Donnerstag, 9. April 2026

Nordrhein-WestfalenInnovative Klimaschutz-Kommunen

[20.12.2017] Rund 100 Millionen Euro stellt Nordrhein-Westfalen den Gewinnern des Wettbewerbs KommunalerKlimaschutz.NRW aus Landes- und EU-Mitteln zur Verfügung.
NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart: Wir fördern innovative Klimaschutz-Ideen in Aachen

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart: Wir fördern innovative Klimaschutz-Ideen in Aachen, Bielefeld, Dortmund und 40 weiteren Kommunen mit 100 Millionen Euro.

(Bildquelle: MWIDE NRW / R. Pfeil)

Die Gewinner des Wettbewerbs KommunalerKlimaschutz.NRW erhalten rund 100 Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln. Wie das NRW-Wirtschaftsministerium mitteilt, werden die Städte Aachen, Bielefeld und Dortmund, die mit beispielhaften Mobilitätskonzepten die Emissionen von Treibhausgasen und Stickoxiden in den Innenstädten verringern wollen, mit bis zu 41 Millionen Euro gefördert. Neun weitere Klimaschutzprojekte in 40 Kommunen erhalten für ihre innovativen Ideen bis zu 60 Millionen Euro, so das Ministerium. Der nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP) sagte: „Praktischer Klimaschutz findet in den Städten, Gemeinden und Kreisen statt. Deshalb fördern wir innovative lokale Projekte, um den Energieverbrauch zu senken, die Elektromobilität voranzubringen und die Innenstädte lebenswerter zu machen.“

Sonderprogramm Emissionsfreie Innenstadt

Aachen: Die Stadt will die Elektrifizierung des ÖPNV ausbauen und so die innerstädtische Mobilität emissionsärmer gestalten. Begleitend werden die Fuß- und Radverkehre verbessert und Car-Sharing-Flotten auf Elektroautos umgestellt. Zudem wollen Kurier- und Paketdienstleister, die die Stadt beliefern, ihre Fahrzeuge umrüsten. In das Mobilitätskonzept ist das Umland einbezogen (StädteRegion Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Würselen, Stolberg, Eschweiler). Maximale Fördersumme: 15 Milionen Euro.
Bielefeld: will den motorisierten Individualverkehr in einem zentralen Innenstadtbereich reduzieren. Dazu will die Stadt den Fuß- und Radverkehr sicherer machen und den nicht motorisierten Verkehr prioritär behandeln. Maximale Fördersumme: 15,5 Millionen Euro.
Dortmund: Die Stadt legt den Schwerpunkt auf innerstädtische Lieferverkehre und eine emissionsarme letzte Meile zum Kunden. Verbesserte Fuß- und Fahrradachsen sollen eine Alternative zur Nutzung des (Verbrenner-) Fahrzeugs werden. Das Konzept enthält Maßnahmen zur Förderung der klimafreundlichen Verkehrsmittel und der Elektromobilität. Maximale Fördersumme: 10,5 Millionen Euro.

Allgemeiner Förderbereich Klimaschutz

Alpen: Die Gemeinde wird ein Schulzentrum mit Mehrfachturnhalle energetisch sanieren. Verbunden mit Mobilitätsmaßnahmen und einem Klimalehrpfad sind Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen geplant. Maximale Fördersumme: 7,8 Millionen Euro.
Brüggen: Die Gemeinde will im Ortsteil Bracht ein Nahwärmenetz errichten, das ein Schulzentrum mit Grund- und Gesamtschule, eine betreute Grundschule, eine Doppelturnhalle und ein Sportlerheim mit klimaneutraler Wärme aus Holzhackschnitzeln versorgt. Maximale Fördersumme: 4,1 Millionen Euro.
Burbach: Das denkmalgeschützte Rathaus der Gemeinde soll saniert werden, eine Energiegenossenschaft ein Nahwärmenetz betreiben. In Zusammenhang damit stehen Klimaschutzsymbiosen. Schwerpunkte: Umwelterziehung, Nachbarschaftshilfe, Beratung, Mobilität, Klimaanpassung und energetische Gebäudesanierung. Maximale Fördersumme: 2,7 Millionen Euro.
Dülmen: Die Stadt wird den Bahnhof als multimodalen Verkehrsknoten stärken. Dazu wird eine Radstation mit 300 Stellplätzen errichtet. Hinzu kommen die Einrichtung von Rendezvous-Haltestellen von Buslinien sowie die Erweiterung von Radwegen und Park&Ride-Angeboten. Maximale Fördersumme: 3,2 Millionen Euro.
Greven: Im Mittelpunkt steht die Wärmeversorgung kommunaler Gebäude. Neben der energetischen Sanierung des Rathauses soll ein Nahwärmenetz entstehen, an das zahlreiche öffentliche Liegenschaften angeschlossen werden. Dazu werden Erdwärmekollektoren in die Emsauen eingebracht. Maximale Fördersumme: 10,9 Millionen Euro.
Marl und Baesweiler, Ense, Kürten, Remscheid sowie der Kreis Soest wollen ihre Gewerbegebiete zusammen mit lokalen Unternehmen klimagerecht umgestalten. Dabei handelt es sich bewusst um einen thematischen, nicht um einen räumlichen Verbund. Maximale Fördersumme: 9,1 Millionen Euro.
Rietberg: Die Stadt plant, ihren Treibhausgasausstoß bis 2020 um 46 Prozent zu senken (Basis: 2015). Schulzentrum, Verwaltungsgebäude und Freibad sollen ein Nahwärmenetz erhalten, das aus regenerativen Energien gespeist wird und mit Speichern ausgerüstet ist. Zudem sollen E-Fahrzeuge für den kommunalen Fuhrpark angeschafft und Maßnahmen zur Klimaanpassung und Energieeinsparung umgesetzt werden. Maximale Fördersumme: 1,7 Millionen Euro.
Der Rheinisch-Bergische Kreis will mit allen angehörigen Städten und Gemeinden sowie weiteren Partnern (Bergisch Gladbach, Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath, Rösrath, Wermelskirchen) ein Netz von Mobilstationen knüpfen. Diese variieren in Größe und Ausstattung und können Pedelecs, Car-Sharing und Ladesäulen für Elektrofahrzeuge umfassen. Maximale Fördersumme: 3,8 Millionen Euro.
Kreis Steinfurt: Der Kreis wird mit den zugehörigen Städten und Gemeinden in drei Bereichen aktiv: Für die Sanierung kommunaler Gebäude, die Beschaffung von Elektrofahrzeugen und die Straßenbeleuchtung sollen einheitliche Standards erarbeitet und die Zusammenarbeit verbessert werden. Der Kreis hilft vor allem den kleineren Mitgliedsgemeinden, die Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Maximale Fördersumme: 15,1 Millionen Euro.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Augsburg: Online-Plattform zeigt Klimaschutzmaßnahmen

[08.04.2026] Die Stadt Augsburg hat jetzt eine Online-Plattform zur transparenten Darstellung ihrer Klimaschutzmaßnahmen gestartet. mehr...

bericht

Tübingen: Klimaschutz, der funktioniert

[07.04.2026] Mit der Fortschreibung ihres Klimaschutzprogramms hat die Stadt Tübingen für die Sektoren Strom, Wärme und öffentlichen Verkehr einen klaren Transformationspfad definiert. Das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, rückt damit in greifbare Reichweite. mehr...

BDEW/ZSW: 53 Prozent des Stromverbrauchs stammen aus Erneuerbaren

[07.04.2026] Erneuerbare Energien deckten im ersten Quartal 2026 erstmals 53 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Vor allem ein kräftiger Zuwachs bei der Windkraft treibt den Anteil nach oben und unterstreicht die wachsende Bedeutung für Versorgungssicherheit und Klimaziele. mehr...

Wolfsburg: Maßnahmenkatalog für Treibhausgasneutralität vorgelegt

[01.04.2026] Wolfsburg legt mit dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ einen konkreten Fahrplan zur Treibhausgasneutralität bis 2040 vor. Der Maßnahmenkatalog soll zentrale Bereiche wie Verkehr, Gebäude und Energieversorgung neu ausrichten und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Difu: Studie zu Förderprogrammen

[30.03.2026] Eine Studie des Difu empfiehlt pauschale Klimabudgets und weniger Bürokratie für Kommunen. Damit sollen stockende Projekte beschleunigt werden, die bisher an komplexen Förderverfahren scheitern. mehr...

Klimaschutzprogramm: Stellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende. mehr...

Wiesbaden: Bilanz zu CO₂-Emissionen zeigt Fortschritte

[20.03.2026] Wiesbaden senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen deutlich unter das Vor-Corona-Niveau. Eine neue Bilanz zeigt Fortschritte und macht zugleich den Handlungsdruck bei Wärmeversorgung und Verkehr sichtbar. mehr...

Sachsen: Studie zeigt Dekarbonisierungsoptionen

[19.03.2026] Eine neue Studie zeigt konkrete Dekarbonisierungsoptionen für zentrale Branchen der sächsischen Wirtschaft auf. Sie richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen und soll ihnen Orientierung bei technologischen und wirtschaftlichen Entscheidungen auf dem Weg zur Klimaneutralität geben. mehr...

Düsseldorf: Energie-Kommune dank Wärme- und Verkehrswende

[11.03.2026] Die Stadt Düsseldorf möchte ihre Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Dabei spielen Fachkräfte, die Wärmewende und neue Mobilitätsangebote eine zentrale Rolle. Für ihr Engagement wurde die Stadt nun von der AEE zur Energiekommune des Monats Februar gekürt. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ein Drittel ist mit Wärmeplanung fertig

[10.03.2026] Rund ein Drittel der Kommunen in Rheinland-Pfalz hat die gesetzlich vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Die Pläne sollen den Weg zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung weisen und entscheiden mit darüber, wo künftig Wärmenetze entstehen oder dezentrale Lösungen dominieren. mehr...

AEE: Greifswald ist Energie-Kommune 2025

[02.03.2026] Die Stadt Greifswald hat die bundesweite Abstimmung zur „Energie-Kommune des Jahres 2025” gewonnen. Dies teilte die Agentur für erneuerbare Energien mit. 42,3 Prozent der Stimmen entfielen auf die Universitäts- und Hansestadt. mehr...

Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte

[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...

bericht

Würzburg: Fahrplan zur ­Klimaneutralität

[23.02.2026] Bis 2028 soll die Stadtverwaltung Würzburg treibhausgasneutral werden. Dabei stützt sie sich unter anderem auf einen kapazitätsoptimierten Sanierungsfahrplan für städtische Liegenschaften. mehr...

Anklam: Bioenergie-Cluster und H2-Kraftwerk

[17.02.2026] Die Hansestadt Anklam setzt auf Bioenergie, Wasserstoff und kommunale Wärmeplanung. Im Mittelpunkt stehen zwei Projekte: das Innovationsbündnis biogeniV und ein geplantes Verbundkraftwerk. Das Ziel ist Klimaneutralität bis 2040. mehr...

Mannheim: Phosphorrecyclinganlage in Betrieb gegangen

[16.02.2026] MVV Energie hat in Mannheim eine Phosphorrecyclinganlage in ihre bestehende Abfallverbrennung integriert. Damit gewinnt das Unternehmen aus Klärschlamm bis zu 90 Prozent des enthaltenen Phosphors zurück und stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg. mehr...