Stadtwerke WerlGlasfaser und Erdgas für Holtum
Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Werl hat jetzt einstimmig das Glasfaser-Projekt in Holtum beschlossen. Zunächst soll die Holtumer Hauptstraße mit Glasfaser-Leerrohren und einer Erdgashauptleitung erschlossen werden. Von hier aus werden dann weitere Straßenzüge angebunden. Wie die Stadtwerke melden, soll das Projekt bis zum Jahr 2020 dauern. Ursprünglich sei eine Beteiligung von 40 Prozent angestrebt gewesen, tatsächlich werde jetzt mit einer Beteiligungsquote von 31 Prozent gestartet. Da einige Anschlussberatungen jedoch noch ausstünden und erfahrungsgemäß bei Start der Bauarbeiten weitere Anschlussaufträge eingehen, erwarte man eine effektive Quote von 35 Prozent.
„Das ist absolut zukunftsweisend nicht nur für Holtum, sondern für ganz Werl“, sagt Bürgermeister Michael Grossmann (CDU). „Es hat doch einige Mühe gekostet, den Bürgern klar zu machen, dass die einmaligen Anschlusskosten von rund 1.700 Euro für einen Glasfaseranschluss eine gute Investition in die Zukunft sind; jede Immobilie in Holtum wird ja damit enorm aufgewertet.“
Für neue Erdgaskunden gibt es daneben eine Finanzförderung seitens der Stadtwerke. Für eine erste Trasse wurde bereits eine Datenanbindung an die vorhandene Infrastruktur der Stadtwerke Unna geschaffen, um damit erstmals den Providern einen Zugang zum Netz der Stadtwerke Werl zu verschaffen. Bis auf einige unwirtschaftliche Erschließungsflächen im Außenbereich könnten 90 Prozent der Holtumer Gebäude an Erdgas und Glasfaser angeschlossen werden. In Teilbereichen würden parallel auch Stromkabel der Stadtwerke und Wasserleitungen des Trinkwasserversorgungsunternehmens Gelsenwasser ausgewechselt oder verstärkt. Nach Ende der Erdarbeiten werde in die Leerrohre das eigentliche Glasfaserkabel eingeblasen. Anschließend wollen die Stadtwerke sämtlichen Providern einen Open Access anbieten, damit die Kunden sich ihren bevorzugten Provider frei wählen können.
Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Heinz erläutert: „Wir investieren hier insgesamt zwei Millionen Euro. Mit unserer Technologie werden unsere Netze auch noch für die kommenden Generationen nutzbar und weniger störanfällig sein als Leitungen die so gerade eben unter der Grasnarbe verlegt werden.“ Arne Lorenz von Reisswitz, Projektverantwortlicher bei den Stadtwerken, ergänzt: „Glasfaser überträgt Informationen in Lichtgeschwindigkeit. Andere Technologien, nämlich das über Vectoring veredelte Kupferkabel oder gar VDSL sind immer nur eine Übergangslösung.“ Aufsichtsratschef Wilhelm Topp ist ebenfalls von dem Projekt überzeugt: „Das zeigt auch, dass die Stadtwerke Werl mehr können, als bloß Strom, Gas und Wasser zu liefern. Wir sind ein moderner Infrastrukturdienstleister.“
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