Sonntag, 8. November 2026

Stadtwerke AwardErstmals interaktiv und europäisch

[17.09.2020] Der Stadtwerke Award wurde beim VKU-Stadtwerkekongress am 15. September 2020 erstmals interaktiv und europäisch vergeben. Preisträger sind die Stadtwerke Osnabrück, die Innsbrucker Kommunalbetriebe und die swb Erzeugung aus Bremen.
Die Preisträger des Stadtwerke Awards 2020 .

Die Preisträger des Stadtwerke Awards 2020 .

(Bildquelle: Jonathan Goepfert / VKU Service)

Am 15. September 2020 sind auf dem VKU-Stadtwerkekongress die Stadtwerke Osnabrück, die Innsbrucker Kommunalbetriebe und die swb Erzeugung aus Bremen mit dem Stadtwerke Award 2020 ausgezeichnet worden. Ein Sonderpreis geht an die Stadtwerke Halle (Saale) für ihr vorbildliches Mitarbeitergewinnungsprogramm. Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke-Kooperation Trianel und Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) betonten den Vorbild- und Innovationscharakter sowie die Nachhaltigkeit der Gewinner-Projekte bei der ersten interaktiven Verleihung der Preise in Berlin.
„Die Gewinner des Stadtwerke Award 2020 beweisen erneut den Willen und die Innovationsfreude von Stadtwerken bei der Umsetzung der Energie- und Verkehrswende. Sie setzen bei der Umsetzung auf einen intelligenten ÖPNV, ganzheitliche Energieeffizienzmaßnahmen und innovative Erzeugungsansätze. Aus ihrem Verständnis für eine moderne Daseinsvorsorge unterstreichen Stadtwerke ihre soziale Verantwortung und stellen sich nachhaltig auf“, erklärte Becker. „Alle Projekte haben Vorbildcharakter. Sie dokumentieren, wie stark sich die Stadtwerkelandschaft dynamisch und innovativ verändert. Und die Projekte belegen, wie die Stadtwerke im Veränderungsprozess weiterhin hohes Verantwortungsgefühl zeigen für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit“, sagte Liebing.

Stadtwerke Osnabrück gewinnen den ersten Preis

Mit dem deutschlandweit einmaligen digitalen ÖPNV-Konzept für das Check-in-Be-out-System (wir berichteten) erreichen die Stadtwerke Osnabrück den ersten Platz des Stadtwerke Award 2020. Das innovative ÖPNV-Projekt punktet mit einem digitalen Mobilitätsportal als Zugangsplattform für sämtliche Mobilitätsangebote. Kunden, die das Portal nutzen, können bei der ÖPNV-Nutzung via App einchecken und werden automatisch ausgecheckt. Die Fahrtinformationen des Kunden werden für die Laufzeit von einer Woche gesammelt. Im Anschluss erfolgt eine Bestpreisabrechnung auf Wochenbasis, in die sämtliche Ticketprodukte bis zum Wochenticket einbezogen sind. Der Kunde erwirbt so anstelle eines Tickets vor Fahrtantritt eine Fahrberechtigung, die erst im Nachgang in ein preisoptimales Ticket umgewandelt wird. Die Jury beeindruckte das Konzept der Stadtwerke Osnabrück durch seine Einfachheit und Fairness gegenüber den Kunden, die hohe digitale Reife und die Integration aller lokalen öffentlichen Mobilitätsangebote.

Innsbrucker Kommunalbetriebe auf Platz zwei

Mit dem EU-Projekt SINFONIA zur Steigerung der Energieeffizienz haben sich die Innsbrucker Kommunalbetriebe als erstes österreichisches Unternehmen im Wettbewerb den zweiten Platz gesichert. Das Smart-City-Projekt in der Hauptstadt von Tirol verbindet Sektorenkopplung, Digitalisierung und Energieeffizienz auf laut der Jury herausragende Weise. Der ganzheitliche Ansatz der Innsbrucker Kommunalbetriebe baut auf das nahtlose Ineinandergreifen von einzelnen Teilprojekten für die Sektorenkopplung auf. Das Projekt SINFONIA beinhaltet die Nutzung der in einer Kläranlage entstehenden Energie, die Verbindung von Strom- und Wärmenetzen durch ein Hybridnetz und den Ersatz fossiler durch erneuerbare Energieträger. Weitere Projektinhalte bilden die Nutzung von Abwärme zur Heizung eines Bürogebäudes sowie die Power-to-Heat-Anlage, mit der Überschussstrom aus dem Stromnetz in Wärme umgewandelt und zur Beheizung eines Hallenbads verwendet wird.

swb Erzeugung punkten mit Sektorenkopplung

Mit einer weiteren innovativen Form der Sektorenkopplung punktet die swb Erzeugung mit ihrem Projekt Hybridregel Kraftwerk (wir berichteten) und gewinnt den dritten Platz. Im Rahmen des Bremer Projekts wurde ein 14,2 Megawattstunden leistender Batteriespeicher gebaut und mit einer Power-to-Heat-Anlage kombiniert. Das Hybridregelkraftwerk koppelt über einen Batteriespeicher die beiden Sektoren Strom und Wärme und stellt so die Systemdienstleistung für den Strommarkt und die mögliche überschüssige Stromproduktion in Form von Wärme für die Fernwärmeversorgung bereit. Das Nachladen der Batterie für die positive Regelleistung erfolgt effizient über das vorhandene Heizkraftwerk Hastedt.

Sonderpreis für die Stadtwerke Halle (Saale)

Mit dem Konzept „Neu starten!“, das die Mitarbeitergewinnung mit einem Beitrag zur Gesellschaft und der Übernahme von sozialer Verantwortung verbindet, gewinnen die Stadtwerke Halle den Sonderpreis. „Neu starten!“ verfolgt das Ziel, dauerhaft erwerbslose Hallenser nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren und zugleich Stellen in der Stadtwerke Halle-Gruppe zu besetzen. Die Stadtwerke Halle leisten mit diesem Konzept einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die in Halle vorhandene Jugendarbeitslosigkeit, heißt es seitens der Jury. Schüler erhalten im Rahmen von „Neu starten!“ einen realistischen Einblick in die Berufsanforderungen und können berufsrelevante Kompetenzen ausbauen. Darüber hinaus hilft „Neu starten!“ jungen Menschen mit Vermittlungshemmnissen, einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle zu finden.





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