Freitag, 20. Februar 2026

EIB-UmfrageFachkräftemangel bremst Energiewende

[13.07.2023] Eine jetzt veröffentlichte Studie der Europäischen Investitionsbank gibt einen Überblick über bereits getätigte und geplante Investitionen von Kommunen in die Energiewende. Ein Ergebnis ist, dass der Fachkräftemangel die Energiewende beeinträchtigt.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat jetzt die Ergebnisse ihrer Umfrage unter Kommunen aus dem Jahr 2022 vorgestellt.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat jetzt die Ergebnisse ihrer Umfrage unter Kommunen aus dem Jahr 2022 vorgestellt.

(Bildquelle: European Investment Bank 2023)

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat die Ergebnisse ihrer Umfrage unter Kommunen aus dem Jahr 2022 vorgestellt. Wie die EIB mitteilt, gibt die Umfrage unter 744 Kommunen in der Europäischen Union einen Einblick in bereits getätigte und geplante Investitionen und zeigt, welche Fortschritte die Kommunen bei der digitalen und grünen Wende erzielt haben und wo die Herausforderungen liegen. Da die Kommunen für fast die Hälfte der öffentlichen Investitionen in der EU verantwortlich sind, seien diese Ergebnisse von besonderer Bedeutung.

Ergebnisse der Studie

Ein Ergebnis der Studie sei, dass fehlende Mittel sowie unsichere und langwierige Genehmigungsverfahren die Kommunen immer noch davon abhalten, größere Investitionen zu planen. Bei der Umsetzung mangele es dann an qualifizierten Fachkräften, hinzu kämen Engpässe in der Lieferkette.
Die Umfrage habe auch gezeigt, wie wichtig es ist, die derzeitigen und zukünftigen Arbeitskräfte entsprechend zu qualifizieren. Die Kommunen berichteten von einem Mangel an Fachkräften für Umwelt- und Klimafragen sowie an fachlichem und technischem Wissen. Hier müsse Abhilfe geschaffen werden, wenn die Investitionspläne erfolgreich umgesetzt werden sollen.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Mehr als sechs von zehn Kommunen seien mit ihren bisherigen Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung unzufrieden, 40 Prozent mit ihren Investitionen in die digitale Infrastruktur.
Schließlich zeige die Studie, dass die europäischen Kommunen bei der digitalen Transformation weiter seien als bei der grünen Wende. In einkommensstärkeren Regionen investierten mehr Kommunen in beide Bereiche, während weniger entwickelte Regionen hinterherhinkten.

Die EIB in Kohäsionsregionen

Neben der Studie habe die EIB auch einen neuen Bericht über die Arbeit der EIB-Gruppe in den europäischen Kohäsionsregionen bis 2022 veröffentlicht. In dem Bericht gehe es vor allem um den Beitrag der EIB-Gruppe zu mehr Innovation für eine gerechte grüne und digitale Wende sowie um ihre wirtschaftlichen Auswirkungen. 2022 habe die EIB-Gruppe Projekte in den Kohäsionsregionen mit 28,4 Milliarden Euro unterstützt. Auf die Innovationsförderung entfielen 2022 insgesamt 25 Prozent der EIB-Mittel, davon 4,6 Milliarden Euro (34 Prozent) in Kohäsionsregionen. Grüne Investitionen seien auf dem Vormarsch: Wie schon 2021 sei der Anteil der von der EIB finanzierten grünen Investitionen in den Kohäsionsregionen höher gewesen als in der EU insgesamt. Dies stehe im Einklang mit der Kohäsionsorientierung der EIB, in der sich die Bank verpflichtet hat, den Anteil ihrer Finanzierungen für den Klima- und Umweltschutz in Übergangsregionen und weniger entwickelten Regionen zu erhöhen.



Stichwörter: Politik, EIB, Energiewende


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...

Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf

[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...

Auf einem weiten Ackerland wird eine Windenergieanlage errichtet: Ein großer Turm steht bereits, ein roter Baukran montiert weitere Bauteile. Am Boden liegen Rotorblätter mit roten Spitzen, Turmsegmente und Technikcontainer, im Hintergrund sind mehrere fertige Windräder in der Landschaft zu sehen.

Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik

[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation

[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo

[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...

Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...