiewende“ in einem farbigen Rahmen. Unten rechts sind die Logos von EY und BDEW platziert. Die Szene vermittelt den Ausbau erneuerbarer Energien und die Energiewende in Deutschland.

BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende

[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...

EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen

[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...

Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende

[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...

GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie

[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen

[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...

Mehrstöckiges Wohnhaus mit Holzfassade und großer Photovoltaikanlage auf dem Dach in einem grünen Wohngebiet. Das Gebäude verfügt über Balkone, große Fenster und eine Terrasse mit Sitzmöbeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser, Bäume und eine hügelige Landschaft zu sehen.

Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag

[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...

Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant

[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...